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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Gießen und Walzen des Spiegelglases.

Zeichnung, Fig. 189, erkennbare eiserne Hörner gestützt, sowie dicht vor die Walze jeeine Coulisse b b geschoben, die aus Kupfer, neuerdings meist in der durch Fig. 192wiedergcgcbcncn Form hergestellt, sich mit der rund ausgehöhlten Kante ihrer Innen-

wand an die Walze anlegt, und daher, beiFortbewegung der letzteren, von ihr längs derLeisten vorwärts geschoben wird; endlichist der ganze Tisch aufs Sauberste abge-bürstet. An den Kurbeln des Walzcnwagenssind ein Paar Arbeiter aufgestellt, um, so-

Fig- 192.

s bald erforderlich, durch Anspannung der Ketten die Walze auf sich zuzuziehen,andere Arbeiter stehen an den Griffen der aufgeschlagenen Klappe // des Zwischen-^ Wagens, bereit, sie rasch nieder zu lassen, wieder ein Paar andere endlich habendie, der Abschäumkrücke gleich gestalteten, nur mit längerem Stiele versehenen Zieh-krücken zur Hand, um, wenn erforderlich, mit ihnen den Fluß des glühendenGlases zu rcguliren, oder durch rechtzeitiges rasches Abziehen über die horizontaleFläche der Coulisse hin, während des Walzens in der Masse etwa sichtbar werdendeSteine oder größere Blasen zu beseitigen.

Zwei Mann zu jeder Seite des Meßtisches ergreifen jetzt die Handhaben an denlangen Führungsarmcn dcrHafenschlingc/?/?, Fig. 190, lassen den Hafen, parallelder Längsrichtung der Walze, ein paar Pendelschwingungen machen, undbenutzen die zweite oder dritte derselben, um, während sich gleichzeitig der Krähn! " fortzubewegen beginnt, den größten Theil des Hafcninhalts quer über den Meßtisch^ hin vor die Walze auszuziehen. Der entleerte Hafen wird dann mit dem Krahn-wagen rasch zu der vorerwähnten Eisenplatte zurück, und, nachdem er auf diesehinabgelassen und von der Hafenschlinge befreit, in der Hafenzange auf seinen Platzim Schmelzofen gefahren.

, Unterdeß ist durch Drehung der Kurbeln auf dem Walzenwagcn die schwere

! Walze in Bewegung gesetzt worden, und bewegt sich in gleichmäßigem Tempo, dasglühende Glas vor sich herdrängend, und unter sich ebnend, auf das entgegengesetzteEnde des Meßtisches zu. Sobald sie diesem nahe kommt, werden die Coulissen! entfernt, und während dann die Walze auf ihren Wagen übergeht, fließt einetwaiger lleberschuß von Glas von der Gußplatte, über den vorderen Rand derletzteren, in einen hier untergestellten eisernen, eine Schicht Sand enthaltendenKasten, der die Länge der vollen Breite des Meßtisches hat, ab. Rasch setzt sichnun der Walzenwagen in Bewegung, und entfernt sich von seinem Platze vor derGußplatte; von jeder Langseite aus unterfährt ein Arbeiter das zuletzt ausgewalzte! Ende der hier noch weichen Glastafel mit einem, an langem Stiele sitzenden, spatel-1 förmigen Eisen (laues), hebt den äußersten Rand desselben, während die Klappe //des Zwischenwagens herabgcschlagen wird, auf, und schlägt ihn auf die Tafelzurück.

Hat nun auch der Verlauf weniger Minuten genügt, um die Gesammtheitder beschriebenen Operationen auszuführen, so ist unterdeß das zuerst ausgewalzte; - Ende der Tafel doch bereits fast völlig erstarrt, und legen jetzt, sobald die Brücke//niedergeschlagen, ein paar Arbeiter hier die Einschiebekrücke, Fig. 193(a.f.S.),

' an, zwischen deren unteres und oberes horizontales Blatt der vom Kühlofcn abgewandte