Band 
Vierter Band. F bis G.
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Grandes

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Hauses, theils diejenigen durch Güterreichthum ausgezeichneten Männer aus demhohen Lehnadel, welchen der König durch Ertheilung des Banners das Recht qege-den hatte, Kriegsvölker als ihre Söldner zu werben, und dies gab ihnen einen Bor»rang vor den Ricos HombreS, der in der Regel auf ihre Nachkommen forterbte.Sie theilten, als Ricos HombreS, alle Vorrechte des hohen Adels; sie besaßen, wiedieser, gewisse Soldgüter (Königslehne, Herrcnlehne genannt), für deren Einkünftesie dem Könige mit einer verhältnismäßigen Anzahl von Lanzen (deren jede aus ei»nem Ritter mit 4 — 5 gerüsteten Leuten bestand) dienen mußten, und konntendiese Lehne nur in gewissen gesetzlich bestimmten Fällen verlieren; sie waren, da siedeniKönig im Kriege mit Hab und Leben dienten, frei von Steuern; sie durften,ohne besondern Auftrag des Königs, vor keinen bürgerlichen oder peinliche» Richtergefedert werden, und konnten während der Anarchie des Mittelalters sammt ihrenVasallen ungehindert das Reich verlassen und dem vaterländischen Gesetze und derLehnpfiicht sich entziehen, um einem andern Fürsten , selbst gegen ihren vorigen Ge-bieter, zu dienen, ohne daß es ihnen als Hochverrath zugerechnet ward. Außer die-sen allgemeinen Vorrechten des hohen Adels und dem Ansprüche auf die erstenStaatswürden, standen den Grandes noch einige Auszeichnungen zu, worunter be-sonders das Recht gehörte, bei allen öffentlichen Handlungen in Gegenwart des Kö-nigs, nach dessen Erlaubniß, das Haupt zu bedecken: ein altes Vorrecht in Spa-nien , das aus dem Geiste einer beschränkten Feudalmonarchie hervorging, aber auchden Adelswürden, den sogenannten Titulos (Betitelten, d. i. Herzogen, Grafen ) zu-stand. Der König nannte sie: mein Vetter (>>>i p,iu><>), während er die übrigenBesitzer hoher Adelswürden nur: mein Verwandter (>>>i garienle) nannte. Aufden Reichstagen saßen sie unmittelbar nach den Prälaten, vor den Titulos. Siehatten freien Zutritt in den Palast und die Gemächer des Königs, und bei feierlichenHandlungen in der königl. Capelle saßen sie zunächst am Altare. Ihre Gemahlin-nen theilten die äußern Vorzüge der männlichen Würde, die Königin stand vor ih-nen von ihrem Sitz auf, sie zu empfangen, und es wurden Kissen für sie auf den er-höhten Polstersitz (luriraclo) gelegt. Seit Ferdinand und Isabella, durch den kraft-vollen Rimenes geleitet und unterstützt, die Macht des Lehnadels gebrochen hatten,wurden die alten Vorrechte des hohen Adels geschmälert, und am Ende des 15.Jahrh, verlor sich der Name der Ricos HombreS mit ihren Vorrechten. So wenigFerdinands Nachfolger, Karl V. , im Allgemeinen daSLtreben nach unbeschränkterKöuigsgewalt aufgab, so fand er doch manche Veranlassung, einige von den Großendeö Reichs sich zu verbinden, und andre für die wichtigen Dienste, welche sie ihm beider Unterdrückung des Aufstandes der Stadtgemeinden geleistet hatten, zu belohnen.Was alter Gebrauch in der Achtung des Volks befestigt hatte, ward von ihm auchdurch den Namen Grandezza ausgezeichnet und zu einer besondern Adelswürde er-hoben, deren Vorrechte meist nur in äußern Auszeichnungen bestanden. Denn dieMacht, welche der Lehnadel in frühern Zeiten besessen, sollte er nicht wieder erhal-ten, und was unter Ferdinand und Isabelle schlau begonnen war, sollte standhaftdurchgeführt, aus dem unabhängigen Lehnadel ein abhängiger Hofadel gemacht wer»den. Es gibt 3 Classen der Grandes. Einigen befahl der König, sich zu bedecken, ehesie ihn angeredet hatten; dies waren die Grandes der ersten Classe; Andre erhieltenden Befehl, sobald sie geredet hatten, und ste hörten s. Antwortmit bedecktem Haupte:die Grandes der zweiten Classe, und wieder andre empfingen des KönigS Befehl erstnach (.Antwort: dieGrandeSderdrittenClasse. In neuern Zeiten war dieserRang-unterschied zwar veraltet, aber es gab doch noch 3, wenn auch nur unwesentlich ver-schiedene Classen von Grandes. Alle genossen bis auf die neueste Staarsverände-rung, außer dem angegebenen Vorrechte, noch die Vorzüge, daß sie den Epcellenztitelführten, und daß, we: n sie durch den Saal der Garden im königl. Palaste gingen,mit dem Fuße gepocht ward, um den Schildwachen ein Zeichen zu geben, das Ge-