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Fensterglas: Zusammensetzung.
Kieselsäure
. . . 68-6
Eisenoxyd .
... 1-2
Thonerde .
... 0-3
Kalk . .
. . . 11-9
Magnesia.
... 2-1
Natron
... 8-1
Kali . .
... 6-9
99'1 Proc.
und erscheint es sogar zweifelhaft, ob der größere Kälkgchalt des letzteren Glasesein beabsichtigter, oder unbeabsichtigt, mit den in Venedig schon im 16. Jahrhundertals Flußmittel allgemein gebräuchlichen Aschen, in das Glas gekommen I.
Im klebrigen liegen Analysen von Fensterglas aus verflossenen Jahrhundertennicht vor, doch dürfen wir aus der Zusammensetzung der Producte abscitsliegendcrFabriken unserer Tage, so mancher russischer, deren Arbeiterbcvölkcrung ausBöhmen stammt, und die stark „beim Alten geblieben", wohl mit ziemlicherSicherheit darauf schließen, daß dem antiken Glase analog zusammengesetztesnoch im vorigen Jahrhundert ziemlich allgemein üblich war. Als Beispiele fürderartig componirte Tafelgläser neueren Ursprungs mögen die nachstehenden
gelten:
Tafelglas:
böhmisches schlesisches v. Zwickau russisches
nach nach nach
Peligot^) Siegwart^) BenrathJ
Kieselsäure .... 67'70 . . 74-72 . . 72'30 . . 71'27 . . 62'78
Mangan u. Eisenoxyds , x-26 , , 242 . . 1'03 . . 0'73
Thonerde . . . . )
Kalk.9'90 . . 8'87 . . 8-34 . . 7-60 . . 6-11
Natron. — . . 15'01 . . 16-89 . . 20'10 . . 19'14
Kali.21-00 . . — . . — . . — . . 11-24
100-00 99-86 99-95 100-00 10000
Eine so große Uebereinstimmung in der Zusammensetzung, wie sie die auf-geführten Proben zeigen, in den Gläsern vergangener Zeiten zu finden, darf manallerdings nicht erwarten, wurden doch Aschen sehr wechselnder Herkunft als Fluß-mittel benutzt, von deren unbekanntem Alkali- und Kalkgehalte die Zusammen-setzung des zu erschmelzendenProductes abhing. Berichtet doch noch Bosc d'Antic1760, in Bezug auf den Kalk: „?su äs xsrsonnss souxzonnsnt, gu'il soit
U Sarepta XV: „Jr eigen fand haben hiezu dieVenediger, und brennen ir eygeneasch. — Ich höre sagen, man brenne asch aus schilffwurtzel. — Sie brennen auch ausetlichen salzkreutern als Xntbxälis ire subtilere asche, daraus das glas Heller und reinerwird." Asche, und zwar Buchenasche, benutzt auch bereits Theophilus zu seinen Glas-gemengen, und auch in Vridankes Bescheidenheit (Edit. Grimm) 28, 20 heißt eö: ,,^otbat Msobaüsn rnansKSn man, äsr ^las von asobsn inasbsn bann." — ch Oornxt.rsnä. JA (1846), 547. — 3) Dingler's Journal 20 3 (1372), 39. — ^) Wagner'sJahresbericht 14 (1868), 376.