Band 
Vierter Band. F bis G.
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809
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Grammont

Granat

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Grammont (Philibert, Grafv.), Sohn des franz. Marschalls d.N. SeinGroßvater war der Gemahl der schönen Corisandre d')ludouins, und er scheint aufihr Verhältniß mit Heinrich IV. in s. von Hamilton (s. d.) herausgeg. Menioi-ren anzuspielen, wo er behauptet, es habe nur von s. Vater abgehangen, HeinrichsI V. Sohn zu sein, da der König ihn habe anerkennen wollen, was aber von Jenemabgelehnt worden sei. Er diente in früher Jugend unter Conda und Turenne;auch machte er den Krieg in Holland mit und zeichnete sich überall durch Tapferkeitaus. wiewvl er nie weder Heere befehligte noch Unterhandlungen leitete. Er stiegnach und nach zu Ehren und Würden, fiel aber in Ungnade, als er es wagte, Lud-wig XI V. die Liebe der schönen Lamotte Houdancour streitig zu machen. 'Aus Pa-ris verwiesen, ging er, 2 Jahre nach Karls II . Rückkehr, an dessen üppigen Hof,wo s. Munterkeit, s. lebhafter Hang zu Vergnügungen, s. Wih, s. Glück und nochmehr s. vielleicht nicht allzu redliche Geschicklichkeit im Spiele unter der herrschendenLiederlichkeit großen Beifall finden mußten. Saint-Evremont, der geistreiche Epi-kuräer, dessen Held G. war, Bussy Rabutin und Hamilton, G.'s Schwager, ver-sichern, G. sei in s. Liebeshändcln mehr unternehmend als glücklich gewesen, aberbei der Freigebigkeit, die er in s. Verschwendungen zeigte, besaß er doch viele Mittel,Weiber zu fesseln, die es mit den Herzenseigcnschaften nicht so genau nahmen.G.'s Gemahlin war Hofdame der Königin von Frankreich , gefiel aber nicht allge-mein am Hofe. G. sehte den EpikuräiSmuS, worin St.-.Tvreinont s. Lehrer gewe-sen war, so lange als möglich fort, ohne auf den frommen Rath sFrau viel zu ach-ten, bis er in s. 75. I. von schwerer Krankheit befalle» ward. Nach s. Genesungsoll er den Bemühungen, ihn zu bekehren, williger entgegengekommen sein. Erstarb, 86 I. alt, 1707. Eines, beiden Töchter heirathete den Grafen v. Strafford.

Gran, ein Gokdgewicht, so viel als ein halbes Loth; desgleichen ein Apo-thekergewicht, der 60. Theil eines Quentchens. G r ä n oder Green, ein kleinesGoldgewicht, der dritte Theil eines Gran-t oder das Zwölftel eines Karats; beimSilber der 18. Theil eines Loths oder der 21. Theil eines Pfenniqqcwichts; der288. Theil einer Mark.

Granada, Königr. in Spanien (Oberandalusien), 453ssZM., 693,008E., das die Araber bis 1491 besaßen. Die Hauptst. gl. N. am Flusse Tenil, un-ter einem sehr angenehmen und gesunden Himmelsstriche, zählt in 12,000 H. über66,000 E. (ehemals über 200,000). In der Nähe liegen 2 Berge, zwischen denender reihende Darrobach strömt. Auf einem liegt der maurische KönigspalastAlham-bra mit 30 Thürmen, der allein den Raum einer Stadt einnimmt. Der andreBerg, Alkanaza, ist voll Häuser und Gärten. Jedes Haus hat zur Kühle einenSpringbrunnen, und wenn dieser fehlt, wenigstens einen Limonienbaum. Höherwie die Stadt liegen stets mit Schnee bedeckte Berge (die Alpujarras, welche nochseht fleißige Moriscos bewohnen); dennoch ist der Winter in Granada milde. G.hat e. Erzbisch., e. Universit., 41 Klöst., 13 Hospit., einige Fabriken, viele Denk-mäler maurischer Pracht, und den Bazar Alcanteria. Die umliegende äußerstfruchtbare Gegend, eine spanische Domaine, ist so reich an Maulbeerbäumen, daßbloß die Blattpflückung derselben für die hiesigen Seidenwürmer 3500 DublonenPacht gibt. Sie trägt Alles, was das südlichste Europa in Vollkommenheit erzeugt.In der prächtigen Domkirche sind die Grabmäler Ferdinands des Katholischen undder Königin Isabelle, sowie das des Feldherrn Gonsalvo (s. d.). In der Nahedie Trümmer der Stadt Illiberis.

Granat, ein Mineral, welches in Rhombendodckaddcrn krystallisier, auchin Körnern und derb vorkommt. Die Farbe ist blut-, kolombin und bräunlich-roih (edler Granat, Almandin, Pyrop), wein- und honiggelb, okiven-, lauch- undberagrün, rörhlich- und leberbraun (gemeiner Granat), der Glanz ist Glas - bisFettzlanz; durchsichtig bis undurchsichtig; der Bruch ist muschelig ins Uziebene^