Band 
Vierter Band. F bis G.
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861
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Griechisches Feuer Griechische Kirche 861

lieuk. Maxime Raybaud geführt wurde. Dieser nahm alles Nöthige mit, um inGriechenland eine Stückgießerei und ein Zeughaus Zu errichten. Missolunghi'SVertheidigung erregte hier, wie in ganz Deutschland , die hülfreichsicBegeisterung.Die ansehnlichsten Beitrüge gaben der Herzog von Orleans und Herr Eynard(s. d.). Letzterer ist zugleich der thätigste Vermittler zwischen mehren Vereinen undden griechischen Behörden, In Deutschland bildete sich der dritte öffentliche Vereinfür unglückliche Kriechen zu Dresden 1826. Denn in Aller Herzen ertönte der Rufder Dichter: Tiedge, Wilh. Müller, Amalie von Helwig . Darauf entstanden inLeipzig, Berlin, München u. a. a. O. ähnliche Vereine. In Baiern hantelte derKönig „als Mensch und als Christ" für die Unterstützung der Kriechen, und erlaubtes. tapfern Kriegern (dem Obersten v. Heidegger als Führer), nach Kriechenland zuziehen. In England erhob zuerst der Prediger Hughes seine Stimme für die Helle-nen ; dann Lord Erskine (s. d.) in seinem Sendschreiben an Lord Liverpool . Can-niug war stets ein Freund der Kriechen. 1824 bildete sich in London ei» Hülfsver-ein; es kamen Anleiten zu Stande; Dampfschiffe wurden hier wie in Amerika ge-baut; allein Ranke, Mißtrauen, nachkheilige Berichte über die Lage derKriechen stör-ten und hinderten viele Maßregeln. Doch ließen sich hochherzige Männer wie LordBvron (s.d.) dadurch nicht irre». Insbesondere war der Oberste Stanho pe (f.d.) st kr thätig, bis ihn Englands strenge Neutralität zurückrief. Unter den tapferstenhilhellenen muß der Vertheidiger der AkropoliS , der stanz. Oberst Favier, vorAlle» genannt werden. Seit dem April 1827 griffen auch Lord Cochrane (s. d.)an der Spitze der griech. Seemacht, und Ken. Church, an der Spitze der griech.Landmacht, in die Sache der Hellenen kräftig ein. Andre Philhellenen, Deutsche undSchweizer vorzüglich, haben für dieselbe bereits ihrLeben eingesetzt. Möchte dieserEdelmuih dieKriechen selbst zum Einmuth auffodern! Ihren Dank hat wenigstensschon im Juni 1828 der damal. hellenische Staatskanzler Maurokordatos(s. d.) den teutschen und schweizerischen Vereinen öffentlich bezeugt. Drei Mitglie-der des Züricher Vereins, Ioh. Kasp. Orelli, Bremi und Hirzel , erhielten dashellenische Bürgerrecht. Der dei ner Hülfsverein löste sich im Juni 1829 auf. (M.vgl. die gedruckten Berichte der verschiedenen Vereine.)

Kricchisches Feuer, wahrscheinlich ein Kemisch von Schwefel, Harz und Salpeter, vielleicht auch Naphtha, welches der Grieche Kallimkus angegebenhaben soll, als Konstantinopcl 668 durch die Araber belagert wurde. Via» tauchtemit Flachs umwundene Pfeile in dies Gemisch oder trieb es in Ballen gegen denFeind, dessen Werke und Schiffe, um sie in Brand zu stecken. Die Wirkung die-ses Brandsatzes war außerordentlich und scheint der unseres Schießpulvers (vgl.d.) allerdings sehr ähnlich gewesen zu sein; allein bestimmte Nachrichten darüber feh-len. Was gleichzeitigeSchriftsteller in dieser Hinsicht anführen und sich aus allen bisjetzt angestellten Forschungen ergibt, macht es wahrscheinlich, daß Kallinikus dieIdeen zu s. Angabe bei den Arabern entlehnt habe, und diese damals schon Kennt-niß von der Anwendung einer Mischung hatten, die unserm sogen.Brandzcuge glich.

Griechische Kirche, derjenige Theil der Christenheit, welcher in seinenGlaubenslehren, Gebräuchen und kirchlichen Einrichtungen der im ehemal. griech.Kaiserrhume gegründeten und vom 5. Jahrh, an unter den Patriarchen von Kon-stantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem eigenthümlich ausgebildetenAnsicht und Ausübung des Christenthums folgt. Die im 3. und 4. Jahrh, durchallgemeine Kirchcnve, sammlungen und fleißigen Verkehr der Gemeinden mit einan-der erst mühsam zur Übereinstimmung gebrachte Christenheit trug gleichwol, wegenihrer den ganzen Orient und Occident des römischen Reichs umfassenden Ausdeh-nung und der Verschiedenheit der ihr zugehörigen Völker an Sprache, Denkart undSitten, schon den Keim einer künftigen Scheidung in sich. Die Gründung desneuen Roms in Konstantinopel , die politische Trennung des römischen Kaiserlhum»