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Von der Wahl
nachzuahmen, welche wir in der Natur mitGleichgültigkeit anschauen würden; wenn sieihre Kunst anwendeten , uns Handlungenvor Augen zu stellen, die nur eine Mittel-massige Aufmercksamkeit von uns erhaltenwürden, wenn wir sie wahrhaftig geschehensahen. Wie wird uns die Copie rührenkönnen, da ihr Original selbst solches nichtvermag? Wie wird ein Gemählde vermö-gen, unsere Augen auf sich zu ziehen, wel-ches einen Bauer vorstellet, der zwey Last-Thiere vor sich her treibet, wenn die Hand-lung , die in diesem Gemählde nachgeah-met wird, unser Gesicht nicht auf sich zie-hen mag? Wir loben zwar den Mahlerwegen seiner Kunst, diese Sache geschicktnachzuahmen, aber wir tadeln ihn, daß erseinen Fleiß auf Sachen gewandt hat, umdie wir uns so wenig bekümmern. Ja ichmuß hier insbesondere anmercken, daß derMahler in diesem Stücke noch einen wich-tigen Vortheil vor dem Poeten besitzet,welchen ihm die besondere Art der Nach-ahmung , der er sich bedienet, einräumet;ein Gemählde kau uns durch die blosseSchönheit der Verfertigung gefallen , ohnedaß die Sacke, die es vorstellet, etwasdazu beytrage; wenn schon die Materieseiner Vorstellung nichts vortreffliches oderverwundersames an sich hat, so kan den-noch sein Gemählde durch das hohe Licht