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Griechische Literatur (4. Periode)
choros aus Hnnera; Ibykos aus Rheginm; Anakreon und Simomdes aus Keos ;Hipponaxaus EphesuS; Timokreon aus Rhodos; Lasos aus Hermione; Korinna aus Tanagra, die Freundin und Lehrerin Pindar's . erhalten. Als Gnomikerwer-den genannt: Solon, Theognis, Phocylideg, Pythagoras; als Fabeldichter Äsop .Mehre gehörten der Zeitrechnung nach in die folgende Periode, des Zusammenhan-ges wegen stehen sie am füglichsten hier. Betrachtet nian die Philosophie diesesZeitalters, so findet man sie vorzüglich auf das Praktische gerichtet, weil von diesemAlles ausgeht und auf dieses Alles hinweist. Es mußte demnach früher eine Philo-sophie des Lebens als des Wissens geben; Philosophie mußte eher eine Weisheits-lehre als Wissenslehre sein. In diesem Sinne muß man die sogenannten siebenWeisen Griechenlands (Periandcr, statt dessen Andre Epimcnides von Kreta oderMyon nennen, Pittakos, Thales, Solon, BiaS, Chilon und Kleobulos) betrach-ten, von denen sechs ihre Namen nicht durch Grübelei, sondern durch reifere Erfah-rung, durch ihre daraus entsprungene Lebensweisheit, ihre Weltklugheit und Be-rathung , ihre praktische Geschicklichkeit und Fertigkeit in Geschäften des Staats,Gewerben und Künsten verdienen. Ihre Sprüche sind Lebensregeln durch Handelnerzeugt, oft nur Ausdruck des gegenwärtigen Gefühls. Weil aber Wissen doch d>«Grundlage der Weisheit ist, so mußte man bei weiterm Forschen auch auf das Wis-sen kommen, und so ging denn auch die theoretischePhilosophie wenigstens nicht ganzleer aus. Thales wurde der Stifter der ionischen Philosopie. Hier stehen wirnun aber an dem bedeutendsten Grenzpunkte der literarischen BildungsgeschichteGriechenlands , wo die Poesie aufhört, der Inbegriff alles Wissenswürdigen, dieeinzige Lehrerin und Erzieberin zu sein. Bisher hatte sie zugleich auch das Amt derGeschichte, der Philosophie und Religion verwaltet; was man aufdie Nachwelt zubringen, was man von Lebensweisheit und Kenntnissen mitzutheilen, war man vonReligion einzuflößen hatte, geschah in ihrer gemessenen Rede, die sich eben darum,weil sie gemessen war, dem Gedächtniß tiefer und fester einprägte. Dies sollte fortananders werden. Das Leben des Staatsbürgers mußte auch auf die Sprache einenbedeutenden Einfluß haben. Öffentliche Verhandlungen, an denen er Theil nahm,nöthigten ihn, die Sprache des gemeinen Lebens für den öffentlichen Vertrag ge-schickter zu machen. Dies und die nun in Griechenland bekannter werdendeBuchstabenschrift, nebst dem eingeführten Gebrauch des ägyptischen Papyrus, be-reiteten die Bildung der Prosa vor. Alles dies hatte aber wesentlichen Einflußauf den Zustand der Wissenschaften; aus der epischen Poesie ging nun allmälig dieGeschichte, aus der poetischen Lebensweisheit die forschende Philosophie hervor.Die bisherige Einheit der Ansicht geht dadurch verloren; wir müssen nothwendigden Blick nach verschiedenen Seiten kehren, und in unserer Darstellung von nun anden einzelnen Wissenschaften folgen. Es versteht sich übrigens fast von selbst, daßdiese Trennung des ErkennenS und Wissens mehre andre nach sich ziehen mußte,denn Verstand und Vernunft, welche jetzt in Thätigkeit gesetzt wurden, entdecktenimmer mehr der Untersuchung Bedürftiges, und so traten jeder dieser Hauptwissen-schasten mehre Neben - und Hülfowissenschaften zur Seite, wodurch der Baum desErkenntnisses in immer mehre Zweige ausschlug. Alles reizte die Forschbegier, undüberall ward ein wissenschaftliches Streben rege. Deßhalb könnte man die viertenun folgende Periode die der Wissenschaftlichkeit nennen. Sie erstreckt sich bis ansEnde aller gricch. Literatur, theilt sich aber, nach Maßgabe des verschiedenen Gei-stes, der sich darin offenbart, und des VorwaltenS dieser und jener Wissenschaft, inmehre Epochen. Wir rechnen die erste von Solon bis Alexander 5!>-l — 33K v.Chr. In der Philosophie zeigt sich hier zuerst ein physisch-speculativer Geist, dennsie ging wol zunächst von Religion aus, alle Religion aber beruht aus Vorstellungenvon der Gottheit, welche in jener Zeit von der Natur nicht unterschieden wurde.Da nun die Religionsbcgriffe nichts enthielten als Dichtungen von der Entstehung