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Großbritannien, Geschichte seit 1714
die 13 friedlichen Jahre seiner Regierung wol die Mittel hatten verschaffen können,die damalige Nakionalfchuld, wo nicht abzutragt», doch wenigstens sehr zu vermin-dern. Georg starb den 22. Juni 1721 zu Osnabrück . Sein Sohn und Nach-folger, Georg l l., setzte alle Verbindungen seines Vaters und dessen Einwürfe, da»(Gleichgewicht in Europa zu erhalten, fort. Das friedliche System des Ministe-riums Walpole winde (1739) durch eine» Handelskrieg mit Epanien gestört, dendie Nario» verlangte. Ungeachtet der überlegenen Streitkräste Englands wurdedieser Seekrieg in Amerika nicht mit dem erwarteten Erfolge geführt. Bald nach-her mußte England an dem östr. Erbfolgckrieg (1710), als Bürge von Karls VI.pragmatischer Sanction, Antheil nehmen. Anfangs unterstützte England s. Binr-deSgenossin, die Königin von Ungarn und Böhmen, Maria Theresia , nur insge-heim und durchsiHülfSgclder, aber seit dem Frieden zu Breslau (1712) und nachdemder friedfertige Walpole, al-> ein Opfer der Parteisucht, die Stelle eines ersten Mi-nisters dem Lord Earkeret, einem feurigen Manne und heftigen Gegner Frankreichs ,hatte überlassen müssen, erklärte sich England gegen Frankreich und dessen Verbün-dete. Es wurde in Deutschland eine Armee (die pragmatische genannt) zusammen-gezogen, an deren Spitze Georg II. bei Dettingen (27. Juni 1713) das Schlacht-feld gegen die Franzosen behauptete. Die überlegene engl. Flotte schlug die fran-zösische (22. Febr. 1714) bei Tvulon und behielt die Oberhand zur See. Wäh-rend dieses KriegS landete Prinz Eduard, der Sohn des Prätendenten und Enkeldes vertriebenen Jakob I I., durch Frankreichs Unterstützung 2 Mal in Schottland .Der erste Versuch wurde sogleich vereitelt; besser gelang der zweite (1745), bisEduard bei Culloden (s. d.) (1716) gänzlich geschlagen und zur Flucht genöthigtwurde. Der Friede zu Aachen (18. Oct. 1748) endigte diesen Krieg. England er-hielt, ungeachtet s. Überlegenheit, außer dem Versprechen vonFrankreich, denPräten»deuten nicht weiter zu unterstützen und die Thronfolge des Hauses Hanover in Eng-land anzuerkennen, bloß einige Handelsvortheile, die gegen die große Schuldmlast,welche die Kriegsrüstungen und die an Ostreich, Sardinien, Dänemark, Sachsen und andre deutsche Fürsten bezahlten HülfSgelder verursacht hatten, in keine Be-trachtung kamen. Die 1759 mit Spanien entstandenen Streitigkeiten wurden1740 durch einen Vertrag beigelegt, in welchen« England den Assiento — die Ver-anlassung derselbe» — gegen eine Geldentschädigung aufgab. Um diese Zeit (1740— 17 t i) hatte Anson auf s. Reise um die Welt nützliche Entdeckungen für Hand-lung und Scbifffahrt gemacht. Bei der Aussicht auf einen langen Frieden setztemalt die Zinsen der aus mehr als 75 Mill. Pf. -Lt. angewachsenen Nakionalschuldgroßeniheils auf 3 pEk. herab. Dies sind die sogen, consolidirten oder 3 PiocestlStock. Von den an den Zinsen ersparten 800,000 Pf. >Lt. und einigen andernZuflüssen wurde ein zur allmälige» Bezahlung der Schuld bestimmter Fonds (iiu-Iv!>ig >5nü) errichtet, welcher aber oft zu andern« Gebrauche verwendet worden ist.Grenzstreitigkeiten in Nordamerika , welche durch die vorhergehenden Verträgenicht beseitigt «norden waren, veranlaßten (1755) einen neuen Krieg mitFrankreich,der sich auch auf das feste Land verbreitete, wo er u. d. N. des siebenjährigen be-kannt geworden ist. England, dessen Angelegenheiten von 1758— 1761 dergroße Pitt (Lord Chakam) leitete, entriß in diesem Kriege den Franzosen , dereniLeemacht ungleich schwächer war, viele ihrer auswärtigen Besitzungen und machtein Ostindien (unter Elive) große Eroberungen. Georg ll. war im Lpufe diesesKrieges (1760) gestorben, und hatte s. Enkel Georg lll. zum Nachfolger. Unterihm wurde der Krieg, zu welchem seit 1762 auch ein Krieg mit Spanien gekom-men war, durch den Frieden zu Paris (10. Febr. 1763) geendigt: England behielteinen großen Theil der in beiden Indien gemachten Eroberungen. Noch nie hatteEngland einen so glücklichen Krieg geführt, deßwegen entstand auch über die an«Ente desselben auf 143Mill.Pf. St. angewachsene Nationalschuld kem MultenEonrersatioiiS-verico». Bö. I V, '«7