Band 
Vierter Band. F bis G.
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846
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816 Griechen (Auffand in Griechenland 1821)

thums sich zu bemächtigen. ließ die Pforte die angesehensten griech. Kaufleute undBanquiers hinrichte». Die Wuth der Muselmänner raffte am heftigsten gegen dieGeistlichen und die Kirchen. In Konstaminopel ward (22. April) der PatriarchGregorius (s. d.) mit s. Bischöfen schmählich hingerichtet; in Adriaiwpel derverdienstvolle Patriarch CyrilluS (3. Mai), der sich in die Einsamkeit zurückgezogenhatte, hierauf der dortige ErzdjschofProifos u. A. m. Zugleich wurden mehrehundert griech. Kirchen entweiht und niedergerissen, ohne daß der Divan die Vor-stellungen der Gesandten der christlichen Mächte berücksichtigte. Zwar verlor derwilde Großvezier (l.Mai) f. Stelle und bald darauf das Leben; allein Mahmudund. s. Günstling Halet Effendi beharrten bei dem angenommenen DertilgungS-system. Noch weniger konnte der muthige E trog an off (s. d.) mit s. Federungendurchdringen, als der Großherr, um st Günstling zu retten, der den Ianitscharenverhaßt war, weil er neue Einrichtungen iin Kriegswesen beabsichtigte, 3 Mitglie-der dieser Truppen in den Diva» aufnahm. Vtelmehr ward der russische Handelauf dem schwarzen Meere durch die Sperrung des Bosporus gänzlich gehemmt, unddas Ultimatum des Gesandten nicht beantwortet. Baron Siroganoff brach daher(18. Juli) alle diplomatische Verbindung mit dem Reis Effendi ab und schiffte sich(31. Juli) nach -Odessa ein. Er hatte dem Divan erklärt, daß, wenn die Pforte ihrSystem nicht änderte, Rußland sich genöthigt sehen würde, „den Griechen Zuflucht,Schutz und Beistand zu bewilligen". Die darauf zu spät ertheilte schriftliche Er-widerung des Reis Effendi ward nach Petersburg geschickt; aber erst nach den wil-desten Ausschweifungen, die der Ianitscharenpöbel und die Horden aus Asien (z. B.am 27. Juni und am 2. Juli) in Konstantinopel verübt hatten, brachten es diefremden Gesandten, vorzüglich der britische, Lord Strangford , dahin, daß derGroß-hcrr die Bewaffnung der Muselmänner aufhob und durch Strenge die -Ordnungwiederherstellte. Die Pforte versprach sogar Aiiinestic, wenn die Griechen sich un-terwürfen; allein wer leistete Bürgschaft? Noch immer sielen einzelne Hinrichtun-gen vor; der zum Hospodar der Walachei ernannte Fürst Kallimachi ward mit fei-ner Familie nach Kleinasien verwiesen, wo er bei der Nachricht von der Hinrichtungs. Bruders vor Schrecken starb. Es gab keine alte Familie der Fanarioten mehrin Konstantinopel . Durch alles Dies aber wurde das Gefühl der Rache, des Fana-tismus und der Verzweiflung bei den Griechen zu rief aufgeregt, als daß sie demWorte des Großherrn gekraut hätten. Noch lebten die Söhne u. Enkel der 300,000Peloponnesier, welche, ungeachtet der von Katharina >1. ihnen ausbedungenen Am-nestie, als die Opfer türkischer Rachsucht gefallen waren. Außerdem bestärkte siein ihrem Widerstände der Ausbruch des Kriegeö zwischen Persicn und der Pforte,sowie die Hoffnung, daß Rußland endlich doch noch zu dem Schutze der Griechen,den es in den 3 letzten Friedensschlüssen mit der Pforte übernommen hatte, die Waf-fen ergreifen werde. — Unterdessen hatte der türkische Oberfeldherr in EpiruS,Kurschid Pascha, welcher den Rebellen Ali in Ianina eingeschlossen hielt, Truppengegen die Sulioten entsandt, sowie nach Morca und Thessalien. Allein die Atolierunter Rhangos und die Akarnanier unter den Drüdern Hyskos zwangen die Tür-ke». sich in Arta einzuschließen, und bemächtigten sich Salonas. In Thessaliensteifte sich OdysseuS an die Spitze einiger Armatolier, und der Archimandrit Anthy-mos Gazis rief die Bauern zu den Waffen. In Euböa (Negroponte) erhob sichdas gesummte Landvolk und schloß dir Türken in den befestigten Städten ein. Dieseund andre Vortheile entschieden jedoch Nichts, weil der Kampf ohne Plan, ohne Rei-terei und Geschütz, nur bandenweise geführt wurde. Der Pascha von Salonichibefreite den in Larissa eingescblossenen Pascha. Omer Drione, Kurschid'S Lieu-tenant, drang inLivadien ein; AthenöBewohner flüchteten aufdieInseln; die Akro-polis erhielt türkische Besatzung. Als hierauf die Hellenen aufs Neue sich derStadt Athen bemächtigten und die Akropolis durch Hunger zu nehmen hofften, ent-