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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
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98
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Ofeneinrichtung,

I.

II.

III.

Kieselsäure. .

. . . . 95 93 . .

96 65 .

. 95-20

Eisenoxyd . .

. . . . 0-481

2-20 .

. 2-00

Thonerde . .

. . . . 1-2o! '

Kalk. . . .

. . . . 2-15 . .

0-50 .

. 2-30

Magnesia . .

. . . . 0-24 . .

0-14 .

. 0-17

100-00 . .

99 49 .

. 99-67

Der wesentlichste, allerdings aber auch sehr große Unterschied, der zwischender Glasindustrie unserer Tage und derjenigen des Mittclalters, ja selbst derZeit der Blüthe der alexandrinischen Hütten, soweit sich solches beurtheilen läßt,erkennbar, besteht in dem, wenigstens auf den bedeutenderen Etablissements derJetztzeit durchgehenden, Handeln auf Grundlage theoretischer Erkenntniß, und inder Benutzung der Errungenschaften der Wissenschaft; nirgends aber hat solchesStreben in der Hütte einen greifbareren Ausdruck angenommen, als in der Con-struction der Oefen, namentlich des Schmelzofens. Flößt dem Kenner das Stu-dium mancher Musterstücke antiker Glasindustrie, oder der, mit einem Verständnißfür Form und Ornamentation, das heutigen Tages, trotz der hierhergchenden Be-strebungen der letzten Jahrzehnte noch vielfach mangelt, gearbeiteten PrachtwerkcMurano-Venedigs, einen tiefen Respect vor der Sorgfalt und Meisterschaft derVorfahren, mit der diese Werke ^schaffen wurden, ein, so genügt ein Blick aufdie Abbildungen, oder in die Beschreibungen der, selbst zur Zeit der Blüthe Ve-nedigs, ja noch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, ziemlich allgemein benutztenSchmelzöfen, und ein Vergleich derselben mit den besten heutigen Tages üblichen,um den colossalen Abstand der Erfolge der alten Empirie, gegenüber einer ratio-nellen Praxis erkennen zu lassen. Einen Einblick in die Anordnung älterer Glas-öfen, und in den Gang ihrer Verbesserung und Umgestaltung, mögen die nach-stehenden Angaben vermitteln.

Ueber die ältesten, ägyptischen, Oefen, und ihre innere Einrichtung, wissenwir nichts. Die von Geräth und Werkzeug anderer Industrie- und Gewerbs-zweige eine Menge, wenn auch nur schematicher, Abbildungen enthaltenden Flach-reliefs der Königsgräber von Beni Hassan I weisen von unbezwcifelbarem Glas-machergeräth nur die „Pfeife" auf, und wenn ein, von Wilkinson auch hierhergezählter, hoher, cylindrischer Ofen auch wirklich einen Glasschmelzofen vorstellensoll, so ist aus seiner Abbildung doch nichts Näheres zu erkennen.

Rom empfing, wie wir gesehen, seine Kenntniß der feineren Glasindustrieaus Aegypten, von dort auch wohl die Form und Einrichtung seiner Oefen, überdie wir indeß auch nicht mehr wissen, als daß sie mit gedörrtem Holze geheiztwurden, und aus Fritt- und Schmelzofen die aneinander gebaut waren, bestanden;so wenigstens scheint mir das „vontinnis lornaoilins liAuatur" des Plinius^)zu verstehen zu sein.

Gardner Wilkinson: tüs Nannsrs ancl Onstoms ok tüs anotsnttians 3. 2) HjMor. natnral. 36, 193 (66).