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Goldrubin.
Sachlich über das Verhalten des Goldglascs nicht viel Neues bietend, ver-suchte Stein die Farbcnerscheinungen in demselben nach der von ihm aufgestell-ten Restfarbcnthcorie aus der Molekularfarbe des Goldes zu erklären*). DieFarblosigkeit des rasch erstarrten, goldhaltigen Glases, die bereits Schub arth sehrauffallend erschien, wäre nach Stein dadurch bewirkt, „daß Oberflächenfarbe undDurchgangsfarbe der Goldtheilchen zu einander complementär sind, und in derLösung, in der sie nicht einzeln zur Geltung kommen können, sich zu Weiß ver-einigen."
Dirccte, receptartige Vorschriften bieten, wie ersichtlich, die neuen Arbei-ten über den Goldrubin nicht, die genauen und detaillirtcn Aufzeichnungen überdas Verhalten dieses Glases aber, die namentlich Müller's Abhandlung in soreicher Fülle enthält, dürften auch für den „Practiker", versteht er dieselben zunutzen, in höchstem Grade werthvoll sein, und ihn in den Stand setzen, nach eini-gen Versuchen ein brauchbares Rubinglas herzustellen. Was solche der Hüttcn-praxis entstammende Sätze betrifft, so ist auffallender Weise der von Bon-temps für Herstellung zmn Ueberfangen bestimmten roth anlaufenden goldhalti-gen Glases rccommandirte bleioxydärmer, als die meisten seiner anderen Ueber-fanggläser. Er empfiehlt zunächst einen gewöhnliche», farblosen Bleikristallherzustellen, zu dem der Satz:
Sand.100-0 Thle.
Mennige.66-7 „
Pottasche.3 3 3 „
benutzt wird.
100 Thle. des gewonnenen Glases werden dann, unter Zusatz von:
Mennige.1ö Thln.
Salpeter.3 „
Cassius'schcmPurpur 0'25 „
Antimonsaurem Kali . 3 „
die vorher gemischt, in gedecktem Hafen umgeschmolzcn 2 ).
Weit älter, als die Verwendung der Goldpräparatc zum Rothfärbcn desGlases ist diejenige der Kupseroxydc, wenigstens findet sich Kupfer als roth-färbender Bestandtheil in opaken Glasmassen sehr früh; ob durchsichtigesKupferroth unter antiken Gläsern vorkommt, ist meines Wissens bisher nichtbekannt geworden.
Opake rothe Gläser (Pasten) erwähnt schon Plinius, und bezeichnet merk-würdiger Weise sie als „lmsmatinuur" ^) obwohl diese Bezeichnung, der Farbenach, besser auf das durchsichtige Kupferroth passen würde. Mehrfach wurden
*) Dinglcr's Journal 202 (1871); 730; 26Z (1872), 443. — ch (luüls -tuvsrrisr, x. 369 st 370. — ch Ilistor. natur. 36, 198.