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Grimm (FriedrichMelchior, Baron v )
er bei s. Rückkehr nach Europa ein Maschine erfunden habe, mittelst welcher er1751 von Calais nach Dover innerhalb einer Stunde in der Luft dahingeschwebtoder „geflogen" sein soll. Pingeron in s. Obers, des Werkes von Milizia und Fon-tenai im „l)ict. des srtistes" sprechen davon. Da sie jedoch nichts Näheres vonder ganzen Sache angeben, auch bei der spätern Erfindung des Luftballons (1784)in den darüber erschienenen Schriften jener frühern Versuche nicht gedacht wird,so muß man allerdings einigen Zweifel in die Wahrheit jener dem P. Grimaldizugeschriebenen Luftreisc setzen. 6) Konstantin G., geb. 1KK7 in Neapel , wo-selbst er 1750 starb, war NechtSgelehrter, zeichnete sich aber auch durch s. bedeuten,den Kenntnisse in der Geschichte, Medicin und Theologie aus. Am berühmtestenwurde er durch s. Streit mit den Benedictiner», die, als blindeAnhänger der Aristo-telischen Philosophie, damals „bette, e n>>vlnl;et>ebv" Herausgaben, in welchen siegewaltig über Cartesius loszogen und sich in Schimpfen und Schmähen gegen ihreGegner erschöpften. Grimaldi nahm sich des gelästerten Cartesius an und führtein einer bittern Gegenschrift die guten Patres.»> al,8»i >luni. Noch lebte 7) im18. Jahrh, ein Franz Anton G. (starb 1784) in Neapel , der sich durch guteGeschichtewerke über Neapel und dieses Landes Verfassung bekanntmachte.
Grimm (FriedrichMelchior, Baron v.), ein geistreicher Mann, der lange inParis lebte und mit den ausgezeichnetsten Personen des vorigen Jahrh, in Verbin-dung stand, geb. d. 26.Sept. 1723 von bürgerst. Ältern zu Regensburg , starb alskaiserst. russ. Staatsrath d. 19. Dec. 1807 zu Gotha . Obwol s. Ältern arm waren,gaben sie ihrem Sohne dennoch eine sorgfältige Erziehung, sodaß er mit dieser Aus-stattung sich einen Rang in der Gesellschaft zu erwerben wußte. Nachdem er s. Stu-dien beendigt und in Deutschland für s. Trauerspiel „Banise" Spott und Tadel inreichen» Maße eingeärntet hatte, begleitete er den Sohn des Grafen v. Schönberg,nachmal. kurjachs. Conferenzminister, nach Leipzig, dann nach Paris . Hier ward erVorleser des Herzogs v.Sachsen-Gotha, und befand sich in sehr beschränkter Lage,als er I. Z. Rousseau kennen lernte. Beide begegneten sich inderentschiedenstenNei-gung zur Musik. Rousseau führte ihn bei Diderot, dem Baron Holbach , der Frauv.Epinay u. a. durch Geist und Geburt ausgezeichneten Personen ein, und es gelangihm allenthalben, sich in Gunst zu setzen. Der GrafFriesen machte ihn zu s. Vecre-tair mit einem anständigen Gehalte. G. kam jetzt noch mehr in die vornehmsten Ge-sellschaften und suchte sich besonders den Frauen zu empfehlen. Er verschmähte sogardie Schminke nicht und zog sich dadurch den Spottnamen I'rran Iv blaue zu. Alsdie Ankunft der ital. Bouffons in Paris alle Kenner und Freunde der Musik in2 Parteien spaltete, erklärte sich G. für sie und stand an der Spitze des Ooi» ,le lareine-, so genannt, weil diese Partei sich im Parterre unter der Loge der Königin zuversammeln pflegte, während die Freunde Rameau s und der franz. Musik dentlniu ein rui bildeten. G. schrieb bei dieser Gelegenheit eine kleine Broschüre vollGeist, Salz und Geschmack: „be I>e»it siropbcle <l« Loemi.-wbbrocla", und alsdie Gegner darauf zu antworten versuchten, schlug er sie durch s. „bettle 8»r 1-einneigue l'ianeaize" völlig aus dem Felde. Aber dieser Bries gab ein so gewaltigesÄrgerlich, daß anfangs von Verbannung und Bastille die Rede war, bis endlich dieWuth sich legte, und dem Vers. statt dessen derDeifall allerFreunde der neuen Musikund der ital. Truppe zu Theil ward. Die Verbindungen G.'s mit den Unterneh-mern der Encyklopädie, s. Verhältnisse mit den Großen Frankreichs , s. Kenntnisse,sowie die Geschmeidigkeit s. Geistes, öffneten ihm bald eine glänzende Laufbahn.Nach des Grafen Friesen Tode ward er Secretair des Herzogs von OrleanS. Da-mals fing er an, s. literarischen Bulletins für mehre deutsche Fürsten , namentlichfür den Herzog von Gotha , zuschreiben, welche u. d. N. „Veuille; cle 6iimn>"vielleicht in 20 Abschriften circuiliten, und welche von alle», nur einigermaßen wich-tigen Erscheinungen der franz. Literatur jener Zeit die geistreichsten Analysen ent-Ccm'erfativlis-Lericvil. Bd. IV. 56