Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
823
JPEG-Download
 

Grvlvirrt

d23

Greenwich

lind Annehnilick,kei'en, Musik, Beredtsamkeit, Poesie und andre Künste verschönernsie durch ikrer Einfluß; noch wird ibnen die Ausübung des WohlthunS und derDankbarkeit uiaeschriebe». In den ältern Zeiten bildete man die Grauen völlig be-kleidet. So waren r. B. ihre goldene» Bildsäulen des PupaluS in Smyrna unddie niarmorneu des Sokrates vor dem Eingänge der Akropolis von Athen ; ebensoim Teuipel zu El S. Eine von ihiten hielt eine Rose, die andre einen Mvrtenzweig(Sumbole der Schönkeik und Li be), die dritte einen Würfel (das Bild harmloserfugend) in der Hand. In der Folge bildete man sie auch unbekleidet. In Grie-chenland hatten sie eine große Anzahl von Tempeln, theils allein, theils mit andernGotikeiten gemeinschaftlich, namentlich mit der Venus, den Musen, dem Amor,M.-rcur und Apollo. Ihre Feste hieße» Eharisien und wurden mit Tanz gefeiert.Übrigens schwur man bei den Chariten u. weihte ihnen beim Male den erstenBecher.

G r, court (Jean Baptiste Joseph Willart de), ein erotischer Dichter,geb. 1683 zu Tours, wurde, als der jüngste «>ohn, dem geistlichen Stande be-stimmt. Er studirie in Paris , erhielt 1697 ein Kanonicat an der Kirche St.-Mar-liii in seiner Vaterstadt, und machte sich durch Predigten bekannt, die mehr satvri-schen als moralischen Inhalts waren. Aber bald mißfiel seinem unruhigen und leb-haften Geiste dieser Stand. G. ging nach Paris , wo er als witziger Kopf Eingangin den besten Häusern fand und die Gunst des Marschalls d'EströeS sich erwarb.Dieser nahm ihn mit sich nach dem Schlosse Veret in Bretagne , einem Orte, denG. sein irdisches Paradies zu nenne» pflegte, weil er hier Alles fand, was seinerSinnlichkeit schmeicheln konnte. Sein ausschweifender Hang zu Genüssen undseine zügellose Einbildungskraft hielten ihn von ernstern Studien ab; seine ganzeBeschäftigung bestand darin, muthwillige Erzählungen, Epigramme und andrekleine Gedichte zu verfertigen und seinen Freunden mit der ihm eigenthümlichenAnmuth vorzulesen. In dieser Kunst war er ein solcher Meister, daß die ganzeFeinheit seiner Poesie» sich erst durch seinen Vertrag fühlbar machte. DiesesTalent und seine lustigen Einfälle machten ihn angenehm; aber seine Neigung zurSaipre zog ihm auch manchen Feind zu. Er starb zu Tours den 2. April 1745.Seine sämmtlichen Gedichte sind nach seinem Tode oft gedruckt worden. Sie ent-halten außer mehren mittelmäßigen Fabeln, Epigrammen, Liedern und andernkleinen Gedichten, 91 poetische Erzählungen und ein in lateinischer «Ma-

che abgefaßtes und wider den Jesuitenorden gerichtetes Gedicht: „Philotanus".G.'s Poesien sind lebhaft und witzig, aber auch sehr frivol. Es gibt eine Ausgabeseiner Werke in 4 Bänken, 12. (Paris 1761).

Greenwich, Stadt in der Grafschaft Kent, am südl. Ufer der Themse ,hat ein großes Seehospital und eine Sternwarte, 2120 H. und 18,000 Einw.Das Hospital ist eins der prachtvollsten Gebäude, fast ganz aus Sandstein ausge-führt, und besteht aus 4 abgesonderten viereckigen Höfen, welche die Namen derRegenten führen, unter denen sie erbaut worden. König Karls und der KöniginAnna Gebäude liegen nach N., König Wilhelms und der Königin Maria Höfe nachS. Zwischen den beide» erster» ist ein großer Zwischenraum, auf welchem dieBildsäule Georgs li. in Marmor steht. In König Karls Gebäude sind die Ge-mächer des Oberaussehers und seiner Unterbeamten, auch wohnen hier 300 Kost-gänger. In derKöniguiAnnaGebäude werden437 Veteranen erhalten. DerTheil,welcher Kön'g Wilhelms Namen trägt, unstreingder prächtigste, ward von ChristophWi en aufgeführt. Hier sind 551, endlich in dem Gebäude der Königin Maria1092 Betten. Außer den Rüigmauern des Hospitals ist noch ein Krankenhausmit 61 Zimmern, in deren jedem 4 Betten sind. Ferner sind in der Nähe desHospitals 2 Schulhäuser, worin 1000 Kinder armer Seeleute unterrichtet werde».In dem großen Hospital werden etwa 3000 invalide Seeleute unterhalten, und vonden Einkünften desselben noch 30,000 AuStvärtige. Auch Ausländer haben Au-