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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
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Mopzedewoꝛt geredt: daher denn die gewonheit ſtill zu ſchweigen zu ſeinen Juͤngeren kom⸗men. Man hat auch zu vnſeren zeiten etliche gefunden/ welche auß liebe der Weiß⸗ öheit/ noch groͤſſers vnderſtanden. Dann es haben ettliche die todten Coͤꝛper heimlich 8auß den Greberen genommen vnd auffgeſchnitten/ die anderen ſeind ohn vnderlaßBerg vnnd Thal durchzogen/ die Gewechs zu erkundigen damit ſie herꝛliche Bůcher

darvon ſchꝛeiben moͤchten. Dann es hat die Weiß heit vnnd Kunſt ein ſolche ſuͤſſe vndlieblich keit hinder ſhꝛen/ daß einer/ wann er ſie verſucht/ nicht anderſt/ alß wann er derEircen oder Zaubertranck getruncken/ gefangen wird/ alſo daß er ſein lebenlang nichtmehꝛ darvon abtretten mag. In einem herrlichen Triumph vnnd Spiel/ ſeind etlichedie da agieren vnnd Spielen/ die anderen gebieten vnnd weiſen/ die dutten ſehen zu.Sceind aber dieſe/ welche zuſehen/ dieweil ſie aller ſoꝛgen vnnd geſchefften ledig ſeind/nicht die aller glůckſeligeſten? dann die vberigen ſeind zum theil mit Soꝛgen/ die ande-ren mit muh vnnd arbeit treffenlich beladen. Des halben beduncket mich daß dieſer gan-tzen Welt Triumph vnnd Schawſpiel/ nur allein vmb aller Weyſen vnnd Gelehrten Nwillen erſchaffen ſeye. a 1 i 5 1Wann nun ettliche ſelig vnnd gluͤckhafftig voꝛhanden/ ſo ſeind es die Koͤnig vnndFuͤrſten/ welche die hoͤchſten Empter vnnd Verwaltungen tragen: dann dieſe her -ſchen allein vber viel Landt vnnd Leut/ dieſen gehoͤꝛen allein Reichthumb⸗ Wolluͤſt/Freud/ vnnd Ehꝛ zu. Wann man aber dieſe mit einem weyſen Mann vergleichet-ſeind ſie nicht alſo gluͤckhafftig. Dann was mag für ein Wolluſt mit dieſem verglichenwerden/ welliche wir durch lernen vberkommen? Was iſt doch lieblicher denn wiſſen/wer wir ſeyen/ wer wir geweſen/ vnnd wer wir ſeyn werden? darzu die Goͤttlichen vnndhoͤchſten ding erkennen/ welliche vns nach dem Todt begegnen ſollen/ vnnd wie ſichdie Welt in allen dingen/ alle augenblick enderets demnach erſt vergangene vnnd zu-kuͤnfftige ding erkundigen? Warumb haben die Alten dem ano zwey Angeſichter zu-geeignet alß auff wellichem der gantzen Statt Rom wolſtand/ hilff vnnd troſt geſtann?.den/ denn daß ſte anzeigeten/ wie vergangener vnnd zukuͤnfftiger dingen Kunſt Goͤkt⸗.lich/ vnd die aller herꝛlicheſte eres 15. J3ßͤdꝙe., Es hat Ariſtoteles/ wellicher doch der Koͤnigen gewalt vnnd Leben treffenlich gun 5ledig. ſtig geweſen/ auch eines gluͤckhafftigen vnnd gewaltigen Koͤnigs/ ja das noch viel 7groͤſſer iſt/ eines verſtendigen vnnd dapfferen Freundtſchafft vnnd Gunſt erlanget/ Ndie hoͤchſte gluͤckſeligkeit nicht in den Koͤnigliehen gewalt/ auch nicht in die Tugent/ja auch nicht in mannliche Thaten/ ſondern in die einige Weißheit geſetzet. Dannwie er von den Goͤtteren redet/ ſpꝛicht er alſo: Sie haben allezeit das beſte leben/ wiewir ſolliches nur ein kleine zeit haben. Die betrachtung aber iſt für ſich ſelbs gut/910 ſo viel deſto beſſer/ wann herꝛlichere vnnd beſſere ding durch dieſe erkennetwerden. 788. 6 eDes halben iſt die Contemplation deren dingen ſo in vns ſeind am aller beſten/ undvberauß lieblich. Es iſt noch ein groͤſſer zeugnuß voꝛhanden/ welliche er zu dem gluͤck-ſeligeſten Koͤnig Alexander(wie voꝛ gemeldet) geſchrieben/ auff dieſe weyß: Es iſt 00 choͤner vnnd ſtehet einem Koͤnig beſſer an/ wann ſein Gemůt rechtvnderwieſen iſt/ denn die geſtalt ſeines Ceibs/ welliche mit koͤſtlichenKleyderen gezieret/ zu beſichtigen. Dann es iſt nichts herꝛlichers inMenſchlichen ſachen/ denn einen guten Rhat wol nachkommen. Dieſesiſt das einige ding/ mit welchem wir andere Thier vbertreffen/ vund daßwir von dem ewigen Gott/ alß ein fuͤrnemmes ſtuck erlanget haben. Dañſo es luſtig iſt mit leiblichen Augen etwas zu beſichtigen/ iſt es noch vielwunder bat licher/ wann man etwas mit den Augen des Gemuͤts beſcha-wen mag. Des halbẽ haben wir ein ſolche Freud ab vnſeren Erfindungen 0