Graun
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und sich beiThusis in den Hintern Rhein ergießt. Endlich das 5., Dretklgau, liegtan der nördl. Grenze, in der Nähe von Vorarlberg . Mavenfeld ist die Hauplst.Die 3 Bünde, welche der Trunser Band vom 30. Mai 1424 unter dem noch jetztgrünenden Ahoin gründete, woraus die Eidgenossenschaft aller Bünde 143k zuVa-zerol geschlossen wurde, sind der Bund des Hauses Gottes, dessen Hauplst. Chur ,der graue Bund, der sich nach Zlanz hält, und der Bund der 10 Gerichte, welcherDavos als seinen Hauptort ansieht. An diesen 3 Orten versammeln sich jährlich imSept. 83 Abgeordnete der Bünde unter 3 Anführern, berathschlagen über dasWohl des Landes und schlichten die Rcchtohändel in der letzten Znstanz. ZumBundeoheere stellt der Canlon 1600M., s. Geldbeitrag ist 12,000 Fr., dieStaatS-sckuld: 448,000 Gldn. —- 80,620 Einw. bekennen sich zu der helvetisch-prote-stantischen Kirche. Aber die Geistlichen müssen sich nebenher aufdenHandel legen,l itt leben zu können. 37,500 sind katholisch, ^n Chur ist die einzige lat. Schule.Der Handel der Graubündiner wird durch die Engpässe ihrer Grenzen ungcmeingehindert. Der Luciensteig ist ein befestigter Grenzpaß nach dem Fürstenth. Liech-tenstein. Man führt, hauptsächlich nach Mailand , Vieh, Käse, Steinkohlen undseltene Fossilien aus; man nimmt dafür Korn, Salz, Leinwand und Tücher vomAuslande. S. die Schrift: „Die neuen Straßen von Chur über den Splügen bis zum Comersee, und über den Bernardino bis Bcllinzona durch den Cant. Grau-bündten", in 80 Bl. von Z. Z. Meyer, mit Erklär, von 11. Z. G. Ebel, und einerWcgcharte, v. Keller (Zürich 1825, quer Fol.), u. „Vc>)-. piu<»k»g. ckunr le laut.tir-> (liien»« ele." mit Kpf. und Ebel's Erklär. (Zürich 1827,4.).
Graun (Karl Heinrich), Tonsitzer, Capellmeister Friedrichs II. von Preu-ßen, geb. 1701 zu Wahrenbrück in Sachsen , wo sein Vater Acciseinnehmer war,besuchte 1713 die Kreuzschule zu Dresden . Seine schone Stimme erwarb ihmdie Stelle als siirckensnnger. Der Cantor Grundig unterrichtete ihn in der Vo-kalmusik, und der Organist Pezold auf dem Clavier. Er studirte mit besondererLust die Cankaten von Kaiser, welche den Titel führen: „Die musikalische Land-lust", und s. Compositionen sind in dem Charakter derselben. Späterhin studirteer die Composirion »nier der Anleitung des Capellmeisteis Schmidt in Dresden .Hier suchte er s. Geschmack durch Anhörung der Opern von Lotli und Heinrichenzu bilden, welche eine Operisteugesellschaft damals in Dresden gab. 1720 ver-ließ er die Kreuzschule und begann für die Küche zu componiren. Seine Ver-bindung mit Pisintel und dem berühmten Lautenspieler Weiß, und die Hülfe desCeremonienmeisterS und Hospoeten König waren ihm dabei von dem größtenNutzen; die Empfehlung des Letzter» verschaffte ihm die durch Hasse's Abgangerledigte Stelle eines Tenoristen zu Braunschweig . Da hier die Arien s. erstenRolle, wie Schuimann sie componirt hakte, nicht nach s. Geschmack waren, ver-fertigte er eine andre Musik für selbige und sang sie zur großen Zufriedenheit desHofes (im Carneval 1725). Man gab ihm nun den Aufnag, die Oper für dennächsten Sommer in Musik zu setzen, und zugleich den Posten eines Vicccopell-meisters. Unkerdeß fuhr er fort, in jeder Oper bald s. eignen, bald fremde Etat-positionen zu singen. So verlebte er, allgemein geachtet, mehre Zahre, bis ihnder Kronprinz von Preußen sich vom Herzog Ferdinand Albrecht erbat und ihn1735 als Kammersänger bei s. Capelle zu Rhemsberg anstellte. Hier faßte erContaten für die Coßcerte des Prinzen ab, welche er zugleich als Sänger vor-trug. Als der Prinz 1740 den Thron bestieg, ernannre er ihn zu s. Capell-meister und schickte ihn nach Ztalien, um für die neu zu errichtende Oper dienöthigen Sänger und Sängerinnen anzuwerben. G. ließ sich auf dieser Reiseauch in s. eignen Compositionen mit Beifall als Sänger hören. Nach s. Rück-kehr vermehrte der König s. Gehalt anf 2000 Thlr., und G. beschäftigte sich seit-dem ununterbrochen mit Compositionen für die Oper, bis er 1758 starb. Sein