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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Die Fritte.

tigt ist. — Mit nur seltenen Ausnahmen gewinnt man heutigen Tages das Glas,in demjenigen Zustande der Reinheit, indem es zur Verarbeitung gelangt, aus demGemenge durch ein einmaliges Schmelzen; nicht so einfach war die Herstellung,wenigstens so weit es sich um bessere Waare handelte, in früheren Jahrhunderten,da diese, wie wir gesehen, weder über reine Schmelzmaterialien, namentlich Alkali-salze, noch über eine Ofentemperatur, die derjenigen moderner Schmelzöfen auchnur annähernd gleich, disponiren konnten.

Bereits Plinius berichtet daß, sollte aus dem Gemenge von Rohsoda(nitrnm)und Sand Glas bereitet werden, die Materialien zunächst unvollkommen vorge-schmolzen, aus der hierbei gewonnenen halbvcrschmolzenen Masse (lrammonitrnm),dann erst, in einer zweiten Schmelzung, das Glas gewonnen, und, sollte bessereWaare geliefert werden, solches Glas vor der Ausarbeitung, selbst nochmals An-geschmolzen werden müsse i). Wie bei Plinius, so spielt dann auch bei denspäteren Autoren, so noch bei Agricola und Kunckel, das Calciniren undweitere Erhitzen der Gemenge bis zu beginnender Schmelzung, das „Frittcn" stetseine sehr wesentliche Rolle, und ist, soweit bekannt, Böse d'Antic, Arzt, und1755 bis 58 Director der Spicgelfabrik zu St. Gobin, der erste, der die Fritte,in dem Falle, daß man sich gereinigten und cälcinirten Salzes, an Stelle derrohen Soda, zum Gemengemachen bedient, in einem seiner im höchsten Gradebeachtcnswcrthcn Aufsätze über die Glasfabrikation seiner Zeit, für überflüssig erklärt 2 ).

Das Fritten des Gemenges, eine vorläufige Erhitzung desselben, bis zubeginnenden! Schmelzen der leichtflüssigeren Bestandtheile, geschieht seit der ältestenZeit auf der flachen, oder nur schwach muldcnartig vertieften Sohle eines, entwederdem Schmelzofen angebauten, und von diesem aus erhitzten, oder aber abgesondertaufgestellten, und mit separater Feuerung versehenen Flammofens. Das Glas-gemcuge wird hierbei in dünner Schicht der die Ofcnsohle bespielenden lang überdas Gemenge hinstrcichendcn Flamme der Feuerung ausgesetzt, und, damit einemöglichst gleichmäßige Erhitzung erfolge, und die ganze Masse der Einwirkung derFlamme ausgesetzt werde, niittelst eiserner Krücken anhaltend durchgearbeitet. Zu-nächst werden hierdurch die in den Gemengcbcstandthcilen enthaltenen, oft nichtunbedeutenden, Quantitäten Wasser ausgetricben, sowie, waren die zur Herstellungdes Gemenges benutzten Materialien rohe, etwa vorhandene Kohle und organischeSubstanz verbrannt; bei weiterer Erhitzung wird dann bereits eine theilwcise Bindungder Basen an die Kieselsäure eingeleitet, wobei ein Theil der flüchtigen Bestand-theile der Schmclzmaterialieu entweicht, endlich kann, wird die Feuerung des Fritt-ofens nur ungenügend mit Luft versorgt, in Folge der rcducircndcn Wirkung dernur unvollständig verbrannten, dem Herde entsteigenden und mit dem zu frit-

klinius, Uat. trist. 36, 193 st 194: eoirtinuis tornaoilms ut ass ÜHua-tur-, inassaegus Lernt solors xingeri nigrioantss. — sx massis rursus lunüitur,in oÜrsinis tinAiterrHies. Irarsna alba — pila rnolavs tsritur. ästn nrisostur tritrusPartitur» nitri — ao tigerata irr alias tornasis transternäitur. ibi üt inassa Hirnsvvsaterr lramrnonitrunr, atgers Iraso rsosHuitur st üt vitrunr purunr ao inassavitri sanäiäi.

2 ) tllsmoirs: „Husts sont lss nro^sns lss plus propres ä portsr I'soonoinisst la psrtsotion Zaus lss vsrsrriers eis tlranes?", Oeuvres (karis 1870), 1.1, x. 127.