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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Einglasen der Häfen.

ihren Plätzen aufgestellt, und gerichtet, so wird der Schmelzofen, durch verstärktesFeuern, allmälig wieder auf seine Maximaltcmpcratur gebracht, wozu circa 3 Stundengenügen, und werden dann die Häfen „eingeglast". Der, beim Tempern, undder auf dasselbe folgenden Erhitzung im Schmelzofen, in seiner ganzen Masse durch-gebrannte Hafen bleibt hierbei, da die Temperatur zu einem durchgreifenden Sinternoder beginnenden Schmelzen seiner Masse nicht genügt, porös; trüge man nun indenselben unmittelbar Glasgemenge ein, und begönne solches zu verschmelzen, sowürden die zuerst in Fluß gerathenden Basen desselben rasch in die Poren desHafens eindringen, und, da Silicatc durchgängig leichter angegriffen werden, alsdie krystallinische Kieselsäure des Quarzsandes, energisch zerstörend, weil die poröseThonsubstanz ausschließend und lösend, auf Wände und Boden des Hafens ein-wirken. Solche den Thon in Lösung bringende Einwirkung der Basen, gänzlichzu verhindern, ist man nun zwar nicht im Stande, wohl aber kann man sie müßigen,indem man den Hafen mit einer Glasur schwerschmelzbaren, weil bereits starkthoncrdehaltigen Glases von innen überzieht, und ihn hierdurch vor der unmittel-baren Berührung mit den geschmolzenen, aber noch nicht mit Kieselsäure gesättigtenBasen schützt. Man schmilzt daher zunächst eine kleine Portion, etwa 30 bis 50Brocken von, dem später in dem betreffenden Hafen zu producirenden, analogzusammengesetztem Glase, in ihm nieder, und streicht, mittelst eisernen Spatels,die geschmolzene Masse über die inneren Flächen der Hafenwände aus. Beiweiterem Erhitzen dringt dieses Glas in die Poren der Hafenmasse, erfüllt diese,sättigt sich, hierdurch schwerer schmelzbar werdend, mit Thon, und überzieht denHafen mit einer das „Einfressen" der Basen wesentlich beschränkenden Kruste.Neuerdings ist ein in dieser Weise besorgtes Einglasen der Häfen mehrfach als zuweitläufig und zeitraubend aufgegeben worden, und begnügt man sich damit, das-selbe dadurch zu ersetzen, daß man die neuen Häfen zuerst mit einer Füllungreiner Glasbrocken, statt mit Gemenge beschickt, dann erst, wenn solche Glasfüllungniedergeschmolzen, Gemenge aufgiebt. Zunächst theoretisch richtiger ist, wird dieHaltbarkeit der Häfen in erster Linie betont, unzweifelhaft das ältere Verfahren,da bei ihm im neuen Hafen zunächst kleine Quantitäten Glas mit großen MengenThon in Wechselwirkung treten, wie lange aber die hierbei gebildete schützendeGlasur vorhält, ist eine andere Frage, und bleibt es daher fraglich, ob der größereZeitaufwand, den die ältere Einglasung beansprucht, durch die Vorzüge derselbenin der Praxis ausgewogen wird.

Die Herstellung des Glases aus dem Gemenge.

Der zur Zusammenstellung des Glasgcmenges benutzten Rohmaterialien, so-wie der Art und Weise wie solche, wenn erforderlich, aufbereitet und gemengt werden,ist bereits in einem früheren Abschnitte Erwähnung geschehen; die quantitativenVerhältnisse der Einzelbestandtheile der zu verschiedenen Glassorten verwandtenGemenge, die üblichen „Sätze", werden im Späteren näher zu besprechen sein.Hier haben wir es zunächst mit der Behandlung zu thun, der das Gemenge unter-worfen wird, damit aus ihm Glas werde, sowie, damit letzteres die, wenigstensscheinbare, Homogenität gewinne, die man, bei guter Waare, zu verlangen berech-