Buch 
Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
Seite
330
JPEG-Download
 

330

Kupferrubin.

Sand. . . .100 Thle.

Mennige. . . 12ö „

Pottasche. . . 25 „

Kalisalpeter. . 167 „

dasselbe, das Kohn für Goldrubin empfohlen, und das auch Müller seinen Ver-suchen über letzteres Glas zu Grunde gelegt hatte. Als Rcductionsmittel, fürdas vom Glase aufgenommene Kupferoxyd, erwiesen sich sowohl Eisenhammer-schlagals Zinn brauchbar; da ersterer das Glas aber färbt, und weniger energisch undandauernd wirkt, wurde von Ebcll bei seinen Rubindarstellungen fast ausschließ-lich Zinn, und zwar in Form von dünner Zinnfolie, dem Glase zugesetzt *).

Das Kupfer färbt, wie das durch ältere Erfahrungen bereits bekannt war,sehr intensiv roth, da es aber unmöglich, namentlich in so blcireichcm Glase,wie dem zu Ebcll's Versuchen benutzten, alles vom Glase aufgenommene Kupferreducirt zu erhalten, waren größere Oxydzusätze unerläßlich. 2 pro inillo des Ge-menges erwiesen sich zwar, bei Reduction durch Zinn und unter günstigen Um-ständen, als für intensive Färbung vollkommen genügend; es erforderte aber einso geringe Quantitäten Kupfcroxyd enthaltendes Gemenge sehr aufmerksame Be-handlung. Sogar als der Kupferoxydzusatz auf 5 pro inills gesteigert worden, ga-ben die gewonnenen Gläser, bei Verwendung von Hammerschlag als Ncductions-mittcl, noch keine gelungenen Schmelzungen, und erst bei 1 Proc. Kupferoxydgelaugte Ebell, sowohl mit Hammerschlag (1'5 Proc.), als mit Zinn (2 Proc.),selbst bei Ersatz des Bleiglases durch gewöhnliches HohlglaS, zu regelmäßig gün-stigem Erfolge.

Bei Versuchen, den Rubin durch directen Kupfcroxydulzusatz zu gewinnen,wurde keine rothe Färbung der Masse erhalten; das Oxydul spaltete sich inregulinisch sich abscheidendes Kupfer, und die Glasmasse grünfärbendcs Oxyd, undnur nach dauernder Einwirkung des schmelzenden Glases auf das Metall, zeigtesich, um die abgeschiedenen Körner des letzteren herum, topische Rothsärbung, inForm leichter, räumlich sehr beschränkter Aureolen. Wie hier eine localc, sokonnte, bei andauerndem Schmelzen, auch eine über die ganze Masse sich er-streckende Rothsärbung gewonnen werden, wenn, unter Abschluß aller, möglicherWeise oxydirend wirkenden Einflüsse während der Schmelze, dem farblosen Glasefein zertheiltes metallisches Kupfer zugesetzt, und die Masse andauernd hoherTemperatur ausgesetzt wurde. Ueberhaupt gilt, nach Ebell, als Regel, daß,unter welcher Form immer das Kupfer dein Glase incorporirt werden möge, stetserst nach andauerudemSchmelzen guter Rubin gewonnen werden könne, undist in dieser Beobachtung wohl die Erklärung für Bontemps' Erfahrung, daßwiederholtes Umschmclzen dringendes Erforderniß, zu finden.

Wie das ähnliche goldhaltige Glas so erscheint, nach Ebcll, auch derKupfcrrnbiu, nach vollendeter Schmelzung und klarem Flusse rasch abgekühlt,farblos, nach Bontemps füllt er wie oben erwähnt wurde, im Großen herge-bt In heißgehenden Glasösen ist, meiner Erfahrung nach, Zinnfolie kein ge-eignetes Reduktionsmittel, da in der hier dünnflüssigen Glasmasse das Zinn, ohne vielgewirkt zu haben, im Schmelztiegel zn Boden sinkt.