Band 
Vierter Band. F bis G.
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Grny (Thomas) Gray

Vöaria vertheidigen; allein gezwungen, die Thore zu öffnen, w«en somit auchJohanna und Guilford in die Hände der Siegerin gefallen, und Beide wurden jetztan demselben Ort als Gefangene bewacht, wo sie kurz vorher im Glänze der Ma-jesiät gewohnt hatten. Ein Spruch des Parlaments verurtheilte die unglücklichenGatten, deren einziger Fehler der war, den ehrgeizigen Absichten ihrer Verwand-,ten nicht genug Widerstand geleistet zu haben, zum Tode; Diaria bestätigte jedochaus StaatSgründen dies Mal das Urtheil nicht. Johanna und Guilford bliebenbloß in strenger Haft. Da indeß nicht lange nach Marias Thronbesteigung derGeist des Mißvergnügens in offene Empörung gegen eine Fürstin ausbrach, derenfinsterer Charakter und religiöser Fanatismus Furcht und Haß erregten, so muß-ten, nach mißlungenem Aufruhr des Ritters Wiat, Lord Guilford und s. Gemah-lin, obgleich völlig unwissend in der Sache, als Opfer fallen. Maria ließ Beidenden Proceß machen. Den 12. Febr. 1664 bestieg Johanna G. das Schaffst, Siewar in kurzem Zeitraume die dritte Königin, welche England auf diese Art endensah. Eine vierte(Maria Smart) folgte ihr 1687. — Maria hakte Geistliche ab-gesendet, uni die Ketzerin zu bekehren, Johanna G. aber, fest an den Lehren ihresGlaubens haltend und wohlbewandert in den Schriften der Gottesgelehrten, wiesstandhaft diese Versuche zurück und starb mit dem Muthe der Unschuld und der Er-gebung einer Christin. 17 I. war die unglückliche Fürstin alt. Äußere und innereReize schmückten sie in gleichem Grade, «ie las und schrieb Griechisch und Latei-nisch, war sanft und wohlthätig und ein Muster ehelicher Zärtlichkeit. In derNacht vor ihrem Tode schrieb sie einen Trostbrief an die Gräfin Pembrocke, ihreSchwester, und einen an ihren Gemahl, den sie noch den Schmerz hatte, zumTode führen zu sehen. Am 17. Febr. ward auch ihr Vater enthauptet. MehreDichter haben das Schicksal dieser Fürstin als Stoff einer Tragödie behandelt; daaber Johanna G. ein durchaus mehr leidender als handelnder Charakter ist, so hatder Erfolg gezeigt, daß die Katastrophe ihres Untergangs sich ebenso wenig zu einerdramatischen Darstellung eignet wie das Ende der Anna Doleyn.

Gray (Thomas), d:n die Briten ihren Pindar nennen, ist uns Deutschen durch s. schöne Elegie, geschrieben auf einem Dorfkirchhofe, ivenigstenS in der Über-setzung von Götter, Kosegarken und Seume bekannt. Er wurde geb. zu London 1716,stttdirte zu Cambridge die Alten, hierauf in London , mit seinem Freunde West, dieRechte, gab dies Studium aber auf und begleitete s. zweiten Jugendfreund, Ho-razio Walpole, auf s. Reise durch Frankreich und Italien; seine Briefe aus Ita-lien sind sehr interessant. Hier trennten sich Beide durch Walpole'S Schuld. G.mußte s. Reise allein fortsetzen, nicht ohne Unbequemlichkeiten, da er wenig Ver-mögen halte. 1741 traf en wieder in England ein und wählte s. Aufenthalt zuCambridge , wo er sich in alle Arten von Studien vertiefte, Als ev endlich 1768zum Prof. der neuern sprachen und Geschichte zu Cambridge ernannt wurde, wars. Gesundheit schon so geschwächt, daß er sich außer Stand fühlte , ohziö Gehülfens. Posten zu versehen. Er starb 1771. Dryden, Collins und Gray werden unter denbritischen Lvriker» zuerst genannt. Übertrafen jene ihn an Hoheit, Pathos und Be-geisterung, so übertraf er sie wieder weit an Reichthum der Bilder, Glut des Colo-rits und Harmonie des Versbaues. Der Gedichte, die er in engl, und lat.Sprachchinterließ, sind wenige; aber jedes trägt das Siegel der Meisterschaft. G.'a„l'oems" erschienen in einer guten AuSg. von Wakefield (London 1786).

G rä tz, Hauptst. des Herzogth. Steiermark an der Mur, hat 2700 H,unter diesen an 60 Paläste, und 40,000 E., von denen an 12 000 durch dieZitz«und Cattunfabriken beschäftigt werden; auch jährliche Messen. BemerkenSwerihsind das Mausoleum Ferdinands II. , mehre Schulen, Vereine, Sammlungen undInstitute, z. B. das Lyceum (seit 1827 eine Universität) unfeiner Sternwarte undNawralimsammlung, das von dem Erzherzog Johann (s. d.) gestiftete Iohan«