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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Gedeckte Häfen, Klammern und Ringe.

selbst, durch seitliches Anbieten von Thonrollen, bis zu gewünschter Länge, gebildet,oder separat geformt, und dann an den Hafen angebietet. In beiden Fällen mußer, bis zu seinem und des Hafens völligen Erhärten, durch ein kleines pultartigcsGerüst gestützt, und hierdurch vor dem Verbiegen und Abbrechen geschützt werden.Da die Kappe, wie ihr seitlicher Ansatz, keinem inneren Drucke Widerstand zuleisten haben, so kann bei ihrer Formung die Wandstärke des Hafens allmäligbedeutend reducirt werden.

Sind die Häfen endlich völlig lufttrocken geworden, so ist die Arbeit desHasenmachers an ihnen beendigt, sie bleiben in diesem Zustande bis kurz vor ihrerVerwendung stehen, und besitzt eine gut geleitete Hütte stets einen Borrath der-selben der, da die Verwendung jüngerer Häfen, wenn auch, wie erwähnt, möglich,doch, weil dieselben, in Folge noch nicht völligen Austrocknens, das unter keinenUmständen forcirt werden darf, zum Platzen beim Anwärmen geneigt, stets sehrgewagt ist, wenigstens den crfahrungsmäßigen Durchschnittsbedarf von 6 Mo-naten deckt.

Aus derselben Masse wie die Häfen werden auf denjenigen Hütten, die sichderselben bedienen, noch dieKlammern" undRinge" geformt, und, wie dieHäfen langsam getrocknet. Die Klammern (dsL, aKratss) sind in der Formeinesi" gebrochene Thonstreifen, von viereckigem Querschnitte, deren langerSchenkel circa 15 sm mißt, und die, bei einer Breite von 5 bis 6 om, eineDicke von 15 bis 2 om haben. Sie dienen dazu, zeigt sich, beim Gebraucheim Schmelzofen, am oberen Rande eines im klebrigen noch guten Hafens einRiß, diesen zu überspannen, und, indem sie in der höchsten Ofentempcratur mehroder weniger erweichen, und durch das zwischen ihnen und der Hafcnwaud stetsvorhandene Glas mit letzterer zusammenbacken, das Weiterfortschreiten des Risseszu verhindern.

Die Ringe (annsaux kkottsurs, osrokss, roncisUss) nach Bontemps einedeutsche Erfindung H, auf deren Gebrauch später zurückzukommen sein wird, sindThonreifen von einem Durchmesser, der 0'5 bis 0'7 des inneren Durchmessers desHafens, in dem sie zur Verwendung kommen sollen, beträgt, etwa 5 bis 6 ombreit und 6 bis 8 om hoch.

Noch wäre hier einiger besonderer Häfen Erwähnung zu thun, die compli-cirteren Baues, in neuerer Zeit proponirt worden und in Anwendung gekommensind, um ein continuirliches Schmelzen und Ausarbeiten des Glases zu er-möglichen. Hierher gehört ein von Morlot rccommandirter, und bei der Fabri-kation grüner Bouteillen verwandter Hafens, der durch eine Querwand, die bisnahe zum Boden hinabreicht, in zwei am Boden mit einander communicirendeHälften getheilt wird. Die Hintere Hälfte ist offen, die vordere mit einer Kappeversehen,gedeckt". Das Gemenge wird bei Verwendung dieses Hafens in denoffenen Theil eingetragen, beim Schmelzen sinkt das specifisch schwerere Glas zuBoden, tritt hier in den gedeckten Hafentheil über, erlangt in diesem, der, in

r) Englisches Patent aus:Green, Bacchus und Gammon" vorn Sept. 1834(Dingler's Journal 56, 330).

2) Bontemps, (knicks ckn vsrrisr, x. 134.