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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schmelzglas und Email.

Sand...... 100 Thle.

Bleioxyd. 80

Zinnoxyd .... 20 ,,

Kochsalz. 25

In welcher Absicht das Chlornatrium zugesetzt, sowie, ob dasselbe unzersetztin die Constitution des Emails übergehe, diesem Natron liefere, oder endlich, sichnutzlos verflüchtige, läßt sich, nach dem derzeitigen Stande unserer Erfahrungenauf diesem Gebiete, nicht angeben.

Die opaken farbigen Emails gewinnt man aus den weißen, durch Zusatzfärbender Oxyde; so des Braunsteins für violettes, des Kobaltoxydes für blaues,der Antimonpräparate, mit oder ohne Zusatz von Eisenoxyd, das in diesen weichenBleigläsern intensiv orange färbt, für gelbes und oranges, endlich des Kupfer-oxyduls und Goldes für rothes Email.

Die Herstellung der durchsichtigen, wie der opaken Schmclzgläser, geschiehtin kleinen Portionen, indem man die Gemenge in bedeckten hessischen Tiegelnschmilzt. Für die opaken Flüsse stellt man sich durchgängig, vor der Gemenge-anfertigung bereits, ein inniges Gemisch von Blei- und Zinnoxyd, in den erwünschtenVerhältnissen, in der Weise dar, daß man die beiden Metalle zunächst zusammenschmilzt,ihre Legirung durch anhaltendes Erhitzen bis zur Rothgluth, auf flachen eisernenPfannen, bei Luftzutritt, oxydirt, und das sich bildende Oxydgemenge, von derflüssigen Metallmasse abschiebt. Ist in dieser Weise alles Metall verbrannt worden,so wird das Oxydationsproduct noch einige Zeit durchgeglüht, wobei für möglichstvielseitige Berührung mit stets neu zugeführter Luft zu sorgen ist, dann gemahlen,geschlämmt und um möglichste Gleichförmigkeit des Flusses zu erreichen, nur dasfeinste Pulver mit dem erforderlichen Quantum Sand und Alkalicarbonat zusam-mengeschmolzen. Für die Zwecke der Metallarbeiter werden die gut durchgeschmolzenenFlüsse, wie das weiße Email, meist in Wasser abgeschreckt, gemahlen und inPulverform in den Handel gebracht, bisweilen indeß auch, wie das zur Herstellungvon Schmuckmosaiken bestimmte ähnliche Material, zu dünnen Stäbchen aus-gezogen.

Ueber die Zusammensetzung der, namentlich von der ICallrion Votiennaund einigen Venetianern, in den Handel gebrachten Stäbchen von rechteckigemcirca 2 bis 3 mm im Quadrat messendem Querschnitte, aus farbigem Email,des Rohmaterials zu demStift-", oderrömischen" Mosaik, ist nur wenigFeststehendes bekannt. Schwarz analysirte einen derartigen, aus Salviati'sFabrik stammenden, Mosaikstab von opak blauer Färbung und fand in dem-selben i

0 Dingler's Journ. 205, (1872), 425.