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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Schleifmaschinen für Spiegelglas.

stand mit sich fort, derselbe kann sich aber hierbei auch noch um seinen Mittelpunktherum auf dem Bodenglase schleifend drehen, und thut solches, beim Betriebe derMaschine, sobald auf seiner einen Seite ein größerer Rcibungswiderstand zwischenden sich gegenseitig abschleifenden Glasflächen sich einstellt, in langsamerem oderrascherem Tempo. Durch Verstellung des Lagers für den Drehungszapfen des,seiner freien doppelten Bewegung den Namen verdankenden Fliegrahmens, der mitseinem Führungsarme per Minute etwa 30 bis 40 Umdrehungen macht, kanndann der Schliff allmälig vorschreitend, über die ganze Fläche selbst eines rechtgroßen Bodenglases hin, gleichmäßig ausgeübt werden, und arbeitet diese Maschinedaher in dieser Beziehung recht befriedigend.

Eine ähnliche Maschine, bei der aber vier Schleifstände durch eine gemeinsameAchse getrieben werden, wurde von Jos. Crosfield beschrieben ^). Auf diesenWatt'schen Maschinen wird bei Verwendung von Sand verschiedener, allmäligsteigender Fcinheitsgrade sowohl Rauh- als Klarschliff ausgeführt. Neuerdingswird bei ihnen zum ersten Rauhschleifen, an Stelle des das rohe Oberglas tragen-den Fliegrahmens, auf manchen Fabriken ein solcher angewandt, der auf seinerunteren Fläche in 2 bis 3 om Entfernung von einander parallel hinlaufende starkeeiserne Latten trägt, und soll, bei dieser Einrichtung, bei der ebenfalls grober Sandals Schleifmittel dient, eine nicht unbedeutende Beschleunigung der Arbeit sicherreichen lassen.

Nahe verwandt der Watt'schen Schleifmaschine ist diejenige, welche sich1846 W. Nicholson und G. Wadsworth unter ihrenVerbesserungen in derGlasfabrikation" für England patentiren ließen 2). Auch bei dieser Maschine ruhtdas Bodenglas auf einer schweren, hier durch Adjustirungsschraubeu auf passendeHöhe einzustellenden Schlcifbank; dagegen wird jeder Schlcifkasten direct durch einean stehender Welle von oben Herabreichende Kurbel geführt. Diese Kurbel, odereigentlich nur ein horizontaler, auf das untere Ende der vcrticalen Welle aufgekeilterArm der letzteren, treibt den Schleifkasten an seinem Zapfen im Kreise vor sichher über das Bodenglas hin, und sind, um ein Einstellen des Schleifkastcnzapfensauf verschiedene Entfernung vom Drehungsmittelpunkte zu ermöglichen, eine Reiheschräger nach vorn zu offener Einschnitte in den horizontalen Triebarm gemacht.Schlcifsand und Wasser werden durch eine schmale Rinne auf das Bodcnglas vordie Schleifkasten geführt. Da, wie bei der Fliegrahmenmaschine auch bei der ebenbeschriebenen, das Oberglas außer der ihm durch die Kurbel direct ertheiltenBewegung*noch in Drehung um den Zapfen des Schleifrahmens versetzt wird,wird sich dieses gut und regelmäßig abschleifen, ob aber solches auch beimBodeu-glasc der Fall ist und ob daher diese Maschine überhaupt eine Verbesserung der früherenenthält, dürste fraglich erscheinen. Ob und in wie weit sie in die Praxis einge-drungen, darüber liegen Nachrichten nicht vor.

Dingler's Journal 86 (1842), 424, nach London llonriml ok arts 1842,August. 2 ) Arn-z bffchmben, und in kleiner Skizze wiedergegeben: Dingler's Jour-nal 103 (1847), 95, nach llopsrtor^ ok katont-Invsntions 1846, November.