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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schmelzglas und Email.

nicht, dieZertheilung dieser Scheiben oderPasten" in parallelepipedischeStreifen,wie solche der Mosaikarbeiter ausführt, indem er die Scheibe auf einen stählernenAmbos legt, der oben einen scharfen Rand hat, und mit einem Hammer einenSchlag auf ihre obere Fläche führt, wegen der Sprödigkeit des rasch gekühltenGlases nicht ausführbar wäre.

Angeblich beläuft sich die Zahl der von Salviati in Email für die Mosaik-herstellung gelieferten Farben und Farbennüancen auf 20000, und bringt er seineetwa 10 vm Durchmesser besitzenden Pasten neuerdings nicht in die Form planerScheiben, sondern planconvexer Zinsen, da diese Form geeigneter, durch ZerschlagenSteinchen zu liefern, deren Querschnitt, je nach Erforderniß, ein Quadrat oderRechteck, ein Trapez oder ein Dreieck ist, oder mit geringer Nachhilfe durch Schleifenin solche Formen gebracht werden kann H.

Einer besonderen Art der Pasten wäre hier noch Erwähnung zu thun, nämlichder entweder in ihrer Masse rothbraunen, nahe der Oberfläche, sowie derdurchsichtigen, farblosen oder farbigen, auf der unteren Seite vergoldeten, inbeiden Fällen, über der Vergoldung, nochmals mit Glas überfangenen, die dasMaterial zu den Goldgründen des Mosaiks liefern, und deren Herstellungsweisevon neuem entdeckt zu haben, ebenfalls Satviati's Verdienst ist. Beschriebenhat letzterer sein Verfahren, dessen er, seinen Leistungen nach zu urtheilen, völligHerr, meines Wissens nicht, doch dürste dasselbe sich nicht wesentlich von demjenigenunterscheiden, das zur Herstellung des Mosaikgoldgrundes, sowie der, wie es scheint,namentlich in den ersten Jahrhunderten christlicher Zeitrechnung massenhaft produ-cirten goldgrundigen Tafeln und Gefäße (toncki ä'oro 2 ) im Gebrauche war, undbereits von Theophilus ausführlich beschrieben wurde»).

Nach Letzterem setzen dieGriechen" (Byzantiner) Blattgold mit Wasserauf den zu vergoldenden Glasgcgenstand oder die Paste auf, und lassen es antrocknen;bereiten sich dann ein leichtflüssiges Glas, das mit Wasser feingemahlen, mit einemPinsel über das Gold aufgetragen, und, nach dem Trocknen, im Ofen zum Schmelzengebracht und eingebrannt würde. Ausdrücklich erwähnt Theophilus auch bereitsdas Ueberschmelzen des Goldes mit gefärbten Flüssen, ein Verfahren, mit demSalviati ebenfalls reiche Effecte zu erlangen weiß.

0 Deutscher amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung, I. L. 479.

2 ) Luonarrnolti: Osssrvamoni soxra alonni traininsni-i cki vasi antlebi äivotro arnati cki ÜKurs, trovati no oiinitsrl cki Itoina (üirsnrs 1716). Livor-saruna artlum SLÜecknla 2, 13/14 et 15.