Band 
Vierter Band. F bis G.
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Griechen (Aufstund in der Moldau 4821)

rannen von Epirus, der an dem Umstürze des Thrones am Bosporus arbeitete, alsein Mittel zur Befreiung von Hellas . Schon hatten die kriegerischen Serbier(s. d.) das Beispiel gegeben, wie ein gesetzlicher Austand und ein Vaterland erkämpftwerde» kann; die Bewohner der Moldau und Walachei hofften von Rußland S chutzgegen die Erpressungen der Türken; auch stand das russische Cabinet mit der Pforte,wegen mehrer Verletzungen der Verträge von Kainardscbi, Hassy und Bucharest seit1816 in fruchtlosen Unterhandlungen, die jeden Augenblick einenBruch herbeiführenkonnten; endlich gab es in Asien unruhige Paschen und Grenzstreitigkeiten mitPer-sien, wo der älteste Sohn des Schachs, Mohammed AliMmza, türkische Provinzenin Anspruch nahm. So erblickte man das Reich des Halbmondes anfallen Seitenvon Feinden umringt. Dazu kam, daß die Pforte neue Bei'g in Griechenland ein-setzte, die den alten Druck erneuerten und vervielfachten. Schon entzog die Pforteden Häuptlingen, welche ihr gegen Ali Beistand geleistet hatten, als sie dieselbennicht mehr brauchte, ihre bisherigen Freiheiten. Schlimmeres noch stand nach Ali sUntergänge bevor. Darum bereitete sich ganz Griechenland zum Aufstande vor.Allein die Stunde der That und der Befreiung war noch nicht gekommen; Vielesmußte sich entwickeln, mehr noch vorbereitet werden; die Hellenenfreunde in Kon-stankinopcl hatten wenig Mittel, denn die großen griech. Familien des Fanar warendein Plane fremd. Da starb der Hospodar der Walachei, Alex. Suz;o, und diePforte ernannte an dessen Stelle (l.Febr. 1821) den Fürsten Karl Kallimachi.

III. Dies gab unerwartet in der Moldau und Walachei den ersten An laßzum Ausbruche des Aufstandes der Hellenen. Die Furcht vor neuen Erpressungen,wie sie bei jed," Thronbesteigung in jenen Fürstenlhümern eintreten, brachte in denGemüthern des Volks eine Bewegung hervor, welche den Hetairisten in Petersburg die Hoffnung gab, der rechte Augenblick, die Waffen zu ergreifen, sei gekommen, unddas russische Cabinet werde sie unterstützen. Ohne von diesem Plane Etwas zu wis-sen, im Gegentheil den Griechen persönlich abgeneigt, benutzte jene unruhige Volks-stimmung ein Walache von dunkler Herkunft, Theod. Wladimiresko, um mit 66Panduren von Bucharest aus, das er am 36. Han. verließ, das Land zu durchstrei-fen und die Bauern aufzuwiegeln, denen er Rußlands Schutz, die Befreiung von derLast ihrer Abgaben und die Herstellung ihrer alten Rechte versprach. Da auch dieAnlauten, welchedieBojarenregierung gegen ihn brauchte, namentlich KaminarSa-wa mit 1660 Mann, auf seine Weite traten, so sah er sich bald an der Spitze einesHaufens von 6006 M. und war Herr der kleinen Walachei. Hetzt erhoben sich dieGriechen in der Moldau, unter dein Fürsten Alex. Ppsilantis, k. ruff. Gene-ralmajor (s. d.). Dieser Aufstand hing mit der Hetairia zusammen und war vor-bereitet durch sehr einffußreiche und vermögende Männer. Vielleicht wollte mandadurch, was in dem eigentlichen Griechenland und selbst in Konstantinopel gesche-hen sollte, unterstützen, oder den wahrscheinlichen Bruch zwischen der Pforte undRußland beschleunigen; denn das Nationalinteresse der in Rußland angesiedeltenHellenen schien einen Stützpunkt zu haben in der russisch-griech. Kirche und in demalte» sogenannten griech. Projecte Katharinas II. Ein Aufrufvoin 7. März 1821>23. Febr . a. St.), den Alex. Ppsilantis, unter den Aligen des Hcspodars Mich.Suzzo, in Hassy anschlagen ließ, verkündigte: Alle Griechen haben heute das tür-kische Hoch abgeworfen; ich trete mit meinen Landsleuten an eure Spitze; der FürstMich. Suzzo will euer Glück; befürchtet nichts von den Türken, denn eine großeMacht ist gerüstet, um ihren Übermutk zu züchtigen. Mit Ppsilantis waren mehreDfsiciere und Hetairisten aus Bcssarabien und Hassy gekommen. Allgemein wardie Begeisterung der Griechen; doch that PpsilantiS jeder Ausschweifung Einhalt.Nur in Galacz hatte am Tage vorher ein Türke einen Auflauf veranlaßt, in wel-chem einige hundert Türken niedergehauen und türkische mit Knegggeräth beladeneSchiffe weggenommen wurden; darauf ermordete der moldauische Pöbel in Hassy