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Griechische Literatur (2. Periode)
als hochgeehrte Person, vornehmlich auch darum, weil die Erinnerung der Heldenin s. Gesang« lebte, und Poesie die Ausbewahrrri» aller Kenntniß von der Voizeitwar, so lange man noch keine Sagenschreibung hatte. Das Epos kann seiner Na;tur »ach nicht anders als historisch (im weiiern Sinne) sein. Unter solchen Umstän-den ist es nicht zu verwundern, wenn sich förmliche Sängerschulen bildeten, dennan der Phantasie des ersten Dichter« entzundere sich die Phantasie andrer, und manglaubte vielleicht Poesie lernen zu können, wie man andreKunste lernte: ein Glaube,zu welchem unstreitig die Priesterschulen nicht wenig beitrugen, nach denen die Sau-gerschule» sich wol bilden mochte». Länger gab es aber in eigentlichster Bedeutung,denn die Sage wurde gesungen, und der erzählendeDichter begleitete selbst s.Gesangmit einem Saiteninstrumente. Bei keiner wichtigen Angelegenheit fehlten die Sän-ger, die man unter besonderem Einfluß der Götter, vornehmlich der gesangliebendenMusen, dachte, die das Jetzige, Vergangene und Zukünftige kennen. So stand derSänger mit dem Seher auf dem Gipfel der Menschheit. Aus mehren aber, welchejenes Zeitalter unstreitig hatte, ragt wie ein Riese der einzige Homer hervor, vondem wir »och 2 große epische Gedichte, „Jlias" und „Odyssee", ein komisch-epischesGedicht, die „Bakrachomycmachie" (Frosch-und Mausekrieg), mehre Hymnen undEpigramme besitzen. Nach s. Namen nennt man eine ionische Sängerschule dieHomeridcn, welche wahrscheinlich, anfangs zu Chios , eine besondere Rhapsoden-fomilie bildete», bei denen sich die alte Homerische und epische Weise, Geist undKlang der Homerischen Poesie erhielt. Vieles, was man dem Homer zuschreibt,dürfte wol ihnen angehören, und eine ähnliche Bewandtnis, mag es mit dem, demHomer auch zugeschriebenen epischen Cyklus haben, welcher uns auf die Cy! liker hin-weist, deren Gedichte jedoch bedeutend von dem ionischen Epos abzuweichen ansin-gen, indem in ihnen mehr und mehr das historische Element statt des poetischen über-wog. Alan versteht hier unter Cyklus den Lagen- und Fabelkreis nicht blos der tro-janischen Begebenheiten; die cyklische Poesie schlang sich um den ganzen Mythen-siamm, und man kann unterscheiden: 1) einen kosmogonischen, 2) genealogischen,und 3) Heroen-Cyklus, in welchem sich 2 Perioden unterscheiden lassen, .-> der He-roen vor, und b) nach dem Ai'gonankenzugc. In die erste Classe gehören die Ti-tanen- und Gigantenschlachten, in die andre die Theo- und Heroogonien. In diedritte Classe gehören zur ersten Periode die Europia, mehre Herakleia und Diony-siaka, mehre Thebaiken, Argonautika, Theseiden, Danaiden, Amazonika -c. Ausder zweiten Periode wählte diese Poesie sich vornehmlich den trojanischen Krieg selbstaus. Diesen schlössen sich die Nostoi an, welche die Rückkehr der Helden von Trojabehandelten. Die frühesten dieser cyklischen Dichter traten um die Zeit der ersten-Olympiade» auf. An eine Bezeichnung der Bildungsstufen ihrer Poesie ist darumnicht zu denken, weil wir uns überhaupt nur mit sehr allgemeinen Nachrichten übersie begnügen müssen. Was wir aber von ihnen wissen, berechtigt uns zu demSchlüsse, daß wol zwischen diesen historischen Dichtern und den ionischen Sänger-schulen Etwas möge mitten mne gelegen haben, welches gleichsam den Übergang be-zeichnet. Auch finden wir die« in der That in der, sich wahrscheinlich gegen 89üvor Chr. im europäische» Griechenland bildenden, böotisch askräischen Sängerschule.Sie hat ihren Namen von Askra in Böotieii, dem Aufenthaltsorte des Hesiodos,der an der Lpitze derselben stand,,und durch den vielleicht die Poesie aus Kleinasien ,denn er stammte aus Kumä in Aolien , wieder in das griech. Mutterland einwan-derte. Auch s. Werke wurden anfangs durch Rhapsoden fortgestanzt, späterhin erstkünstlich zusammengesetzt und zum Theil mit fremden Stücken vermehrt, weßhalbdenn auch die Echtheit in ihrer jetzigen Gestalt so zweifelhaft ist, als bei Homer . (L.Heesiodus.) Von 16 Werken, die ihm zugeschrieben werten, sind auf uns ge,kommen „Die Theogonie ", ,,De. Schild des Herakles" (Bruchstück aus einem grö-ßer» Gedicht) und „Werke und Tage ", ein didaktisches Gedicht über die Landwirlh-