Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
XVI
JPEG-Download
 

FE5

ey Don mancherlep wunderbaren Sachen/

em Gemüt ſeind. Es wird aber das Gemuͤt nicht verduncklet/ es jrꝛet auch nicht/ſon-dern es werden die ding betruͤbet ſo voꝛ jhm ſeind. Man vermeynet auch/ es ſey vnvol-kommen vnnd verletzet/ wie die Sonn in einer ſchwartzen Wolcken/ ſo es doch allein anſeiner wirckung verhinderet: darzu iſt es für ſich ſelbs heiter vnd ewig/ ſo jhm von auſſenher zukom̃et. Dieweil aber ettliche ſolliches nicht erkennen/ haben ſie vermeynet es ſennetoͤdtlich. Derhalben ſeind alle ding in den erſten vrſachen/ oder in der oꝛdnung der gan-tzen Welt/ in der Natur/ in dem Gemuͤt/ oder in der Bildnuſſen/ alß in einem Gemaͤl/

Bildthawerey/ ſtimm/ vnd geſchꝛifft. Alſo viel muß man auch anfaͤng haben aller din-

gen/ oder enderungen/ oder der Kůnſten ſelbs. Nun aber woͤllen wir zum aller erſten vonden Elementen reden/ vnd was deren halb zu wiſſ en von noten/ kuͤrtzlichen anzeigen.

Von den Elementen:.

ee Si iſt aber gewiß vnnd offenbar/ daß deren drey ſeind: die Erden gantz. N dick: der Lufft gar dünn: vnd zwiſchen dieſen beyden das Waſſer. Wi-5 SN= ee ee das jenige ſo vb ſie iſt-

8 bewegt wurde: der Lufft aber wird allen Lebendigen zu groſſem nutzl wolfahꝛt ſtaͤts vmb vnd vmb getrieben: wie dann ſolliches die brennen-den Facklen vnd Pfeylgenugſame anzeigung geben: dann ſo dieſer gardunn were/ vnnd wider ſein Natur von der Sonnen hitz bewegt wurde/ were er lang er-faulet: dieſes zeiget auch an/ daß der Lufft allenthalben faulet wo er nicht bewegt wirdt.

Weil aber auch das Waſſer einer dünnen ſubſtantz iſt/ hat es auch einer bewegung be-

doͤꝛffen/ dieweil es kalt iſt/ vnd für vnd für von der Sonnen erwermet wird/ dann ſonſt

wurde es ſtinckend werden. Dieweil es aber für ſich ſelbs nicht vmb die Erden mochte

lauffen/ dieweil es ein ſchwer Element iſt/ noch auch vom Himmel/ denn in vier vnndzwentzig Stunden/ vnd auch dazumal mit ſollicher vngeſtůmig keit das Erdtrich bede-cket hett/ hat es zu gewiſſen Stunden ſollen flieſſen/ vnd wider herumb lauffen. Dannſo es ſolte vmb die Erden getrieben werden/ muſte es auch die vmbgeben/ welches denngefehꝛlich were. Derhalben hat der Lufft ſein gantze bewegung von dem Geſtirn: Das

Waſſer ein halbe: die Erden gar keine/ darumb ſie auch allezeit ruwet. Weil aber der

Lufft am aller ſubtileſten/ auch ein ſubſtantz vnnd weſen der Elementen/ iſt er der allengroͤſte: Dann wie der Welt Truſen fe eind die Element/ alſo ſeind der Elementen das f

Waſſer vnd die Erden. Derhalben gleieh wie die flieſſenden ding groͤſſer ſeind denn die

Truſen/ vnnd die Truſen das minder theil /deſſen die Truſen iſt: Alſo ſeind auch /dasWaſſer vnd die Erden der minder theil der Elementen. Hieher dienet auch der Himme-

liſchen Coͤꝛperen Natur/ weleher krafft vnnd ſchein mehꝛertheils im Lufft geoffenbaret

wirdt. Es iſt aber die Erden vielgroſſer denn das Waſſer/ damit man darauff lebenwohnen moge: weil aber dieſes auch ein ſiz des Waſſers/ iſt es vnbeweglich. Wann a-ber das Waſſer/ dieweil es mag bewegt/ vnd von den Winden getrieben werden/ ſo groß

alß die Erden were/ wuͤrde ohne zweifel/ wegen ſeiner eigenen bewegung auff dem gan-

tzen Erdhoden nichts ſichers bleiben: dann es ohne das/ ob es wol klein iſt/ vns off ter-malen kaum vngeſehediget laſſet. Alle Element aber(wie anderswo mehꝛ geſagt)ſeind von Natur kalt: weil aber die Erden dick iſt/ wird es auß langem anſcheinen denSonnen/ wie auch das Eyſen ſo gegen der Sonnen ſtehet/ erhitziget. Man vermeynetauch/ daß der Lufft von wegen der daͤmpffen vnnd vielfaltigen widerſcheins der Son-nen/ vmb vns warm ſeye. Das Waſſer wird bewegt vnnd dempffet obſich/ von wegenſeiner dicke vnd vnbeſtendigen Subſtantz/ vnd enderet die hitz ſo von der Sonnen kom-mer: derhalben meynen etliche daß es kelter ſeye denn die anderen Element/ welchem

doch nicht alſo.10 g N 8 Oe