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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Optisches Glas: vorläufige Prüfung.

Das Schmelzen des Crownglases erfolgt in einer dem Flintglasschmelzen um

ganz analogen Weise, nur erfordert gutes, und daher schwerer schmelzbares, Crown- lari

glas längere Zeit, um im gedeckten Hafen in gehörigen Fluß zu kommen, und gen

können, soll der Ofen für das harte Glas nicht übermäßig abgekühlt, und letzteres gell

hierdurch steif werden, während der Schmelze, unmittelbar nach einander, nicht wohl nick

mehr als zwei Haken geruht werden. Eine fünfmalige Wiederholung solch kurzen die,

Durchrührcns genügt, nach Bontemps, vollkommen, und wird ebenso auch das erre

letzte Rühren, während des allmäligen Abgehens der Ofentemperatur, im Vergleichmit dieser Operation beim Flintglasschmelzen, bedeutend abgekürzt und auf 1'25 Glc

bis 1'5 Stunden reducirt. tigr

Wird für Flint- und Crownglasschmelze dasjenige Verfahren in Anwendung unp

gebracht/ bei dem der Hafen außerhalb des Schmelzofens zur Abkühlung gelangt, Blc

so ließe sich für beide mit Vortheil eine continuirliche Gasheizung benutzen, und in i

gestattete diese, in Folge der reinen und bei richtiger Rcgulirung, wie solches die Ert

Erfahrung gelehrt, selbst Bleigläser nicht angreifenden Flamme, ein Schmelzen aus

in offenen Häfen, das für beide Glassorten, namentlich aber für das harte Crown- Gr

glas, entschieden vortheilhafter wäre. Soweit bekannt, hat sich indeß in den op- eine

tisches Glas liefernden Anstalten die Gasheizung bisher kein Terrain errungen. lun

Das vollkommen abgekühlte optische Glas wird zunächst einer genauen Prüfung dan

unterworfen, da selbst nach sorgfältigster Arbeit sich im Inhalte des Hafens stets die,

Stellen finden werden, die sogar mit unbewaffnetem Auge erkennbare Fehler, wie gest

Blasen, Rampen, Wellen oder Trübungen erkennen lassen. War die erschmolzene tarn

Glasmasse, wie das häufig der Fall, in zahlreiche Stücke zersprungen gewonnen

worden, so kann eine erste Musterung an diesen Stücken dircct vorgenommen, und der

Brack ausgeschossen werden; hat-man aber den ganzen Hafcninhalt, oder wenigstens >

einen bedeutenden Theil desselben, in einem zusammenhängenden Blocke erhalten,

und giebt ein erstes Beschauen desselben, durch seine blanke Oberfläche hindurch,

Aussicht, größere fehlerfreie Linsen aus ihm herstellen zu können, so kommt eszunächst darauf an, sich über die Lage der fehlerhaften Partien sehr genauzu instruiren, um auf solche Orientirung gestützt, eine möglichst vortheilhafte Zer-theilung der Masse vornehmen zu können. Nachdem Hafenwand und Boden durchAbpicken von dem schwach kegelförmigen Glasblocke entfernt, werden an den Umfangdes letzteren mehrere Paare einander diametral entgegengesetzter ebener Flächenangeschliffen, diese polirt, und nun, durch solche hindurch, die Glasmasse mit größterSorgfalt inspicirt und die entdeckten fehlerhaften Stellen angezeichnet; das Ge-sammtresültat solcher Untersuchung giebt dann die Richtungen an die Hand, indenen der Block geschnitten werden muß, und geschieht hierauf seine Zcrtheilungdurch ein Sägen des Glases mit bandförmigen Kupferstreifen, unter Zuhilfenahmevon Schmirgel und Wasser, mit größter Vorsicht, trotz der indeß häufig ein plötz-liches Springen des, wie wir gesehen, anfänglich rasch gekühlten, und daher spröden das

Glases, den erhofften Lohn aller bisher verwandten Mühe und Arbeit vernichtet, zerr

oder doch wenigstens unverhältnißmüßig reducirt. in

Doch, gesetzt, es sei auch diese Arbeit glücklich gelungen, und selbst mit der legt

Loupe kein Fehler in dem durch das Zersägen gewonnenen Stücke zu erkennen, so die

ist damit das Glas noch nicht in dem Zustande, in dem eS zur Anfertigung achro- hier