234 Bouteillenfabrikation.
Sand.100 Thln.
ausgelaugter Holzasche. 250 „
Kalkstein. 30 „
Fast in alle Lehr- und Handbücher der Glasfabrikation finden wir mehrere,oft zahlreiche, Sätze für Grünglas aufgenommen, unter denen die meisten aufRohmaterialien, wie Holz- und Torfasche, Seifeufiederüscher, und Mergel, letztererdas Steckenpferd der Bouteillenfabriken älteren Styls, basirt sind. Alle dieseMaterialien besitzen nun schon an einem und demselben Orte, durchaus nicht stetsgleichbleibende Zusammensetzung, geschweige denn in verschiedenen Gegenden, mnd soist die Mittheilung der Verhältnisse der Einzelbestandtheile eines aus solchen Mate-rialien zusammengestellten Gemenges, mag sich dasselbe auch gelegentlich noch so brauch-bar erwiesen haben, völlig zwecklos, so lange nicht gleichzeitig genaue analytische Datenüber die Zusammensetzung der verwandten Rohstoffe beigefügt werden. Erläu-terungen, wie beispielsweise eine von Schür gelegentlich gegebene „der Mergel— eine kalkhaltige, kieselsaure Thonerde — enthält in Norddeutschland 10 bis15 Procent kohlensauren Kalk", nützen absolut gar nichts, denn, gesetzt selbst,die Grenzen für den Kalkgehalt des Mergels wären so enge, wie vr. Schür esbehauptet, was heißt kieselsaure Thonerde? Das Verhältniß von Kieselsäure undThonerde in sandsreienThonen (etwa^I^OH 2 8iOch giebt, rechnet manSchür'sSätze, so z. B. den für „ordinäres, sehr billiges Grünglas" (S. 43), das erselbst geschmolzen:
Mergel.
1800
Thle.
Aescher.
1000
Soda (52 Proc.) . . .
130
Staßfurter Abraumsalz .
350
„
nach, eine, für nur einigermaßen brauchbares Glas, gänzlich unmögliche Zusam-mensetzung. So klar die Sache schon s, xriori zu Tage liegt, den Grünglashüttcngegenüber kann nicht häufig genug wiederholt werden, daß gerade sie, die aufBenutzung billiger, daher aber auch in ihrer Zusammensetzung wechselnder Mate-rialien angewiesen sind, soll constant gutes Glas geliefert werden, ohne analytischeControle nicht arbeiten können, sowie, daß die, durch Verschmelzung mancher Roh-stoffe, Heizungs- und Fabrikationsabfälle angeblich erreichten öconomischen Erfolge,häufig nur Selbsttäuschung des Fabrikanten, indem entweder, für niederen PreisSchmelzmaterialien von auch nur sehr geringem Werthe erstanden, oder, ausGrundlage falscher Voraussetzungen über die Zusammensetzung der erstandenenMaterialien, um billiger zu arbeiten, das Product der Schmelze systematisch ver-dorben wurde.
Setzt man Materialien voraus, von denen der Sand und Kalkstein eisenopyd- undthonerdehaltig ist, so könnte als Durchschnittsgemenge, nach den oben angeführtenanalytischen Ergebnissen Schüler's, etwa das nachstehende gelten, das bei reinenEinzelbestandtheilen ein Glas der nebenstehenden Zusammensetzung ergeben müßte:
>) Die Praxis der Hohtglasfabrikation (Berlin 1867), S. 29.