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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CXVI
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erbj Von mancherley wunderbaren Sachen/

gen Inßlen iſt auch ein frucht/ welehe vnder allen Saamd die beſte zu eſſen. Die Hiſpa-nier nennen dieſe Pine am: das iſt/ Zirbelnuß oder Dannenkernen/ dieweil ſie eben alſogeſtaltet: die Indier aber Boniamen oder Hyayamen. Auß ſollicher art iſt auch die ſoHyayagua heiſſet: dann ſie iſt treffenlichen huͤbſch anzuſehen/ gantz lieblich am guſtvnd geſchmack/ eines guten Geruchs/ alſo daß ſich drey auß den fuͤnff Sinnen vber-

auß ſehꝛ an der frucht beluſtigen. Sie wachſet an einem doꝛnechten Gewechs/ welches

wie ein Dannenkern oder Zirbelnuß iſt/ zu oberſt aber hat ſie ein rauch ſchoß/ welches

wie der ſchwantz an der Lilien herfuͤrgehet/ nicht anderſt denn wir etwan an einer Vy-

ren den ſtiel ſehen/ mit einem bladt herfür gehen. An der farb iſt ſie wie ein Pomerantz-apffel/ weil ſie noch rauch iſt/ biß ſie zeitig wird/ vnnd hat auch hiezwiſchen ein Geruchwie ein Kuͤtten/ vnnd alſo ſtarck/ daß eine ein gantze kammer voll Geruchs vnnd ge-ſchmacks machet. Die rinden iſt wie an einem Zirbelbaum vngleich vnnd nichts nütz-werden auch nicht wie die Zirbelnuß oder Dannkernen auffgethan/ ſondern wird auffein andere weiß gereiniget vnd von einander gethan: an der groͤſſe iſt dieſe frucht wie ein

Podmerantz vnd Pfeben oder Melonen. Ob wol der geruch den Kuͤttenen gleich/ iſt er

doch lieblicher/ dieweil er ſich etwas enderet/ vnnd auß mancherley Geruch vermiſchetiſt. Sie hat viel ſaffts/ vnnd iſt der innwendig theil gleich vnnd gantz: der baum aber(wie geſagt)doꝛnechtig/ mit breiten bletteren: ein jede frucht hat jhꝛen eignen ſtengel: inzehen Monaten wird ſie zeitig. Wann man aber dieſe voꝛ der zeit abſchneidet/ ſo iſt

der baum niergendt zu mehꝛ nutz/ denn das Erdtrich damit zu miſten. Der ſtengel ſo

vber die frucht außgehet/ wann er abgebꝛochen vnnd gepflantzet wird /ernewert ſein

art widerumb. Er hat bletter wie die Diſtel/ doch etwas lengers vnnd ſubtilers. Man

behaltet dieſe nicht vber fuͤnfftzehen tag/ vnnd wan man ſie iſſet/ hat ſie ein geſchmackDieſe frucht machet widerumb luſtig zu eſſ en/ doch ſchmecket einem der Wein nicht

wol darauff/ vnd ſoll auch(wie man darfür halt) die Gallen mehꝛen:alſo iſt in Menſch-

lichen dingẽ nichts gantz vollkoſſtenlich. Es ſeind aber derẽ mancherley gattung/ ſawr-

herb/ eines anderen geſchmacks/ wie auch die pyren vnd andere frucht/ ſo von wegen

des Hiſiels vnd Erden art geendert werden/ oder aueh nachdem der baum wol erbawen

Es ſchmecket auch einem das waſſer nicht daͤrauff/ wañ man es trincket/ alſo daß ſie

auch de Waſſerſüchtigen/ ſie von dẽ Tranck abzuſchꝛeckẽ/ etwas helffen moͤchte. Vn-

der dieſen iſt auch EHyayagua/ ſo inwendig weiß vnnd wie der Wein iſt/ aber eines herbe-ren geſchmacks. Dieſe Boniama die iſt ſuß vnd auch weiß/ doch ſicht ſie etwas de kuderoder werck gleich. Dieſe beyde ſeind auch etwas ruͤnder: die Hyay ama iſt etwas lenger/vnd geel farb/ inwendig ſchwertzer/ vnd dieſe wird für die aller beſte gehalten.

Dieſe frucht empfindet am aller meheſten der Bawren arbeit/ dieweil die onerbawe-

nen viel ſchlechter denn die gebawenen ſeind: man brichet ſie etwan ehe denn ſie zeitig

werden ab/ vnd bꝛinget ſie biß in Hiſpanien. Wan ſie aber nicht an ſhꝛem eigenen baumzeitig werden/ ſeind ſie nicht halb ſo gut. Wan man die Zweig an ein ander oꝛt bꝛinget-

ſeind ſie auch nicht gerecht. Solliches zeiget Duiedus an/ welcher wol wert/ daß man

ſhm ſoll billich glauben geben. Daß aber in dieſer Frucht ein ſubtile feuchtigkeit/ darzuauch ein feiſte ond weſſerigkeit ſeye zeiget genugſam an daß ſie viel ſafftes guten Ge-ruches vnd nicht langwerend ſeye:dann ſie wird bald welck. Welche aber oͤl tragen/ ent-

weder in den beren/ oder aͤderlinen/ alß die ungẽ Cederbaͤum/ welche treffenlich voll oͤls

ſeind/ die werdẽ nicht faul/ wie anderswo angezeigt woꝛdẽ. Auß dieſem iſt auch wol abzu

nem̃en/ daß dz ol mit der zeit zu hartz wird alſo daß dz hartz etwas mehꝛ jrꝛdiſch deñ dz olſeye: Daher kompt es/ daß man dz Hartz mit oͤl zertreibet: wird aber darum̃ darũder ver-miſchet/ dieweil es eben deſſen Natur iſt: wan es auch vermiſchet wird/ ſpꝛeitet es ſich

auß/ iſt nicht mehe ſo ag. Wir habẽ an eind andẽ ort angezeigt/ dz e

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wirdt. Sie hat auch Wullen an jhꝛ wie der weiß Diſtel/ darumb ſehadet ſie den Zeenen. g