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Elastisches Glas.
Während z. B. eine Scheibe gewöhnlichen Tafelglases von 12 bei 16 ein Ober-fläche und 3 nun, Dicke, in einem Holzrahmen horizontal und frei ruhend, durchdas Aufschlagen einer aus O'ö in Höhe herabfallenden Bleikugel von 45 Z Gewichtschon regelmäßig brach, widerstand eine gleiche Scheibe elastischen (Bastie'schen)Glases dem wiederholten Auffallen derselben Kugel aus einer bis 4'5in steigendenHöhe. Uhrgläser aus dem neuen Glase, mehrmals gegen die 4'5 in hohe Deckedes Versammlungslocales geschleudert, blieben beim Aufschlagen auf den hölzernenFußboden unverletzt, und auch gläserne Teller aus diesem Materielle hielten mehr-fach eine Wiederholung dieser barbarischen Festigkeitsprobe aus, ohne zu brechen.Zu Boden geworfene Scheiben elastischen Glases schwappten wie Blech auf, undgaben, ganz bleibend, Metallklang, brachen sie aber endlich, so zerfiel hierbei ihreganze Masse in kleine Splitter. Ebenso auffallend wie das angeführte Verhaltendes Bastie'schen Glases war dasjenige, das es bei raschem Temperaturwechselzeigte; wie schon die ersten Mittheilungen über diesen Gegenstand behaupteten, ließsich das Glas, bis auf dunkle Rothgluth erhitzt, in kaltes Wasser tauchen, ohneSprünge zu bekommen, oder zu zerspringen.
Ueber die Art und Weise der Herstellung seines ProducteS bewahrte de laBastie, schon durch die Patentgesetze der meisten Staaten hierzu genöthigt, vor-läufig tiefes Schweigen, nach Erlangung der gewünschten Patente hat er im März1875 einige nähere Mittheilungen in die Öffentlichkeit gelangen lassenH. Unter-dcß hatte Max Pilati Gelegenheit gefunden, einige kleine Fragmente eines Stückesblauen dc la Bastie'schen Glases näher zu untersuchen, und ihr specif. Gewicht —2'522, die Härte — 5, und die Procentische Zusammensetzung wie nachstehendgefunden 2 ) i
Kieselsäure ....
68
Thonerde.
2
Kalk.
10
Alkalien.
17
Eisen, Mangan/Kobalt,
Chlor und Verlust .
3
100
Das untersuchte Glas war somit ein weiches Alkali-Kalkglas, ziemlich gewöhn-licher Zusammensetzung.
Wegen Ankaufs seiner deutschen Patente durch den Verband deutscher Glas-industriellen mit de la Bastie angeknüpfte Verhandlungen scheiterten vorläufig andem vom Erfinder geforderten Preise, von nicht weniger als 1 Fr. pro Kopf derBevölkerung. Da theilte Carl Pieper, Civilingenieur in Dresden, dem genann-ten Verbände mit, daß er „bereits während seiner früheren Thätigkeit sich mitVersuchen Glas zu härten befaßt, und auch befriedigende Resultate erzielt habe,daß er jedoch, erst als er in den Zeitungen von der Erfindung des Herrn de laBastie Nachricht erhalten, die hohe Wichtigkeit dieser Erfindung einsehen lernte" (!)Seitdem habe er seine früheren Versuche ausgedehnt, und ein Verfahren Glas zu
i) Polytechn. Centralbl. 1875, S. 515, nach Lullstin äs la sooists ä'enoouraAS-msut 1875, März x. 132. — 2) Glashütte 1875, Nr. 2.
Glasfabrikation. Z1