472 Schützender Ueberzug für Silberspiegel.
In ähnlicher Weise, wie sich das Glas versilbern läßt, läßt es sich auchvergolden, und gab hierzu Liebig auch bereits 1856 eineVorfchrifG); Bleek-rode fand 1860, daß ein wässeriger Auszug der aus Südamerika importirten„Seifenrinde" aus einer Goldchloridlösung das Gold metallisch, und an dieWände von Glasgefäßen anhaftend, abscheide 2); doch findet eine derartige Vergol-dung des Glases von der unter Anderen König L Kupfer in Bern Probennach Wien geliefert hatten, nur so sporadisch Anwendung, daß für unsere Zweckeein Hinweis auf die angezogenen Mittheilungen genügen dürfte.
Zur Versilberung von Hohlglas finden die nämlichen Flüssigkeiten Ver-wendung. Sie werden entweder in daS Gefäß selbst (Gartenkngeln), oder zwischendie doppelten Wände desselben gefüllt, und erfolgt die Metallabscheidung entwederbei ruhigem Stehen, oder unter Schütteln, in der Wärme, oder bei gewöhnlicherTemperatur. Ist die Silberablagerung stark genug geworden, so wird die Flüssig-keit aus dem Hohlraume entleert, und derselbe durch Spülen mit weichem Wassergereinigt, sowie, wenn er trocken geworden, nach außen zu geschlossen. —
Wie bereits oben beiläufig erwähnt wurde, werden die Silberspiegel auf ihrerRückseite meist mit einem schützenden Ueberzuge von mit Leinölfirnis) angeriebenerMennige versehen, an dessen Stelle auch wohl verschiedene Harzanstriche proponirtworden sind, und gelegentliche Verwendung finden 3). Der Mennigaustrich schütztnun wohl einigermaßen gegen mechanische Verletzung der dünnen Silbcrhaut,gegen manche chemische Einflüsse, so z. B. dem des Schwefelwasserstoffs dagegen,soll er sich unwirksam erweisen. Auch hiergegen besseren Schutz zu gewähren,empfahl daher Liebig, bereits 1859, die versilberte Oberfläche auf galvanischemWege mit einem Kupfcrüberzuge zu versehen i). Zu diesem Zwecke stellt man eineneutrale Lösung von Weinsäuren! Knpferoxyd-Natron her, indem man25 Thle. Kupfervitriol in 100 Thln. Wasser löst, und aus dieser wcinsauresKnpferoxyd durch Zusatz von 28 Thln. wcinsaurem Natron-Kali (Scigncttesalz)in demselben Quantum Wasser gelöst, fällt. Es wird dann zu der den Niederschlugenthaltenden Salzlösung so viel Natronlauge zugefügt, bis sich das ausgeschiedeneKupfersalz wieder löst, und die dann neutrale Flüssigkeit zum Gebrauche mitdem gleichen Volum Wasser verdünnt. In diese Kupferlösung taucht man dasversilberte Glas ein, stellt in 1 bis 1'5 vm Abstand von der Silberablagerung,eine Kupfertafel von denselben Dimensionen, in das Bad hinein, und verbindetbeide, je mit dem entsprechenden Pole einer schwachen galvanischen Batterie. Inetwa 10 bis 20 Minuten lagert sich eine Kupfcrschicht von genügender Stärkeauf dem Silber ab. Der abgewaschene und getrocknete Spiegel wird dann, umdas Kupfer vor Oxydation zu schützen, noch mit einem Firniß überzogen.
Wie mit Silber, so läßt sich das Glas auf einfachern Wege auch mit einerspiegelnden, dünnen Platinschicht überziehen. Ein hierzu für Erzeugung klei-ner Spiegel geeignetes Verfahren, mittelst dessen er Spiegel herstellte, die unter
0 Annalen der Chemie und Pharmacie 98 , 132. Dingler's Journal 140 , 199.— 2)^Wagner's Jahresbericht 16 (1860), nach Koxsrt. äs olliin. axxt. 2 , 8. —b) So proponirte Cimeg (Dingler's Journal 163 (1862), 236) zum Neberziehcn eineLösung von 20 Thln. Dammarharz, 5 Thln. Asphalt und 5 Thln. Guttapercha in 75Theilen Benzin. — ^) Dingler's Journal 151 284, nachRsxort. ol I'atout-Invoirt.