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Schmelzglas und Email.
Kieselsäure.
. . . . 64 70
Antimonoxyd ....
.... 592
Bleioxyd.
.... 976
Kupferoxyd.
. . . . 132
Eisenoxyd.
. . . . 0'54
Thonerde.
.... 200
Kalk.
.... 304
Natron.
.... 9-98
Kali.
. . . . 2-06
99 31
Nach Schwarz wäre dieses Glas somit ein durch Antimonoxyd opakgemachtes, mit Kupseroxyd blau gefärbtes Bleioxyd-Kalk-Natron-Glas. WeitereUntersuchungen über diesen Gegenstand stellt er in Aussicht. Da der Mosalk-arbciter im Stande sein muß, diese Stäbe vor der Lampe bis zu erwünschterDicke ausziehen zu können, müssen auch sie aus einer weichen, leicht schmelzbarenCompositiou hergestellt sein.
Ebenso oberflächlich sind unsere bisherigen Kenntnisse über die Anfertigungder Emailcompositionen, die für dccoratives Mosaik in großem Maßstabe, daszur polychromen Ornamcntirung von Wänden, Gewölben und Fußböden vor dem18. Jahrhundert vielfach benutzt wurde, und von dessen Verwendung dieSophienkirche zu Constantinopel, und St. Marco in Venedig, die hervorragendstenälteren, die Jsaakskathedrale zu St. Petersburg ein neues Beispiel zeigen. DasRohmaterial zu solchen Arbeiten bilden rundliche Emailplatten („Pasten"), die inden verschiedensten Farben und Tönen, neuerdings so gut wie ausschließlich vonder genannten römischen Fabrik, in Venedig, und St. Petersburg producirt werden.Aus ihnen stellen Salviati, der verdienstvolle Wiedererwecker dieser, wie manchanderer antiker Glastechnik, und die kaiserl. russische Mosaikfabrik ihre wahrhaftkünstlerischen Leistungen in „eingelegtem" oder, „ Marqueterie-Mosalk" mit abge-schlissener und polirter, daher ebener und blanker Oberfläche, sowie in „byzan-tinischem Mosaik", bei dem die Bruchflächen der einzelnen Stäbe unabgeschlifsenbleiben, dessen Oberfläche daher uneben und glitzernd erscheint, her.
Von den dieses Product liefernden Fabriken werden nach Lcng^) die inkleinen Quantitäten erschmolzenen farbigen Emailsorten, nachdem sie vollständigdurchgeschmolzen und geläutert, mit eisernen Löffeln aus den Schmclzticgeln auseine horizontale polirte Marmorplatte (?) ausgeschöpft, mit einer zweiten solchenPlatte bedeckt, durch Druck auf eine Dicke von etwa 5 bis 10 mm gebracht, underkalten dann, häufig in ihrer Mitte mit eingedrücktem Firmenstempel versehen, zwischenden beiden Platten. Anzunehmen ist jedenfalls, obgleich solches weder von Leng,noch einem Anderen erwähnt wird, daß das Erkalten allmälig in einem Kühlofengeschieht, oder daß die erstarrten Scheiben, die etwa 10 bis 12 am Durchmesserhaben, wieder aufgewärmt, und dann langsam abgekühlt werden, da, geschähe solches
1) Lena, Hr. H., Handbuch der Glasfabrikation (Weimar und Ilmenau, Voigt,1835), S. 497.