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Fensterglas.
die Caquerai, Brossard, Vaillant und Bongards, die „Osntilllom-mos-vsrrisrs" der Normandie, das ausschließliche Recht besaßen, und solchesRecht, das ihnen nutzbringende Arbeit gestattete, ohne ihren Adel zu schänden, bisgegen Ende des vorigen Jahrhunderts consequent behaupteten.
Von Frankreich aus ist die Mondglasfabrikation dann auch wohl nach Deutsch-land, wo sie indeß nur hier und dort, so z. B. auf der Lohrer Fabrik zu Ein-siedcl in Unterfranken Eingang gefunden, und nach England importirt worden, inwelch letzterem Lande sie sich, nachdem sie in ihrer Hcimath durch die dort seit1778, zuerst zu Romesnil, eingeführte Walzenglasfabrikation mehr und mehrverdrängt worden, zum Theil noch bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Dieältesten deutschen Hütten scheinen ihr Walzenglas in dervonThcophilus beschrie-benen Weise, die gelegentlich auch in Frankreich benutzt wurde (o^usus cls morua),gearbeitet zu haben, doch ist über solche Hütten nur sehr wenig bekannt, und kennenwir von ihnen kaum mehr als einige Namen; so stammen aus dem 16. Jahr-hunderte angeblich die von Poschinger'schen Hütten Buchenem, Oberzwieselauund Fraucnau bei Zwiesels, und erwähnt um dieselbe Zeit Mathesius nebendem venetianischen des hessischen Tafelglases, aus dem man: „scheiden, rautenund stubenfenster machet." In das 17. Jahrhundert, um welche Zeit in Flandernebenfalls schon privilegirte Tafelglashütten bestanden^), datirt dann Friedrichs-thal bei Lauchhammcr seine Gründung; die übrigen zur Zeit bestehenden Etablisse-ments reichen kaum über den Anfang unseres Jahrhunderts zurück.
Daß die Mondglasfabrikation eine Coucurrenz mit der Walzenglasfabrikation,trotz der ihr anhaftenden Uebelstände, namentlich dem unvortheilhaften Formatihres Productes, aufnehmen konnte, lag vor Allem an der durch Vermeidung desStreckens im Ofen bedingten ebeneren, reineren und glänzenderen Oberfläche dervon ihr gelieferten Scheiben. So lange das Format der Fensterscheiben ein be-schränktes blieb, behielt dann auch aus diesem Grunde das Mondglas wenigstensin Ländern wie England, wo höhere Ansprüche an die Fenstcrverglasung gestelltzu werden pflegen, ein gewisses Ansehen, und wurde erst wieder zurückgedrängt,seit das, an Stelle der früheren nur sehr mangelhaft geebnetes Glas lieferndenCylinderfabrikation getretene, neuere (sogenannte böhmische) Verfahren sich allge-meiner verbreitete, und der Vervollkommnung des rohen Strcckverfahrens die nöthigeAufmerksamkeit zugewandt wurde. In Folge der letzteren sehen wir dann inunserem Jahrhunderte in bedeutender Zahl Streckofensysteme hervortreten, die baldin dieser, bald in jener Weise möglichst günstige Verhältnisse für den Streck- undKühlproceß herzustellen streben, dennoch ist gerade dieser Theil der Walzenglas-fabrikation noch bis auf den heutigen Tag der kranke Punkt unserer Tafelglas-hütten.
Schon zur Zeit des geblasenen Spiegelglases, noch mehr seit dem Aufkommendes gegossenen, entstand den Fensterglashütten in diesem Glase eine scheinbar dro-hende Concurrenz, indem die, die eine oder die andere Art des Spiegelglasesliefernden Anstalten gerade die Consumenten größerer und stärkerer Tafeln voll-
1) Lobmeyr: Die Glasindustrie. — 2) . Vgin.giügg A Iz dg
Vsuiss, x. 58.
Glasfabrikation.
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