Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gregorianischer Calcnder GregoriuS

ftr sofort den Kaiser in den Bann that unk alle seine Unterthanen unk Vasallen vonkein Eide der Treue entband. Bald sah der Kaiser ganz Oberdeutschland gegen sichaufstehen, zu eben der Zeit, da die Lachsen inNiederdeurschland den Krieg gegen ihnerneuerten, und als die zu Oppenheim versammelten Fürsten den Lchlufi faßten,daß zu einer andern Kaiserwahl geschritten werde,, sollte, ergab er sich ihnen fast un-bedingt, und muste sich vorschreiben lassen, daß er den Papst, den sie selbst ersuchenwürden, in das Reich zu kommen, als Richter über sich erkennen, seine excommuni-cirken Rätke entlasse» und sich als suspendii t von der Regierung betrachten wolle.Um dein Papste und seiner Absetzung zuvorzukommen, eilte jedoch Heinrich I V.(s.d.) selbst nach Italien , wo er sich zu Canoffa 1077 einer demüthigenden kirchli-chen Buße unterzog und die Absolution erlangte. Indeß sammelien sich wieder mehresenior Freunde um ihn, und er trug den Lieg über den Gegenkaiser, Rudolf vonSchwaben , davon. Nun ließ er den Papst in einer Lynode zu Bossen absetzen undeinen Gegenpapst, Clemens U I., 1080 wählen, eilte nach Rom und setzte denneuen Papst auf den Thron, G., welcher in der Engelsburg 3 Jahre lang wie im(Gefängnisse lebte, konnte durch nichts bewogen werten, die Rechte der Kirche zuverletzen. Endlich befreite ihn Robert, Herzog der Normänner, die Römer abernöthigten ihn, weil Roberts Soldaten die Stadt geplündert hatten, Rom zu ver-lassen. Er ging daher nach Salcrno zu den Normännern, wo er 1085 starb. Durchden Cölibat (s.d.) der Geistlichen wollte G. diesem Stande eine größere Heilig-keit verschaffen und ihn unabhängiger von weltlicher Familienverbindung machen.Eine große Stütze s. Macht war die Markgräfin von Toscana, MathildiS, welche erbestimmte, ihre fast königl. Besitzungen dem röm. Stuhle zu vermachen. Diemeisten protcst. Geschichtschreiber haben G. VII. unersättliche Herrschsucht undgrenzenlose» Ehrgeiz vorgeworfen. Betrachtet man aber das Ganze s. Lebensund die Größe seines Geistes, liest man seine Briefe, und erwägt man, wie strenger nicht nur gegen Andre, sonder» auch gegen sich selbst war, so ist es nicht glaub-lich, daß ein bloßes kleinliches Streben nach eigner Größe der Zweck seines Lebensgewesen sei. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß er, wenigstens bei seinem Haupt-eniwurf. ein höheres Ziel vor Augen hatte und mit redlicher, wen» auch irrigerÜberzeugung, für die Sache Gottes und Christi, für die Sache der Religion undder Kircbe zu wirken glaubte. Vgl. „Hildebrand, als Papst GregoriuS VII. undsein Zeitalter", von I. Voigt (1815), und einen Aufsatz über ihn von Spittler im„Morgenblatt", 1816, Nr. 237.

Gregorianischer Calender, s. Calender.

GregoriuS, Patriarch der griechischen Kirche des Orients —dar Opferder fanatischen Politik der Pforte —, geb. 1739 und erzogen im Dimihana, Stadtin Arkadien auf Morea, studirle in mehren Klöstern, zuletzt auf dein Berge AthoS (s.d.), lebte als Einsiedler, ward dann Erzbischof zu^Smyrna, und 1795 Pa-triarch in Konstantinopel. Als sieh 1798 die Franzosen Ägyptens bemächtigt hatten,gab man den Griechen geheime Verbindungen mit den Franzosen Schuld, und derPebel foderte den Kopf des Patriarchen; allein dieser hielt durch s. Hirtenbriefe dieGriechen ab, sich für die Franzosen zu bewaffnen; und Sein» II I. selbst erklärte des-sen Unschuld, verwies ihn jedoch, um ihn zu schützen, auf den Berg AkhoS. Baldnachher ward er wieder in seine vorige Würde eingesetzt. Als aber 1806 das Glückder rnss. Waffe» und die Erscheinung einer engl. Flotte vorKonstantinopel die Wuthder Muselmänner aufs Neue gegen die Griechen aufreizte, und das Leben des Pa-tin wehen bedroht wurde, obgleich er auch jetzt durch seine Ermahnungen die Grie-che» von jeder unruhigen Bewegung abgehalten hatte, so verwies ihn Selim noch-mals zu feiner Sicherheit auf den Berg Uthos; nach einiger Zeit ward G. das dritteMal zum Patriarchen erwählt. Die apostolischen Tugenden der Demuth, Liebeund Mildthätigkeit erwarben diesem Prälaten allgemeine Verehrung; er lebte ein-