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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schleifmaschinen für Spiegelglas.

Schleifen und Poliren des rohen Glases auf den verschiedenen Spiegclfabrikenbenutzten Apparate, gehen auch die meisten derselben in den Grundgedanken derConstruction nur von zwei von einander abweichenden Ideen aus, im Detail derAusführung sehr verschieden.

Was zunächst die zum Rauh- und Klarschleifen benutzten Maschinenbetrifft, so hat sich eine der ältesten derselben, die sogenannte Fliegrahmen-maschine (tl^ trams rnaolrins), deren hübsche Construction noch James Wattzugeschrieben wird*), bis auf die neueste Zeit in noch recht verbreiteter Anwendungerhalten. Eigenthümlich ist an dieser Maschine, durch die zwei Schleifstände(Bänke) gleichzeitig bedient werden, die mechanische Führung ihrer, die Ober-gläser tragenden, Schleifkästen, der ihr den Namen gegeben habenden flachenFliegrahmen, durch die Glas auf Glas mit doppelter Drehung in der Horizon-talen herumgeführt wird. In der Mitte des Zwischenraums zwischen den beiden,im Abstände von etwa 1'5 bis 2 m hintereinander liegenden Schleifbänken nämlich,dreht sich, getrieben durch eine mehreren Schleifstandpaaren gemeinsame horizontaleWelle niit tonischem Zahnrade, eine mit in letzteres eingreifendem ähnlichen Nadversehene verticale, oben mit einer Kurbel endigende andere Welle. Das Endedes rotirenden Kurbelarmes spielt in einem Lager in der Mitte eines quadratischenhorizontalliegenden, eisernen Rahmens, der, an seinen Ecken durch vier leichtere, dertreibenden Kurbel in ihren Längsdimensionen gleiche, frei sich bewegende Kurbelngehalten, bei Drehung der stehenden Triebwelle über letztere derartig herumgeführt wird,daß alle hierbei allmälig durchlaufenen Lagen seiner Seiten stets der ursprüng-lichen parallel bleiben. Mit den den beiden Schlcifständen zugekehrten Seitendieses quadratischen Rahmens ist das eine Ende zweier, die Länge der Schleifbünkeüberragenden, starken Arme, die aus zwei in etwa 4 bis 6 om Abstand nebenein-ander hinlaufenden eisernen Schienen, welche an ihrem freien Ende, sowie durchQuerbänder mehrfach verbunden hergestellt, in Gelenken derartig befestigt, daß sichdiese Arme zwar heben und senken, aber nicht zur Seite biegen lassen. Die freienEnden der Arme werden durch, von der Schlcifstubendccke herabhängende, Kettengetragen, und durch diese auf passender Höhe über der Schleisbank erhalten, ohnedurch solche Aufhängung in ihrer, dem quadratischen Mittclrahmen folgenden Be-wegung, beschränkt zu sein. Wird also die Tricbwclle des Systems in Bewegunggesetzt, so folgen dieser die b'eiden letzterwähnten als Führung für den Schlcif-kasten dienenden Arme, und beschreibt hierbei jeder Punkt derselben über dem Boden-glase einen Kreis, dessen Durchmesser der doppelten Länge der treibenden Kurbelgleich ist.

Ueber dem Mittelpunkte des das Oberglas, wie bei der Handschleifcrci, tra-genden Kastens befindet sich ein fest mit letzterem verbundener, starker, eisernerZapfen, in einem Lager, das an beliebige Stelle zwischen die beiden Schienen desFührungsarmes gebracht, und hier durch Schrauben befestigt werden kann. DerFührungsarm reißt dann den Schleifkästen in kreisförmiger Bahn über den Schleif-

et G. H-Daglish zu St. Helens:Ueber die bei der Spiegelglasfabrikation ange-wandten Maschinell." Dingler's Journal 174 260, nach: Nsollanios UagnUns 1864,