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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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llollsä xlnts" und Biberschwänze.

Dieses Glas, meist in der Stärke von 3 bis 5 mm hergestellt, wird, umBlasen und andere Fehler desselben weniger auffällig zu machen, auf der einenSeite der Scheibe durchgängig mit einem aus feinen, erhabenen Streifen gebildetenparallellinigen oder aus Rauten bestehenden Muster, dessen Linien in den Gußtischeingegrabcn, versehen, und zeigt, wofür nachstehende analytische Ergebnisse alsBeleg dienen, die Zusammensetzung des gewöhnlichen Spiegelglases:

Dünnes gewalztes Tafelglas von Saint-Gobain^).

I. Sorte (farblos) II. Sorte (grünlich)

Kieselsäure .

72-80 . . .

> . . 71-50

Thonerde -s- Eisenoxyd.

0-73 . . ,

, . . 2-03

Kalk .

14-10 . .

. . . 13-29

Natron.

12-30 . . .

, . . 13-05

99 93

99-87

Ist das Glas geschmolzen, und einigermaßen lauter geschirrt, so wird daserforderliche Quantum der dünnflüssigen Masse, mit einem etwa 15 bis 20 LZ Glasfassenden, von drei Mann gehandhabten Schöpflöffel, von der Art der zum Ueber-schöpfen des Glases aus dem Schmelz- in den Gießhafen beim älteren Spiegclgussebenutzten, aus dem Hafen geschöpft, auf den nur gegen 0-75 m breiten Meßtischgegossen, und hier mit einer leichten Walze ausgewalzt. Von dem Meßtisch gelangtdie Tafel, durch seitliches Abschieben auf einen, mit einer Holzplatte gedecktenWagen, mit dem sie rasch zum Kühlosen gefahren, und alsdann auf die Sohledes letzteren hinübcrgeschoben wird. Hier vollständig erstarrt, kann dann das Glasbei seiner nur geringen Breite, in Art des gewöhnlichen Tafelglases aufgerichtet,und, wie letzteres in den Auflehnöfen, auf langer Kante stehend, in Pfeilern gekühltwerden. Dieses Aufrichten der Tafeln im Ofen bequemer zu machen, und dasVerschieben derselben auf der Ofensohle zu vermeiden, hat Blinkhorn für dieseGlassortc einen Kühlosen construirt, dessen Mechanismus beistehcnde Schnittezeigen (Fig. 194 und 195).

Die gußeiserne, horizontale Platte A, auf die die Glastafel im Kühlosenzunächst zu liegen kommt, ist auf einer Achse r befestigt, mit der sie, durch Drehung

der Kurbel m, mittelst eines Zahn-^3- 194- triebcs, von der heißesten Partie des

Kühlraums, in der Nähe der Feue-rung e, nach der gegenüberliegenden,kühleren Wand fortbewegt werdenkann. Auf die Achse e ist das Rohr-r lose aufgeschoben, das mit demSpeichenkranz fest verbunden, einegebogene Stange trägt, die ihrerseitswieder an der Platte A befestigt ist,

i)Normalconstitiition bleifreien Glases", S. 45.