Band 
Vierter Band. F bis G.
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Griechen - Hülfsvcreinx

Griechen-Hülfs vereine (Philhellcnen-Vereine). 2llS 1821 dieGriechen wider die Pforte aufstanden, überzeugte sich bald selbst der ununterrichteteTheil der Volker Europas, daß hier nicht von einem Aufruhr gegen eine rechtmäßigeRegierung die Rede sei, sondern von Abwerfung eines unerträglichen Joches, dasdie Griechen nie durch euren Vertrag anerkannt hakten. Sogar entschiedene Anhän-ger der unumschränkten Herrschergewalt, wie derfranz. „II,.l,Miio", erklärtensich laut für die Griechen. Es galt ja hier die Rettung eines Volks! Es galt dieRettung unterdrückter Milchristen ! Dem Pros. Krug in Leipzig bleibt das Ver-dienst des ei sten „Aufrufs an die deutschen Mitbürger zur Bildung von deutschen Hulfsvereiuen für Griechenland " (am 1. Aug. 1821). Zwei Tage nach dessenBekanntmachung in Stuttgart hatten sich dorr bereits über hundert Männer zuBildung eines Vereins unterzeichnet; sie wählten am 14. Aug. einen Ausschuß,und den Prokurator ll, Schott (rühmlich bekannt alsMitglied der würremb. Stän-deversammlung) als Vorstand. Hierauf trat Pros Thiersch in München , den 18.Aug., mit dem Vorschlag einer deutschen Legion für Griechenland auf. Allein dieRegierungen mißbilligten das Unternehmen; viele untersagten selbst die Bildungvon Hukfsvereinen. Der Verem in Stuttgart blieb daher lungere Zeit der einzigein Deutschland; dies und sei» großer Eifer für Griechenland war Ursache, daß erals Hauplvcrejn galt, und daß ihm der größte Theil Deutschlands die für Griechen-land bestimmten Gelder zur Verwendung anvertraute. Inzwischen war seine Wirk-samkeit äußerer Umstände wegen anfangs klein, seine Mühe aber verhältnißmäß gsehr groß. Es mußten Verbindungen mit den Seehäfen angeknüpft, die dringend-sten Bedürfnisse der Griechen erst erkundet werden. Der Briefwechsel war erschwert.M, kre Mitglieder des Ausschusses mußten neugriechisch lernen. Die nähern ital .Seehäfen waren für die Zwecke des Vereins gesperrt; nian mußte Marseille undLivorno (selbst Rotterdam) wählen. Von Werbung für Griechenland war inStuttgart nie die Rede gewesen; es meldeten sich unaufgefodert Hunderte von jun-gen Männern als Streiter für Griechenland und baten um Rath, Empfehlung,die meisten auch um Unterstützung. Der Verein unterstützte nach Kräften vorzüg-lich gewesene MilitairS, Ärzte und Wundärzte; viele wurden abgewiesen, unglück-liche Griechen aber, welche in ihr Vaterland zurückkehren wollten, vorzüglich bedacht.Baares Geld ging aus allen Theilen Deutschlands, selbst aus Frankreich an dieVereinscasse ein. Hülfreich unterstützten einzelne Freunde der griech. Sache in sol-chen Drien, wo noch keine Vereine sich gebildet hatten, die durchreisenden Philhelle-nen. In Marseille übernahm für diesen Zweck das Handelshaus Sieveking Tan-don u. Eomp. die oft undankbarsten Geschäfte ohne Entschädigung. Den 24. Dct.1821 ging die 1. Expedition unt dem Schiffe St.-Lucia , Cap. Denkst, ab, undschiffte den 8. Nov. in Kalamata auf Morea 31 Philhellenen, unter Anführung desgewesenen würlemb. Hauptm. v. Liesching, bewaffnet und gerüstet aus. Eine 2.von 35 M. ging den 11. Jan. 1822 von Marseille dahin ab. Mit dem 3. Schiffeging General Graf N ermann (s. d.) als Führer von 49 Mann ab; diese Expe-

üepenüance 1821 et 1872", mit topogr. Platten (Paris 1825, 2 Thle.) heraus.Tann erschien vom Obersten Leicester Stanhvve: „Oreece, sturing l.oi-st IHron sreristence in that ooulUi r in 1825 anst 1821" (Paris 1825, 2 THIe.1. — Pou-guenlle's ,,Uist. ste la regstnerslion ste Is Orece etc." (Gesch. von 1710 — 1821)IN. Klarte u. Portr. (Paris 1821, 2. A., 1820 , 4 Thle.) ist mir Dillemain'S „I.ss-car.s' (Paris 1826 ) zu verbinden. Die Kerechtigkeir der griech. Sache, und warumman diese nicht mir Empörung gegen die legitime Autorität verwechseln dürfe, zeigtaus dem religiös-polit. Msichlspuulte eine dem .Herrn v. Sturdza beigelegte Schrift:„l,r Oröov en 1821 «t 1822. tlorrerponstance politigue, puhliste par un Orec"(Paris 1825, übers m. Aum. vom Pros. Krug). Aler. Suso's ,,ll>»t. So l» rst»»-Iuti»> grecgue" (Paris 1820 ) gebt bis zum Frühjahre 1827. Vollständiger sind:Zerrdam's „lVIstm. bisloriijues et milltaire» sur les erstnemens sto la Orcceäepris 1821 jusgu->u combat ck? läavsrin" (Paris 1828 , 2 Bde.).