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Vierter Band. F bis G.
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Granit

Granvella

wehr vor ihnen zu präsentiren. Andre Auszeichnungen hatten sie nicht vor dem übn-,gen hohen Adel. Sie bildeten keinen besondern Verein, wie ehedem die Herzoge undPairs in Frankreich , und keine hohe Würde war ihnen ausschließend bestimmt, aus»genommen höchstens die Würde eines Oberstallmeisterü, eines Oberkammerherrnund eines Hauptmanns der Hellebardierer-Garde, aber selbst bei der Ernennung zudiesen Hofämtern war des Königs Willkür im Grunde gar nicht beschränkt.

Granit, eine Felsart, bestehend aus Feldspath , Quarz und Glimmer,welche im körnig-krystallinischen Gefüge unmittelbar und innig mit einander ver-bunden sind. Die Größe des Korns ist sehr verschieden; der Feldspath ist im Allge-meinen der vorherrschende Gemengtheil. Durch einzelne in der Grundmasse einge-wachsene Feldspachkrystalle wird das Gestein zu porphyrartigem Granit. Im so-gen. Schristgranit liegen unvollkommen ausgebildete Q.uarzkrystalle einzelnzerstreut, oder nach parallelen Linien zerstreut im Feldspathe. Mancher Granit hatzufällige Beimengungen, er geht in Gneis, Glimmerschiefer, Syenit -c. über, führtnn Allgemeinen wenig Mineralien auf Gängen und auf fremdartigen und unter-geordneten Lagern, ist besonders arm an Metallen und im Allgemeinen nicht ge-schichtet. Ein großer Theil des Granits galt bis jetzt als das muthmaßlich ältesteGestein, als die Unterlage sämmtlicher übrigen Felsarte»; ein andrer Theil aber istoffenbar jünger als Gneis, Glimmer - u. Thonschiefer und Grauwaeke. Er ist sehrweit verbreitet und bildet meist schroffe Berge mit spitzen und zackigen Gipfeln.—Schon in früher Zeit diente der Granit, namentlich der ägyptische rothe, zu Kunst-werken der verschiedensten Art, welche Arbeiten meist nicht polirk wurden. Die Ru-nensteine der alten Nordländer sind wenig oder gar nicht zugehauene Granitblöcke.Das Fußgestell der bekannten kolossalen Bildsäule Peters des Großen zu Peters-burg besteht aus einem 30,000 Ctr. schweren Granitblocke. In neuerer Zeit ver-wenden die Steinmetzen den Granit, obwol derselbe eine vortreffliche Politur an-nimmt, im Ganzen seltener, indem die Arbeiten zu mühsam und zu theuer sind; in-dessen zersägt und polirt man die Blöcke und Geschiebe der schönern Geanitabände-rungen, besonders des SchriftgranitS, zu Tischplatten, Reibschalen, Dosenstückenu. s. w. Als Material zum Bau von Häusern, Kirchen, Brücken, Wasserleitun-gen tc., zu Pflastern der Straßen, zu Ecksteinen u. s. w. wird der Granit häufigbenutzt; endlich auch zu Mühlsteinen, Zapfenlagern, zu Gußsteinen aus Messing-werken u. s. w.

Granvella (Anton Perrenok, Cardinal v.), StaatSministerKarls V. undPhilipps IIv geb. 1517 zu Ornans in der Grafschaft Burgund, studirte zu Padua ,dann Theologie zu Löwen, und ward daraufvon s. Vater in die Staatsgeschäfte ein-geführt. Im Besitze von 7 Sprachen, die er mit Leichtigkeit sprach, mit seltenemScharfblick u.unermüdeter Geduld ausgestattet, dabei von einnehmender Gestalt u.gefälligen Sitten, folgte er ganz s. Ehrgeize, dem keine Würde im Staate zu hocherschien. Im 23.I. zum Bischöfe von Arrasernannt, begleitete er s. Vater auf denReichstag nach Worms und Regensburg , wo beide Unterhändler vergebens bemühtwaren, die Religionsunruhen zu unterdrücken. Auch dem tridentinischcn Con-cilium wohnte er bei und suchte hier die Christenheit für den Krieg gegen Frankreich zu gewinnen. Als nach der Schlacht bei Mühlberg die Protestanten Frieden be-gehrten, ward G. mit Abfassung der Bedingungen beauftragt, und er täuschte denLandgrafen von Hessen , dem man die Freiheit zugesichert hakte. Zu gleicher Zeitließ G. Konstanz den Protestanten durch Überfall entreißen. 1550 ward er SaatS-rath; er bewahrte die Reichssiegel. Als der Kaiser 1552, von Moritz v. Sachse»inTirol überfallen, von Inspruck bei Nacht in einer Sänfte entfloh, begleitete ihnG. mit eingelegter Lanze. Der passauer Vertrag, welcher bald daraufDeutschlandrettete, machte G.'ö Geschicklichkeit großeEhre. 1553 unterhandelte er die Vermäh-lung Don Philipps mit Maria von England . 1550 beantwortete er, in Phi-