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Griechen (Aufstand in Griechenland 1821)
sehte Omer Vrione diese Burg (30. Juli 1821), und die Einw. von Athen flüch-teten sich wieder nach Salami?. Aus dem achäischen Meere aber vereitelten grie-chische und andre Seeräuber die Entwürfe der Navarckien (Admiralität) in Hydra ,und die europäischen Mächte mußten Kriegsschiffe abschicken, um ihren Handel zubeschützen. Bei der allgemeinen Verwirrung zeigten jedoch die meiste Ordnung inder Verwaltung und größere Planmäßigkeit in der Leitung des Kampfes die gebilde-ten und wohlhabenden Bewohner der griech. Inseln. Ihre Matrosen waren küh-ner und geübter als die türkischen, und ihre leichten Schiffe schnelle Regler. Alsdaher das erste türkische Geschwader (19. Mai) aus den Dardanellen lief, verfolgtensie dasselbe, jedes Treffen vermeidend, mit ihren Brandern und griffen (8. Juni) einbei Tenedos auf Untiefen gerathenes Linienschiff so geschickt an, daß es der Capitainselbst inBrand stecken mußte (nach Vomier geschah dies durch griechischeBrander),worauf das übrige Geschwader in die Dardanellen zurücksegelte. Nunmehr lande-ten die Jpsarioren (15. Juni) an der Küste von Kleinasien und eroberten das alteCy dcnia, die durch Handel blühende und von eignen Obrigkeiten friedlich verwaltetegriech. Stadt Aywali; allein die Türken verbrannten bei ihrem Abzüge die Stadt,und 35,000 Einw. wanderten aus oder kamen um. Diese zwecklose Unternehmungreizte die Muselmänner in Kleinasien und Konstantinopel zu neuer Wuth gegen dieSchuldlosen. AufKandia wurden die Griechen, welche bisher jede Theilnahme andem Aufstand vermieden halten, entwaffnet, und ihr Erzbischof nebst mehren Prä-laten hingerichtet. Nur die Bauern im Gebirge und die tapfern Sphakioten —>die Bewohner der kleinen Insel Sphakia, Kandias Sulioten genannt— liefertendie Waffe» nicht aus, scharten sich zusammen und trieben die Türken in die Städtezurück. Seitdem dauerte der Kampf fort, und die Türken, obgleich von Ägypten aus durch mehre tausend Mann unterstützt, konnten nicht wieder Meister des Ge-birgslandeS werden. Doch behaupteten sie sich in den Städten. Auf Cypern, woebenfalls keine Spur des Aufruhrs sich zeigte, wurden die Griechen im Nov. 1821entwaffnet und hierauf in der Stadt Larnica, nebst ihrem Erzbischof und andernPrälaten, fast sämmtlich ermordet. Die Landleute rotteten sich endlich ihresSchutzes wegen zusammen, deßhalb wurden im Aug. 1822 zwei und sechzig Dör-fer in die Asche gelegt. Seitdem herrschte aufCypern die Ruhe desKirchhofS. Ähn-liche Gräuel verübten die türkische» Truppen zu Scala nüova, auf Rhodus lindzu Pergamus, nachdem die Hellenen letztem Ort zwecklos überfallen hatten. Auchin Smyrna fielen neue Mordthaten vor, und erst im Nov. 1821 gelang es deneuropäischen Consuln, den Pascha zu bewegen, daß er den Ausschweifungen derTürken durch strenge Maßregeln Einhalt that. Von der Zeit an ist die öffentlicheSicherheit daselbst nur selten gestört worden.') Dagegen wüthete man in den eu-ropäischen Provinzen des Reichs fortwährend gegen die Christen, indem derSulianden Hatti-Scheriff vom 20. Vcpt. 1821, der allen Muselmännern aufs Neue ge-bot, sich gegen die Giaurs zu bewaffnen, bloß in Konstantinopel nicht hakte bekanntmachen lassen. Dafür rächte sich hier der Pöbel dui ch Feueranlcgen, besondersdann, wenn unglückliche Nachrichten s. Wuih gegen die Griechen aufreizten. —Die große türkische Flotte unter dem Kapudan Pascha, Kara Ali , hatte zwar i» die-sem Feldzuge, durch ägyptische, tunesische und algieiische Kriegsschiffe ve, stärkt, diegriech. Flottillen überall verjagt, hierauf ungehindert die türkischen Festen in Moreamit Truppen, Geschütz und Lebensmiireln versehen, dann im Golf von Lepanko(2. Oct. 1821) das Städtchen Galaxidi verbrannt und einige griech. Fischerbarkenaus dem Hafen daselbst mit sich fortgeführt, allein in der Hauptsache nichts aus-
*) Hier und a. a. O. retteten die BeseblShaber der sranz., östr. und engl. Kriegs-schiffe, sowie die curop. Coniuln, unter welchen vorzüglich der sranz. GeveralconsulDavid genannt werden muß, viele» Unglücklichen das rede», die außerdem das Opferdes Fanatismus, sowol der Türken als der Griechen geworden wären.