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Fabrikation geblasener Spiegel.
eine dünne Sandschicht auf den Strcckstcin, zog das untcrdeß so weit erforderlichabgekühlte Glas wieder oor, und setzte das Niederdrücken, Recken und Formen fort,bis die verlangten Dimensionen allmälig erreicht waren. Dann gelangte dasfertig gestreckte Glas, dessen Vorderkante schon zu Anfang der Bearbeitung nachoben umgeschlagen worden, um für das Hin- und Herschieben geeignete Stützpunktefür die Streckkrücke, und dickere Haltpunkte für die Zange zu bieten, in die Kühl-abtheilung des Ofens, und blieb hier, wenigstens bis zu völligem Erstarren, aufdem Kühlsteine liegen. Kleinere Gläser, etwa bis zu einer Höhe von 150 ein,wurden, wenn sie erstarrt, wie das gewöhnliche Tafelglas aufgerichtet, und zuPfeilern zusammengestellt, für größere war solches Aufrichten zu schwierig undgefährlich, sie mußten daher liegend gekühlt werden, und erforderte ihre Herstellungsomit sehr weite Kühlräume.
War der Ofen gefüllt, so wurde er geschlossen und verschmiert, und wie beimFensterglaskühlen erst allmälig wieder geöffnet. Die ihm entnommenen Tafelnboten alsdann ein Aussehen, das den Verdacht, daß sie Spiegelglas, bei demnicht speciell Orientirten wohl kaum hätten aufkommen lassen. Ihre untere Seitewar durch angebackenen Sand rauh, ihre obere zwar blank, aber meist nichts weni-ger als eben, zeigte auch wohl hier und dort einzelne tiefere Eindrücke der Streck-krücke, die gcfürchtcten „Schuhe".
Die weitere Bearbeitung, der dieses Rohglas unterworfen wurde, um inSpiegel umgewandelt zu werden, war im Wesentlichen dieselbe, der auch dasgegossene Glas noch heutigen Tages unterworfen wird, in Bezug auf sie kann hierdaher auf die betreffenden Partien des nächsten Abschnittes verwiesen werden.