Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gregor der Großr Gregor VH.

spräche auf diese Wohlthat, wenn sie 2 Jahre in britischem Solde gestanden.Die Witwen der Matrosen nimmt man vorzugsweise zu Wärterinnen, deren144 da sind, die jährlich 8 Pfd. Lohn nebst freiem Unterhalt bekommen. DieInvaliden erhalten Kleidung, Kost und etwas Taschengeld. Über diese treff-liche Anstalt führen die Erzbischöse, der Lord Kanzler und der Lord Mayor vonLondon die Oberaufsicht. Die Emiünfie der Anstalt werden theils aus wohl-thätigen Stiftungen, theils aus Strafgeldern, theils aus den Beiträgen genom-men, die jeder Matrose zu 6 Pence monatlich entrichten muß. Die Kosten desUnterhalts eines jeden Invaliden schätzt man auf 271 Pfd. jährlich. Die 1675von Karl II. zu Greenwich erbaute Sternwarte, durch welche die engl. Geo-graphen und Seefahrer den ersten Meridian ziehen (17° 40' vonFerro), hatberühmte Astronomen gehabt. Auf Flamstead, den ersten, folgte Halley, aufdiesen Bradlev, dann Büß und Maskelyne; der jetzige heißt Pond. In G.steht die Trafalgarsaule, ein Octogvn mit einer Schiffskrone.

Gregor der Große , s. Pä p ste.

Gregor VII . (Hildebrand). Das Jahr und der Ort seiner Geburt sindZweifelhaft. Einige nennen Lnena, Andre Saone im Toscanischen, und noch AndreRom als seinen Geburtsort. So viel ist gewiß, daß er seine Kindheit in Rom ver-lebte, als ein junger Mann eine Reise nach Frankreich machte, bier mit dem Klosterzu Clugny in Verbindung kam und um 1045 nach Rom zurückkehrte. Bekannterwird s. Geschichte von der Zeit an, wo er sich wieder in dem Kloster z» Clugny ein-geschlossen hatte und hier dem Papste Leo lX. auf s. Reise durch Frankreich bekanntward. Er begleitete ihn nach Rom und spielte von dieser Zeit an, obgleich im Hin-tergründe, eine bedeutende Rolle, indem er, vermöge der Herrschaft, welche großeGeister über gewöhnliche Menschen ausüben, die Schritte dieses und mehrer nach-folgenden Päpste leitete. Nach dem Tode Alexanders II. (1073) bestieg der Cardi-nal Hildebrand den päpstlichen Stuhl. Was er längst durch Maßregeln, zu denener den vorhergehenden Päpsten gerathen hatte, vorzubereiten bemüht gewesen, dassuchte er nun selbst mit dem rastlosesten Eifer auszuführen. Es war sein Ent-wurf, dem römischen Ltuhle nicht bloß die höchste Gewalt über die Kirche zu ver-schaffen und die ganze Fülle der geistlichen Gewalt in die Hände des Papstes zubringen, sondern auch die Kirche von der weltlichen Gewalt ganz unabhängig zumacben. Er wollte eine Theokraiie stiften, in welcher der Papst der StatthalterGottes, der höchste Regent, in politischen sowol als in kirchliche» Angelegenheitensein sollte. Da-um beschloß er die Abschaffung der Priesterehe und die Aufhebungder Laieninvestitur, an welchem Rechte der Fürsten , die Bischöfe zu belehnen, dieganze Gewalt hing, welche die Fürsten noch über die Geistlichkeit ihrer Länder aus-übt>n. 1074 erschien sein Verbot der «Simonie und der Priesterehe, und 1075 dasDecret, worin allen Geistlichen bei Strafe des Verlustes ihrer Armer verboten ward,die Investitur über irgend ein kirchliches Amt aus der Hand eines Laien zu empfan-gen, und zugleich allen Laien bei Strafe des Bannes verboten ward, einem Geistlichendie Investitur zu ertheilen. Als der Kaiser Heinrich I V. hierauf nicht achtete, wußteG. die Händel, in welche der despotische Kaiser, durch jugendlichen Leichtsinn undböse Rathgeber irre geleitet, sich mir den Völkern und Fürsten Deutschlands ver-wickelt hatte, für seinen Zweck zu benutzen. Schon 1075 sprach er das vorläufigeEntsehungSurtheil über mehre deutsche Bischöfe, welche ihre Hinter von dem Kaisergekauft hatten, und den förmlichen Bann über 5 kaiserl. Räthe aus, welche diesenHandel getrieben haben sollten, und da der Kaiser diese Räthe nicht entließ und jenerBischöfe sich annahm, machte der Papst 1076 ein neues Decret bekannt, in wel-chem der Kaiser vor eine Synode nach Rom geladen wurde, um sich wegen der ge-gen ihn erhobenen Klagen zu verantworten. Heinrich I V. ließ dagegen durch eineSynode zu Worin« das Absetzungsurtheil gegen den Papst aussprechenz woraufdie-