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Decorative Glasmalerei.
Sand.100 Thle. Braunstein. 8 Thlc.
Mennige. ... 82 „ Eisenhammerschlag ... 12 „
Pottasche. ... 38 „ Kupferoxyd.12 „
Salpeter. ... 8 „ Glasbrocken.40 „
Kobaltoxyd ... 8 „ 308 Thle/
Daß es hier auf genaues Einhalten der vorgeschriebenen Mengenverhält-nisse der färbenden Oxyde nicht ankommt, liegt auf der Hand, da es sich beisolchem Glase, dem „Hyalith", nur darum handelt, ein intensiv gefärbtes Pro-duct ohne ausgesprochenen Stich in eine bestimmte Farbe zu erhalten.
Häufig, ja in den meisten Fällen, wird der aus der Hand des Glasmachershervorgehende Krystall nachträglich noch äußerlich decorirt, und kommen, als zusolchem Zwecke gebräuchliche Behandlungsweiscn hier dann namentlich die Be-malung und der Schliff, an Stelle des letzteren neuerdings mehrfach dieAetznng, zur Ausübung.
Die Glasmalerei ist technisch betrachtet, und nur mit dieser Seite der-selben haben wir es hier ja zu thun, ein nachträgliches Nebcrzichen eines größe-ren oder beschränkteren Theiles der Oberfläche gläserner Objecte mit einer dünnenSchicht eines Schmclzglases, das durch mehr oder weniger intensive Färbung sichvon der farblosen, oder bereits anderweitig gefärbten Grundmasse abhebt. Sieunterscheidet sich vom Ucberfangen im Princip nur darin, daß sie das Materialfür die färbende Glasschicht kalt, als feines Pulver mit dem Pinsel aufträgt, undes nachträglich in Fluß bringt, vom Lasiren darin, daß beim Bemalen eine neueGlasschicht aufgetragen, bei diesem das bereits vorhandene Material nur ober-flächlich nnt färbender Substanz imprägnirt wird.
Wahrscheinlich ist die Glasmalerei eine deutsche Erfindung^, undwurde in ihren Anfängen zuerst auf Fensterscheiben angewandt, deren älteste nureinen einzigen schwarzbraunen Fluß erkennen lassen, mittelst dessen aus den ausfarbigem, oder farblosem Glase geschnittenen Stücken der in Blei gefaßten Mo-saikfenster, Conturcn und Schatten eingetragen wurden. Bereits gegen Ende des10. Jahrhunderts malten in dieser Weise Mönche des BenedictincrklostersTcgernsce. in Bayern Fenster für ihre Kirche 2 ). Thcvphilus beschreibt das sei-ner Zeit übliche Verfahren der Herstellung derartig gemalter Fenster ausführ-lich s), erwähnt aber, neben der Schattenfarbc, auch schon einige andere. AufHohlglas ist die Malerei jüngeren Datums, doch reichte sie auch hier wohl ineine frühe Zeit zurück, da mehrfache vorhandene Objecte, die im klebrigen ent-schieden den Eindruck von Prunkstücken machen, auch nur in einer Farbe bemalt,von dem, etwa seit Mitte deS 14. Jahrhunderts anderweitig bemerkbaren Fort-schritte auf diesem Gebiete nichts erkennen lassen. Im 16. Jahrhundert wird
0 NachVasari hat der JtalienerBaldorincttidas gründliche Glasmalen um dasJahr 1389 von einem Deutschen, der nach Rom gewallt, gelernt. Springer: Bilderaus der neueren Kunstgeschichte (Bonn 1867), S. 173. Nach Thcophilus waren in-deß, zu seiner Zeit, die Franzosen „in llno oxsrs xsrltissimi". — ^ Bücher: DieKunst iin Handverwcrk (Wien 1872), S. 82. — Oivsi-8. artinin soüsänla 2, 17 bis 21.