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Griechische Literatur (4. Periode)
der vornehmsten Naturerscheinungen, d. l. der Gottheiten, so würde »okbwendig dieälteste Philosophie Naturphilosophie, in welcher der menschliche Geist die bisher beob-achteten Sinnenerscheinungen weiter zu zergliedern, befriedigender zu erklären undals ein Ganges zu umfassen strebte. Natürlich ist es, daß sich, aus Mangel an hinrei-chenden Beobachtungen und Versuchen in der Naturerkenntniß, in das Geschäft desVerstandes und der Vernunft öfters die dichtende Einbildungskraft mischte, wodurchdenn diese philosophisch physische» Untersuchungen mit poetischen Bildern durchwehterschienen.^So zeigte sich die ionische Philosophie, deren Anführer Thales, die irakische,deren Stifter PythagoraS , und die älteste und spätere eleatische Philosophie. Zu derionischen Schule, die nach einem materiellen Ursprünge der Welt forschte, gehörtenPherecydes, Anarimander, AnarimeneS, Anapagoras, Diogenes aus Apollonia,AnayarchoS und ArckelaosvonMilet; die vornehmsten Schüler der pythagoräischenPhilosophie, welche die Einrichtung der Welt auf Zahl und Maß zurückführte, warenAlkmäon, Timäos von Lokris, OcelluS Lukanus, Epicharmos, Theageg, Archytas ,Pknlo'aos und Eudoyos. Zu der ältesten eleakilchen schule, welche den Gedanken desreinen Leins festhielt, gehören Renophanes, Parmenides ; zu der spätern Zeno, Vie-listos und Diagoras. An diese schließt sich die atomistische Lchule des Leukipp undDemokrit und der Dualist Empedokles ; dagegen Heraklii ganz eigenthümlich dastehtmit s. Ansicht vom ewigenjFlusse der Dinge. Ungefähr bis um die 90. Olympiade wa-ren die Philosophen und ihre Schulen durch alle griech.Städte zerstreut gewesen; umdiese Zeit wurde Athen ihr Hauptsitz, und dies trug nicht wenig dazu bei, der Philoso-phie einen ander» Geist einzuhauchen, indem hier die Lvphisten die Lehrer derselbenwurden. Georgias aus Leontium in Sicilien, welcher sich an die Eleaten anschloß,Protagoras aus Abdera, Hippias aus Elis, Prodikos aus Keos, Trasimachos undTisias sind die berühmtesten, deren Namen aufuns gekommen sind. Ihr Name be-zeichnet sie schon als Männer der Wissenschaft, und wirklich waren sie die Encyklopä-disten ihrer Zeit, welche dieGedanken und Empfindungen der vorigen Zeitalter gesam-melt und mit den ihrigen bereichert hatten. Besondere Verdienste hatten sie um Rhe-torik und Politik, diese zwei in demokratischen Verfassungen so ungemein wichtigenWissenschaften; allein hiermit nicht zufrieden, trugen sie auch Naturwissenschaft,Mathematik, Theorie der schönen Künste und Philosophie vor. In der letzter» nunscheint es ihnen eben nicht um Wahrheit, sondern nur um Glanz zu thun gewesen zusein, und zu diesem Zweck bildeten sich vornehmlich die Lophistik und Eristik aus, d. i.Beweis- und Ltreitkunst, welche man auch nachher Dialektik genannt hat, wobeies ihnen darauf ankam, Alles was sie wollten zu beweisen. Hierzu ersannen sie Trug-schlüsse, welche nach ihnen noch jetzt Sophistereien heißen, und suchten den Gegnerdurch mancherlei Mittel zu verwirren. Daß dies der Philosophie selbst nur Nach-theil bringen konnte, springt in die Augen. Desto glücklicher aber war es, daß ebenin diesem Zeitalter Sokratep auftrat, nicht nur ein kräftiger Bekämpfen dieser So-phisten, sondern der Philosophie selbst eine neue Bah» anweisend. Man hat mitRecht von ihm gerühmt, er habe die Philosophie vom Himmel auf die Erde herab-gezogen, indem Er es war. welcher der Philosophie wieder eine praktische Richtunggab, die sich von der früher dagewesene» dadurch unterschied, daß nicht mehr bloßeErfahrungen aneinandergereiht wurden, sondern daß man die Natur und Verhält-nisse des Menschen, den Zweck und die beste Einrichtung seines Lebens im Zusam-menhange zu untersuchen anfing und das Nachdenken, stakt auf Physik und Meta-physik, hauptsächlich auf Psychologie und Moral lenkte. SokrateS hatte viele Schü-ler, von denen einige s. Ideen in seiner Manier schriftlich darstellten: Eebes, Aschi-nes, Renophonz andre mit mehr oder weniger Abweichung von seinen Ideen undseiner Manier Stifter eigner philosophischer Schulen wurden. Es gingen näm-lich aus der Sokratischen folgende vier Schulen hervor: 1) die cyrenäische, derenStifter Aristippos von Tyrene (s. d.) war; 2) die megarische, elische, ere-