Kupferrubin. 323
solche cmlile rothe Pasten analytisch untersucht, so zuerst von Klaproth H, dannvon Mercanton inLausanne 2 ), endlich vonv. Pettenkofer-3). Die gefundenenZusammensetzungen ergaben in:
Hämatinon aus:
den Trümmern
der Villa des Tibe-
Pompeji,
von Eanopus,
rius auf Capri,
nach
nach Mercanton:
nach Klaproth:
Pettcnkofer
Kieselsäure. . .
.53-9
71-0
49-90
Natron ....
. —
—
11-54
Magnesia . . .
. —
—
0-87
Kalk.
. —
1-5
7-20
Thonerde . . .
. —
1-0
1-20
Eisenoxyd . . .
.1-6
2-5
2-10
Bleioxyd . . . .
.35-7
14-0
1551
Kupfcroxydul. .
.13-1
7-5
11-03
104-3
97-5
9935
Wie ersichtlich, stimmen die an verschiedenen Proben gefundenen Zusammen-setzungen miteinander durchaus nicht überein, und steigert solches die Wahrschein-lichkeit der schon von Klaproth ausgesprochenen Vermuthung, daß die Alten sichdieses Glas wohl nicht eigens aus seinen Einzelbcstandtheilen zusammengesetzt, son-dern gelegentlich gewonnene Kupferschlacken zu ihren rothen Glaspasten benutzten.
Die älteste Erwähnung der Herstellung durch Kupfer rothgefärbten Gla-ses findet sich bei Heraclius, wo es im dritten Buche „äs oolorillus st urti-bno Roinanoruin" Cap. 7, heißt: „Willst du aber, daß das Glas roth werde,so bereite es aus unvollständig ausgebrannter Asche in folgender Weise: NimmKupferfeile, und calcinire dieselbe bis sie sich in ein Pulver verwandelt. Danntrage dieses in den Hafen ein, und du wirst ein rothes Glas bekommen, das wirGalienum nennen." Nach einer Note zu diesem Capitel, in der bereits citirtenJlg'schen Ausgabe des Heraclius, fehlen in der mehrerwähntcn technischenEncyclopädie des Mönches Theophilus einige Capitel, die von gefärbten Glä-sern, unter diesen auch von „Kallisnnm" handelten; was in dem übriggebliebenenTexte von Hierhcrgehörigem vorhanden, giebt über die Herstellung des Rothnichts, doch scheint es danach, als habe Theophilus sowohl ein durchsichtigesUcberfangglas») als auch das'opake Hämatinum des Plinius gekannt").
i) 8nr «xnslipnss vitrilrsations nntnpnss. Asm. äs l'asaä. äs Lsrlin 1798,p. 3 — 16. — 2 ) Minutoli: Anfertigung und Nutzanwendung der farbigen Gläserbei den Alten (Berlin 1836), S. 34 u. ff. — ^ Dingler's Journal 148 (1857),122, nach Abhandlung der naturwissenschaftlich technischen Commission der königl.bayer. Akademie der Wissenschaften 1, 121. — ») vivsrsarnrn artinrn sslrsänla 2,8: „81 voro psrspsxsris, (gnoä ss lorts vas sliczuoä in lnlvnnr oolnrsin sonvsr-tat, g)ni sarni sirnilis sst, lloo vitrnrn pro insinllrana Irallsto." Jlg übersetzthier zwar: „dies Glas soll für nackte Theile gebraucht werden," doch liegt, wenn indieser Stelle, wie auch Jlg das anzunehmen scheint, von dem im Mittelalter später vielverwandten Kupferroth die Rede, nrsinln-ana „Ueberfang" hier wohl näher. — ch Idi-äsin snp. 12: „purpnrsnin, st non sst psrspioat, seä äsnsnrn in rnoänni rnar-moris."
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