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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Hafenbau.

Häfen von circa 130 LZ Kapacität, dic er indeß als sehr groß bezeichnet, ver-wandt. Zur Zeit schmelzen die französischen Fensterglashütten ihr Glas durch-gängig in großen Häfen, die 500 bis 600 LZ Glas fassen, und einen oberenDurchmesser von circa 80 ein haben. Die großen Spiegelgießereien steigerten denHafendurchmesser bis auf circa 1 in, einige englische Fenstcrglasfabrikcn endlichbenutzen, die Hafengröße ins Ungeheuerliche treibend, Schmelzgefäße von bis 2500 LZGlasinhalt, deren oberer äußerer Durchmesser circa 1'5 in mißt. Der Zweck, densie bei dieser Steigerung der Masse im Auge hatten, und auch erreichten, warOekonomie an Brennmaterial und an Arbeitskraft, worüber Näheres bei derBesprechung der Taselglasfabrikation.

Neben den bisher erwähnten offenen Häfen finden sich, und zwar auf denmeisten auf Bleikrystall arbeitenden Hütten, gedeckte, d. h. Häfen, die, nach oben zu,

durch eine seitlich mit kurzem Halseversehene, und durch diesen mit derArbeitsöffnung des Ofens in Ver-bindung stehende Kuppel gegen deninneren Ofenraum völlig abgeschlossensind, wie solche durch nebenstehendeAbbildungen (Fig. 12) vcrsinnlichtwerden. Ihre Heimath ist England,wie oben angeführt, das Vaterlanddes Bleikrystalls. Alle Bleigläserwerden, durch in höherer Temperatur auf sie einwirkende reducirende Agentien,wie z. B. die nicht völlig verbrannten Ofengase, die Kohle des Rauchs rc. zersetzt,und unter Abscheidung metallischen Bleies geschwärzt. Bei den von dickem Raucheerfüllten, direct mit Steinkohlen geheizten, alten englischen Glasöfen, war mansomit genöthigt, während Schmelze und Ausarbeitung das Glas vor Berührungmit den den Ofen erfüllenden Gasen zu hüten, und daher, ungeachtet hierdurch einbedeutender Wärmeverlust bedingt wurde, in den gegen den Ofenraum völlig ab-geschlossenen, nur nach der Arbcitsöffnung hin sich öffnenden Häfen, der in Redestehenden Form zu schmelzen. Von England aus verbreiteten sich, mit dem Blei-krystall, auch die zur Herstellung desselben benutzten gedeckten Häfen über dasübrige Europa, und erst in neuester Zeit ist zu St. Louis der praktische Beweisgeliefert worden, daß sich, gut construirte und mit Umsicht geleitete Oefen voraus-gesetzt, Bleikrystall auch in offenen Hafen schmelzen, und aus solchen, unbeschadetder Güte des Products, arbeiten lasse.

Das Material für die Häfen liefert ein Gemenge von rohem und gebranntemThon, von welch letzterem, in den meisten Fällen, ein Theil in Form von Hafenscherben,die von anhaftendem Glase aufs Sorgfältigste gereinigt und auf Kollermühlengemahlen wurden, dem Thone zugesetzt wird. Je nach der Plasticität der zur Ver-wendung kommenden Thonsortc, wechselt das quantitative Verhältniß der Einzel-bestandtheile des Gemisches, da bei fetteren Thonen mehr, bei mageren weniger,von dem dem Schwinden entgegenwirkenden gebrannten Thone zugesetzt zu werdenpflegt. Ueber die in früheren Jahrhunderten angewandten Verhältnisse vongebranntem und rohem Thone in der Hafenmasse, bietet die ältere Literatur keine

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