810 Granaten, Granaden, Grenaden Grandes
Er ist weicher als Topas, und s. specifische Schwere ist --- 4,3 bis 3,3. Er er.scheint als mitunter wesentlicher oder doch mehr oder weniger bezeichnender Ge-niengtheil vieler älterer Felsarten, ferner aufGängen u. Lagern, und sehr allgemeinverbreitet. — Der Granat, welcher in den römischen Ruinen häufig getroffenward. auch in früherer Zeit als Heilmittel Anwendung fand, dient, in s. reinern ro-then Farbenabänderungen, als Edelstein; er steht jedoch, da er nur selten rein vor-kommt, nicht in hohem Werthe. Zu Ringsteinen ic. eignen sich vorzüglich diegrönländ. und die ostind. Granaten, welchen mitunter große Reinheit und überausschöne Färbung eigen ist. Man schlägelt die Granaten zum Theil aus, d. h. aufder untern Fläche des Steins wird eine halbkugelförmige Vertiefung ausgearbeitet;auch unterlegt man sie wol mit Goldfolie. Aus den größer» steiermärkischen undtiroler Granaten werden Tabatieren u. a. Luxusartikel geschliffen; auch zu Gem-men hat man das Mineral angewendet. Die Körner, welche besonders in Böhmen häufig vorkommen, werden gebohrt, facettirt, auf Schnüre gezogen und zu Hals-oder Armschmuck, oder zu Ohrengehängen -e. benutzt. Die geringern Granatenwerden statt des Smirgels als Schleifpulver gebraucht; die braunen und grünenendlich geben einen vortheilhaften Zuschlag beim Eisenschmelzen ab.
Granaten, Granaden, Grenaden, find mit Kernpulver odereinem andern das Sprengen erzeugenden Satz angefüllte, hohle, eiserne Kugeln miteiner Brandröhre, kleiner als die Bomben, übrigens diesen völlig ähnlich, werdenaber nicht, wie die Bomben, aus Mörsern, sondern aus Haubitzen geworfen. Ehe-dem waren auch kleinere einpfündige Granaten üblich, welche mit der Hand gewor-fen wurden und daher Handgranaten hießen. Don diesen bekamen die Soldaten,welche sie warfen, den Namen Granatier oder Grenadier. Ludwig XIV. brachte sie 1667 zuerst auf. Da zu ihrem Geschäfte mehr Kaltblütigkeit und einewüthigere Annäherung gegen den Feind gehörte, wurden sie als eine ausgezeichneteTruppe geachtet. Gegenwärtig haben die Grenadiere diese Bestimmung verlorenund sind den Linientruppen gleich. Sie bilden den Kern eines Heeres und unter-scheiden sich hier und da durch erhöhten Sold, das Zeichen der Granate auf einigenMontirungsstücken und durch ihre Mützen, die aber auch als unzweckmäßig größten-theils abgeschafft sind. Anfangs fanden sie nur bei der Infanterie statt, aber beidem franz. Heere sind seit Ludwig XI V. auch reitende Grenadiere eingeführt, wel-che theils einzelne Compagnien bei den Regimentern, theils eigne Regimenter(kieuacii-i-z-s-aliev-il) bilden, U!,d dann zur schweren Cavalerie gehören.
Grandes. Im castilischen Reiche gab es, wie in Aragon, eine Stufen-folge unter den Edeln des Landes, die theils zum hohen, theils zum niedern Adelgehörten. Jenen bildeten die fiico, I1c»»l>re, (wörtlich: reiche Männer), diesendie Ritter (L»v->I Ieenü) und die Edelbürtigen (lliü-ilgn,). In der Entstehungsartder neuchristlichen Staaten, welche im fortdauernden Kampfe gegen die Araber sichbildeten und vergrößerten, war es gegründet, daß der hohe Adel, die Abkömmlingeder Männer, die den ersten Waffenbund zur Befreiung des Vaterlandes geschloffenhatten, einen bedeutenden Antheil an den öffentlichen Angelegenheiten erhielt. DerKönig war durch sie beschränkt in s. Gewalt, sie standen ihm als geborene Rathgeberzur Seite und hatten die ersten Ansprüche auf die höchsten Staatsämter. Schonim 13. Jahrh, ward dieser Anspruch denjenigen Adelsgeschlechtern, die sich durchReichthum und alten Besitz der Fürstengunst vor andern die Achtung des Volks er-worben hatten, gesetzlich zuerkannt, und selbst der Name Grandes kommt um dieseZeit schon in dem Gesetzbuch? (l.a, ,iel« pm «>,IaH vor, welches Alfons X. demcastilischen Reiche gab. Jene Auszeichnung gebührte nur den Ersten unter demhohen Adel, denn viele wurden zu diesem gerechnet, die nicht Grandes hieße»; aberkeiner ward Grande genannt, der nicht Rico Hombrr war, d. i. aus einem angesehenenaltadeligen Geschlechte stammte. Grandes hießen theils die Verwandten des königl.