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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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368 Fensterglas.

nimm ein heißes Eisen, sprenge Dein Glas an einer Seite auf, leg es auf den ^

Herd (vorn in das Arbeitsloch) des glühenden Ofens, und sobald als es zu ^

erweichen beginnt, ergreif eine eiserne Zange und ein ebenes Holz (Streckkloben), U

biege das Glas an der Seite, wo es aufgesprengt, auseinander, strecke es (durch ^

Ziehen) mit der Zange, und ebene es nach Belieben. Wenn es dann über undüber eben geworden, so nimm es rasch heraus und thue es in den nur mäßig ^

aufgeheizten Kühlofen, jedoch so, daß die Tafel (in demselben) nicht liege, sondern si

an die Wand gelehnt stehe. Neben sie stelle eine zweite in derselben Weise gestreckte ^

Tafel, sowie eine dritte, und alle die übrigen. Wenn diese nun kalt geworden i

sind, so bedien Dich ihrer zum Zusammensetzen von Fenstern, indem Du sie, je nach v,

Belieben, in einzelne Stücke mit dem (heißen) Sprengeisen zerlegst" I. ä

In der beschriebenen Herstellnngsweise erkennt man unschwer die Anfänge si

der Fabrikation des Cylinder- oder Walzenglascs die, allmälig vervollkomm- g

net, heutigen Tages wieder das übliche Verfahren für Gewinnung des Tafelglases n

(sprssä^Isss, llroackAsss, Ksrmsn sllsst Zlsss, vsrrs sn. szäinärss, sn man- h

vllon oder sn ssnons, vsrrs Is^on äs Lolisms) ist, und bereits im 11. Jahr- u

hundert hauptsächlich für die Kirchen, indeß auch für Schlösser und luxuriöse d

Privathäuser^) das Verglasungsmaterial lieferte, das trotz der Rohheit des Streck- u

Verfahrens, übrigens nicht nur zerstreutes Licht durchfallen ließ, sondern selbst ein ei

Durchschauen gestattetes. t

Schon frühzeitiger erwacht dieser Art der Tafelglasfabrikation, die auch in n

Venedig die allein übliche gewesen zu sein scheint, gefährliche Concurrenz in der,soweit sich solches beurtheilen läßt, in Frankreich erfundenen, oder wenigstens hier , 1

zuerst allgemeiner betriebenen, Fabrikation des Mondglases (orovn - Zlass, i>

vsrrs a lionäins, SII xllats, ä lsrnls, vsrrs äs lbranos), die sich aus der Fabri-kation derButzenscheiben" entwickelte, jener kleinen runden, etwa 15 om v

Durchmesser habenden dicken Gläser, mit einem Nabel in der Mitte, die wir, in s

netzartiger Bleifassung, in alten Kirchen, gelegentlich auch wohl noch in Tyroler r

Baucrhäuscrn finden. z

Bereits aus dem Jahre 1330 existirt ein Privilegium Philipp's VI., durch s

das cinemPhilipp deCacqueray, der alsEntdcckcr der Fabrikation desxlsst > ii

äs vsrrs, sxpsls vsrrs äs Vrsnos" genannt wird, die Erlaubniß zur Anlage r

einervsrrsris gmooss", wie die Mondglashüttcn im Gegensatze zu dcnHohl- ! dglasfabriken (xstitss vsrrsriss) bezeichnet wurden, ertheilt wird 4). r

In der Normandie hatte die französische Mondglasfabrikation ihren Haupt- i

sitz. Die hier bereits vor dem Jahre 1330 existirende Hütte zu IJntsins-än- §

IIonx oder, wie sie später genannt wurde,VsrrsrisäslaHs^s," lieferte bereits f

in dieser Weise hergestelltes Tafelglas, das auszuarbeiten vier adelige Familien, h

I Das in der Uebersetzung Eingeklammerte sind von mir gemachte Zusätze.

2) kursivst, 553, 4:sinllsld äsr üsmsnstsn rvsnt vit vsnstsr llsts, äs vor Alss." 1

^) Ditsnis 258 (Ende des 12. Jahrhunderts):slss äi snnns äurll äs? Alsssvsn- l

stsr irlnsllit äsn tnnüslsn sst" IIstdinAl, 1282 (13.Jahrhundert):äooll ist sisksllsnäis sn vsnstsrn, sn gissen luo^sn in äis As^^sn." ch Ds Vsillsnt:

Dss vsrrsriss äs Is bkormsnäis. Dss Asntilllommss st srtistss vsrrisrs nor-msnäs (Ronsn, I-snstin 1873), x. 3.