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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Optisches Glas: Herstellung großer Linsen.

zu geben, wird, während der letzten Bearbeitung mit der Krücke, um dasselbeherum ein entsprechender flacher Rahmen aus starkem Eisen gestellt, und das Glasin diesen eingedrückt, so daß es ihn gänzlich erfüllt, endlich die Oberfläche durchleichteres Ueberfahren mit der feuchten Krücke geglättet. Das fertig geformte Stückwird alsdann, mit feinem Rahmen, in die dritte Abtheilung des Ofens, den Kühl-raum geschoben, in der es, bei der dort herrschenden minder hohen Temperaturallmälig erhärtet. Ist der Kühlofen gefüllt, oder das auf einmal zu ebnendeQuantum Glas fertig gestellt, so wird er geschlossen, sorgfältig verschmiert, undbleibt dann, behufs langsamer und gleichmäßiger Abkühlung, die mehrereTage in Anspruch nimmt, sich selbst überlassen.

Dem zuerst beschriebenen Verfahren, das wie erwähnt namentlich zur An-fertigung kleinerer Linsen gebräuchlich, schließt sich dasjenige an, nach dem die größtenoptischen Gläser, so solche für astronomische Zwecke, hergestellt werden; von letzterenwird aber, da hier die größte Sorgfalt erforderlich, in einem und demselben Ofenmeist nur eine Linse znr Zeit in Form einer kreisrunden Scheibe hergestellt. DieHohlformen, in die das für derartige Linsen zu erweichende Glas gebracht wird,sind aus feuerfestem Thone feinsten Korns gearbeitete, flache, runde Schalen, mitgerader, nur wenig nach außen geneigter, Seitcnwand, oder um jedes Anschmelzendes Glases an die Form, das namentlich in dem Winkel zwischen Boden undScitenwand, trotz aller Vorsicht, leicht vorkommt, unmöglich zu machen, auch nuraus feinem Thon gefertigte starke Reifen, die auf der ebenen, sauber gehaltenen, undwie die Form mit Kalk bepuderten Sohle des Ofens ruhen. Ist das Glasstückin die Form gebracht, so wird, um dasselbe vor Flugasche und der rcducirendenWirkung unvollständig verbrannter Gase zu schützen, über beide ein Thonsturzgestülpt, und der Ofen mit seinem Inhalte ganz allmälig aufgewärmt. Beginntdas Glas endlich dickflüssig zu werden, so breitet es sich innerhalb der Form oderdes Reifens aus, erreicht aber, da die Ofentemperatur jetzt mit größter Sorgfaltregulirt wird, nicht den Grad der Flüssigkeit, der es befähigte, zwischen Reisen undBoden durchzufließen, oder Thon und Kalkpulver, mit dem die Form bestreut war,aufzunehmen und zu lösen. Hat endlich die dickflüssige Masse die Form gleich-mäßig erfüllt, so wird der Thonsturz, der, leichterer Erwärmung des Glases wegen,in der letzten Zeit bei klarer Ofenflamme abgehoben war, wieder über dasselbegestülpt und trägt nun, die dicke Scheibe vor directer Berührung mit kälteren Luft-schichten schützend, wesentlich zu gleichmäßiger und langsamer Kühlung in demdicht verschmierten Ofen bei. Ist das Glas gekühlt, so ist damit die Arbeit derGlasfabrik an ihm beendet, die weitere mechanische Bearbeitung der in beschriebenerWeise gewonnenen optischen Gläser ist Aufgabe optischer Institute, und würde ihreBesprechung hier zu weit führen.