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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CXXXI
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Pfund/ damit wir nach Geoꝛgen Agricolen meynung alles fleiſſiger anzeigen. Wie kan

9 es aber ſeyn/ daß ein Baum in einem Tag ſo viel Waſſers ſam̃len mag? Dieweil aber

a ſo viel Hiſtoꝛienſchꝛeiber ſolliches affirmieren beſtetigen/ mag wol dergleichen etwas

5 geſchehen/ vnd iſt aber vns die weiß noch nicht bekanndt. 8

y⸗ Es ſagt mennigklich/daß in Aegypten ein art des Loten vnd ſuͤſſen Baums geweſen⸗ lou.

ff wielliches Wurtzel einer Kuͤttenen gleich/ mit einer ſehwartzen Rinden/ am geſchmack

48 wie das geel im Ey/ ſo ein Stammen gehabt wie die Bonen/ Bletter vaſt wie der Klee/

o⸗ Dann ein jeder Lotus hat ſchier ſolljche Bletter) weiſſe Blumen/ klein/ vnnd den Lilien

en gleich. Es wachſet in dem Waſſer/zuvoꝛab in dem Nilo/ da er anlauffet/ vnnd im Eu-

Ek. phate. Es iſt gewiß/ wann die Sonnen nidergehet/ daß ſich die Blum nicht allein zu-

N ſammen zeucht/ ſondern auch vnder das Waſſer verbirgt: vnnd wann die Sonn wider

i⸗ auffgehet/ daß ſie ſieh wider vber das Waſſer erhebt/ vnd auffthut. Vnnd das noch ſel x.

i⸗ tzamer iſt/ ſo ſagt man/ daß ſich dieſe in dem Euphꝛate biß zu Mitternacht alſo zuſam-1 men ziehe/ daß man die mit der Hand nicht mehꝛ finden kan: nach Mitternacht aber-

e- ſteiget ſte allgemach wider auff/ alſo daß ſie im Auffgang der Soñen gar da voꝛnen iſt/

bdlſertebt ſich alſo empoꝛ biß zu Mittag. Der Saamen iſt in den Knoͤpffen/ gleich wiedie Magſaamenknoͤpff/ doch etwas groͤſſer: ſonſt iſt die Frucht an ſhꝛ ſelbs wie der Hirß/

auß welchem ſie Brot machen/ darbey abzunemmen/ daß deſſen gar viel iſr.6 Solliches vnd anders dergleichen/ erzehle ich/ dieweil ſie auß langem Brauch/ wobln mogen geprobiert werden. Was aber ſelzam auſſerhalb dem gebrauch will ichan-

e drkenn laſſen/ wiewol ſie moͤgen wahꝛ ſeyn/ ob ichs ſehon nicht geſehen hab/ alß von demTrioꝛchiſchen Habicht/ wellicher alſo das Kraut Trioꝛchim oder Ragwurtz(ſo ein art

d des Tauſencguldenkrauts hat) lieben ſoll/ wie Plimus auß dem Theophꝛaſto anzeigt/

5 daß er auff die Leut tringe/ welliche dieſes Kraut außgegraben haben. Weil aber dieſes

6 vielerley geſtalt/ auch vngleublich vnd ſeltzam iſt/ will ichs laſſen anſtehen: dann ich kan

23 olliches weder durch gewiſſe Vrſachen/ noch durch anderer Exempel beweiſen/ weiß

es auch nicht was es moͤchte nutzen/ wann es ſchon wahr were. Darumb iſt beſſer daß wir

55 ieding wiſſen/ ſo wahr ſeind. Doch ſeind ettliche/ welliche dieſes Kraut vnder des Kna-

ſo denkrauts art zehlen. Dieweil ich aber von dieſer geredt hab gedenck ich auch was Dio-

1 Fgoꝛides von der erſten art des Tauſentguldenkrauts geſchrieben hat/ daß nemlich die

d Wurgtzel,ſo man gemeingklich Rhaponticen nent/ dz Fleiſch im Hafen/ welches man

r ſieder/ zuſanen füge/ welches auch ettliche andere von der Heide bezeugen. Dieſes iſt wol

5 gleublich wie das von voꝛgemeldter Ragwurtz/ die man kaum zerſchneiden ſoll/ es ver-

e wundeſich denn der Menſch: Welches ich ſelbs an einem Kraut/ das vaſt dünne/ lan⸗ e9 gecherte/ vnd dreyeckechtige Bletter hat/ offt erfahꝛen hab: dann deſſen ſeiten ſchneiden laß Feed0 8 1 Schermeſſer. Dieſes geſchicht auch denen/ welliche die dünnen Rießrhoꝛ an: Es zeiget auch Varo an/ daß auß dem alten Ruͤbſaamen Koͤl wachſe/ vnd auß dem

5 6 Koͤlſaamen /Ruͤben: Solch verwechß lung iſt auch vnder den Ruͤben vnd Steckruͤben/

1 vnnd das nicht von wegen des alters/ ſondern auß enderung der Sonnen/ welches auch

5 gleublieher. Dieweil aber bekanndt/ daß auch Koͤl in den Ruͤbſtielen/ iſt es kein wunder:

dann ſie haben ein weiche Subſtantz/ vnd verenderen ſich wenig an jhꝛen theilen /daruit

mag eines leichtlich auß dem anderen werden/ dieweil ſie auch leichtlich empfahen vnndauff gehen: dann was leichtlich auffgehet/ das kommet von einem verletzten Saamen-

darumb mogen ſie auch jh: Natur verenderen. Sie empfahen aber bald/ dann ſie haben

wiel vermiſcheter feuchte in jhnen: dieſes laßt ſieh gar bald bereiten. 8

8 5

e, verkchzer ſich daſlen

auch vnderweilen diß Gewechs in Quendel/ zu zeiten in Fiſchmuͤntz. Weil dann dem

allo nůſſen ſie einander etwas verwandt ſeyn/ vnd ſich halten wie ein Vollkommenes

Die

vnd Vnuollkommenes. e

rr