Griechen (Aufstand in Griechenland 1821) 815
Mamotten herab, nm Ppsilantis'S Aufruf zu erwidern, und ganz Griechenland durchzuckte mit elektrischer Gewalr der Freiheit Blitzstrahl.
IV. bester Kampf der Griechen in Morea , Livadien, Olkarnanien,Atollen, EpwuS, auf den Inseln des'.Archipelagus und auf Kandia 1821, bis zurErrichtung einer Zwischeiwerftissnng ain 13. Jan. 1822. Der ?lnfstand nahm f.Anfang ain 23. März 1821 zu Kalavrita , eurer kleinen Stadt in Aebaia, wo 80Türken gefangen genommen wurden. An demselben Tage überstel die türkischeBesatzung von Pairas die friedlichen Bewohner dieser Stadt. Aber schnell kau»Hülse herbei. Es erhoben sich die Häuptlinge im alten Lakonien: Ko'okotroni,ehemals Major in russischen Diensten, und Pet. Mauro Michali, an der Spitze ih-rer bewaffneten Scharen. Dann pflanzte der ErzbischofGermanoS das Zeichendes Kreuzes auf und versammelte unter diesem Banner der Unabhängigkeit dieBam rn von Aebaia. Zum Tbeil nur mit Messern (DschagatonS) bewaffnet, er-oberten sie sich Waffen. In PatraS und den übrigen Plätzen wichen die Türken inihre Festungen zurück. Schon am k. '.April trat ein messemscher Senat in Kala-rnata zusammen, und der Oberanführer Pet. Mauro Michali (Bei von Maina)erliest eine Kundmachung, daß der Peloponnes das Joch der Osmanen abwerfe, umden Glauben zu retten und das alte Vaterland wiederkerzustellen. „Von Europa verlange man nichts als Waffen, Geld ». Rath." Seitdem fand die griech. Sachein Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich , später auch in England, vielfache,doch oft nur planlose und vergebliche Unterstützung. (S. Griechen-Hülfsver-eine.) Einbildungskraft und Gefühl führten eine Menge junger Männer aufden Schauplatz gräuelvoller Verwirrung. Denn als der wilde InssnfSelim Pa-scha vonLepanro, durch den Geschäftsträger einer auswärtigen Macht von deinVorfalle in PatraS unterrichtet, herbeieilte, um die Citadelle zu entsetzen, wardPakras, einer der blühendsten Handelsplätze, in einenSchutihanfen verwandelt, unddie Ermordung der Einw. (15. April) gab das Zeichen zum Kampfe der Verzweif-lung und Rache auf Tod und Leben. Seitdem galt keine Ordnung mehr und keinVölkerrecht. Bald daraus bemächtigte sich der Mönch Gregoras an der Spitze ei-nes begeisterte» Haufens der Stadt Korinih. Sofort ergriff der allgemeine BrandAttika, Böorien, Phocis, Ätolie» und Akarnanien . Die alten Namen lebten wie-der auf. Gleichzeitig erklärten sich die Inseln für frei. In den ersten Tagen des'.Aprils errichteten die reichen Kaufleute und Schiffseigenrhümer, das kleine, kühneVolk von Seeleuten auf Hvdra, Spezzia und Ipsara (s. Hvdrioten),längst durch Bambas A und andre begeisterte Männer für den Plan gewonnen, eineunabhängige Regierung in Hpdra. Sie rüsteten ihre Handelsschiffe zum Kriegeaus, und bal> flaggte auf 180 Brickö, jede mir 10 bis 12 neiinpfündigen Kanonen,der blaue und i vt re Wimpel der Hetairia.") Frauen traten an die Stelle ihrergefallenen Manne!; unter ihnen die -10 Jahr alte Heldin von Spezzia, LaskarinaBablina. Die Hvdrioten kreuzten in den türkischen Gewässern und sperrten dieHäfen. Die Inseln Tine und Samosfolgten demBeilpiel; aber ohne Maß undHaltung. Der Pöbel ermordete die Türken und veranlaßte dadurch ärgere Grau-samkeiten gegen die Griechen zu Smvrna, in Kleinasien und auf den noch treu ge-l liebenen Inseln. Am höchsten ward die Erbitterung gesteigert durch die fanati-sch e Verfolgung, welche feit dem Ende des März in Konstantinopel und a. a. L). ge-gen die Griechen ausgebrochen war. Aus bloßen Verdacht, oft nur um ihres Reich-
*) Reophvtos BambaS, Lehrer der Physik und Mathematik an der Schule IzuChioS, gab ein Lehrbuch der philosophischen Moral (Venedig 1818) heraus, das znden schätzbarsten Schriften i» der neugriech. Literatur gehört. Jetzt ist er Professor ander dnrä' Lord Knilsord ,;» Stande gebrachten ionischen Universität auf Äoesn.
**) Nach Pougueville bestand die Handelsmarine der griechischen Inseln aus SISFahrzeuge», mit i7,Sio Seeleuim und 5878 Kanonen.